Neue Einstufung: Raiffeisenbank ist systemrelevant

Neue Einstufung: Raiffeisenbank ist systemrelevant

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Das Gebäude der Raiffeisenbank (l) und der Sparkasse (r) stehen in Frankfurt am Main.

Die Schweiz hat die Raiffeisenbank als systemrelevant eingestuft. Die Begründung: Der große Marktanteil der Bank im Hypothekengeschäft.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stuft mit der Raiffeisenbank ein weiteres Geldhaus als systemrelevant ein. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei die Rolle der genossenschaftlich organisierten Bank im Spar- und Kreditgeschäft gewesen, teilte Raiffeisen am Mittwoch mit. Mit einem Marktanteil von mehr als 16 Prozent am 850 Milliarden Franken (rund 700 Milliarden Euro) großen Schweizer Hypothekenmarkt ist Raiffeisen dort der zweitgrößte Anbieter.

Die Bank ist also zu groß, um ohne volkswirtschaftliche Schäden für die ganze Eidgenossenschaft in Konkurs gehen zu können. Die beiden Großbanken Credit Suisse und UBS kommen zusammen auf etwa 30 Prozent Hypothekenmarkt-Anteil. Auch sie gelten ebenso wie die Zürcher Kantonalbank als systemrelevant.

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Die SNB hält den Immobilienmarkt nach wie vor für überhitzt. Die Notenbanker befürchten, dass ein rascher Zinsanstieg nicht nur Hauseigentümer, sondern auch Banken in Schwierigkeiten bringen könnte. Raiffeisen habe im vergangenen Jahr das Zinsrisiko noch einmal hochgefahren, hieß es im jüngsten Stabilitätsbericht der SNB. Für alle Banken gilt zurzeit ein sogenannter antizyklischer Kapitalpuffer. Das bedeutet, dass Hypotheken mit zusätzlichem Eigenkapital unterlegt werden müssen. Zudem sind Banken verpflichtet, als Voraussetzung für einen Kredit von den Hausbesitzern einen höheren Eigenkapitalanteil zu verlangen.

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Eine Erhöhung der Eigenkapitalquote von derzeit 15 Prozent ist für Raiffeisen nach den Worten von Firmenchef Pierin Vincenz kein Problem. Die Bank könne Gewinne einbehalten und sich über Anleihen Eigenkapital besorgen. "Wir haben das erwartet. Wir sind zuversichtlich, die Anforderungen erfüllen zu können." Einzelheiten müssten nun in Verhandlungen mit der Bankenaufsicht FINMA konkretisiert werden. Für Kunden werde sich nichts ändern. Aktien kann die Bank aufgrund ihrer Genossenschaftsstruktur nicht ausgeben.

Wie ein von systemrelevanten Banken ebenfalls geforderter Notfallplan zur Auslagerung und Fortführung volkswirtschaftlich wichtiger Teile aussehen könnte, ist derweil offen. Raiffeisen besteht aus mehr als 300 rechtlich selbstständigen Genossenschaftsinstituten und der Obergesellschaft Raiffeisen Schweiz. Sie sind gegenwärtig durch gegenseitige Beistandspflichten verbunden.

Beobachter erwarten, dass die SNB auch die in Staatsbesitz stehende Postfinance für systemrelevant erklärt. Diese spielt im Zahlungsverkehr der Schweiz eine herausragende Rolle.

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