Luxemburg Leaks: Deutsche Bank sparte mit Steuerdeals Milliarden

ThemaSteuern

Luxemburg Leaks: Deutsche Bank sparte mit Steuerdeals Milliarden

, aktualisiert 06. November 2014, 12:08 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Mit Hilfe Luxemburgs haben Konzerne offenbar Steuerzahlungen in Milliardenhöhe umgangen. Luxemburg hat demnach komplizierte Finanzstrukturen genehmigt und Konzerne teilweise weniger als ein Prozent Steuern gezahlt.

Deutsche und internationale Konzerne vermeiden mit Unterstützung der Luxemburger Regierung offenbar Steuerzahlungen in Milliardenhöhe. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die Zeitung beruft sich in ihrem Vorabbericht auf die Auswertung von 28.000 Seiten geheimer Dokumente durch das Internationale Konsortium investigativer Journalisten (ICIJ).

Diese belegen demnach, dass die Luxemburger Behörden zum Teil äußerst komplizierte Finanzstrukturen genehmigten, die das Beratungsunternehmen Pricewaterhouse-Coopers (PwC) im Auftrag der Firmen entwickelt habe. Manche Firmen hätten aufgrund dieser Steuergestaltungen auf Gewinne teilweise weniger als ein Prozent Steuern gezahlt.

Anzeige

Übernahmen mit Steuerersparnis

  • Chiquita

    Der Bananenhändler Chiquita will seinen irischen Konkurrenten Fyffes übernehmen. Die Unternehmen planen, den Deal noch bis Ende des Jahres abzuschließen.

  • AbbVie

    Der Pharmahersteller AbbVie aus den USA produziert unter anderem das Arthritis-Medikament Humira. Mitte Juli erklärte das Unternehmen, für 55 Milliarden Dollar den britischen Konkurrenten Shire kaufen zu wollen.

  • Medtronic

    Medtronic, ein Hersteller medizinischer Geräte aus Minneapolis, übernimmt für 42,9 Milliarden Dollar seinen Rivalen Covidien. Dieser hat seinen Hauptsitz zwar in Massachusetts, ist aber in Irland registriert.

  • Perrigo

    Auch der US-Pharmahersteller Perrigo verlegte nach dem Kauf des irischen Rivalen Elan seinen Firmensitz nach Irland.

  • Walgreen

    Die US-Drogeriekette Walgreen übernimmt für 15,3 Milliarden Dollar die fehlenden 55 Prozent am Konkurrenten Alliance Boots. Allerdings will das Unternehmen den Firmensitz nicht in die steuerlich günstigere Schweiz verlegen. Es heißt, Walgreen habe einen Tax Inversion-Deal geprüft, ihn dann aber verworfen.

  • Pfitzer

    Der Deal des Viagra-Herstellers Pfitzer ist dagegen gescheitert. Der US-Konzern hatte zuletzt 117 Milliarden Dollar für seinen britischen Rivalen AstraZeneca geboten. Die Briten lehnten das Angebot allerdings ab.

Profitiert hätten von diesem Vorgehen neben multinationalen Unternehmen wie Pepsico, Fedex, Procter & Gamble, Amazon und Ikea auch die deutschen Dax-Konzerne Deutsche Bank, Eon und Fresenius Medical Care (FMC). Die betroffenen Konzerne betonten dem Blatt zufolge, dass sie stets legal arbeiteten. Die Unternehmensberatung PwC habe erklärt, sie handele „in Übereinstimmung mit lokalen, europäischen und internationalen Steuergesetzen“.

Steuersparmodelle für Konzerne sind in Luxemburg legal. Ministerpräsident Xavier Bettel verteidigte das Vorgehen seines Landes. „Was Luxemburg gemacht hat, war okay“, zitiert ihn die Zeitung. Sein Land sei keine Steueroase. Allerdings hat die EU-Kommission die Steuerdeals Luxemburgs mit dem Online-Händler Amazon ins Visier genommen. Sie prüft, ob der Konzern dadurch unerlaubte Staatshilfen erhalten hat.

Die Unterlagen stammen dem Bericht zufolge vorwiegend aus den Jahren 2008 bis 2010 und fallen damit in die Amtszeit des damaligen luxemburgischen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker, der nun EU-Kommissionspräsident ist. Die Linkspartei hat dem langjährigen Luxemburger Premierminister deshalb Beihilfe zur Steuerhinterziehung großer Konzerne vorgeworfen. Luxemburg habe unter Junckers Federführung viele Jahre im großen Stil Unternehmen geholfen, ihre Steuerlast teils auf Null zu senken, kritisierte die Vizechefin der Linksfraktion, Sahra Wagenknecht.

Weitere Artikel

„Das finde ich schon bemerkenswert, dass Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Beihilfe dafür, dass große Konzerne die Allgemeinheit in Europa in Milliarden- und Billionenhöhe schädigen können, dass das offensichtlich für höchste Ämter in Europa prädestiniert.“

Der SPD-Finanzexperte Carsten Schneider verlangte umgehend Aufklärung von Juncker, der auch lange Finanzminister in Luxemburg war. Juncker müsse sagen, was er von den Handlungsweisen der Luxemburger Steuerbehörden gewusst habe. Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel verteidigte das Vorgehen seines Landes. "Was Luxemburg gemacht hat, war okay", zitiert ihn die Zeitung. Sein Land sei keine Steueroase. Allerdings hat die EU-Kommission die Steuerdeals Luxemburgs mit dem Online-Händler Amazon ins Visier genommen. Sie prüft, ob der Konzern dadurch unerlaubte Staatshilfen erhalten hat.

Quellle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%