Neues Erbrecht: Richtig erben und vererben

Neues Erbrecht: Richtig erben und vererben

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Das Testament muss gut durchdacht sein

von Daniel Schönwitz

Wer frühzeitig Vermögen überträgt und ein wasserdichtes Testament verfasst, erspart seinen Lieben viel Ärger mit ungeliebten Verwandten und dem Fiskus. Was Familien über das ab 2010 geltende neue Erbrecht wissen sollten.

Es ist ein Trauerspiel: Immer wieder führt der Tod eines Verwandten zu heftigen Familienfehden. 27 Prozent der Erbfälle lösen Streitigkeiten aus, ergab eine Umfrage des Deutschen Forums für Erbrecht. Und es trifft keineswegs nur heillos zerstrittene Sippschaften, sondern auch friedlich-harmonische Familien.

Gerade Geschwister werden oft zu unerbittlichen Kontrahenten: „Nach dem Tod eines Elternteils brechen häufig jahrelang unterdrückte Konflikte hervor“, sagt Psychologie-Professor Hartmut Kasten von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Geschwister leben in einer unbewussten Rivalität um die Gunst der Eltern. Viele empfinden Neid oder Eifersucht, ohne sich das klarzumachen“, erklärt Kasten. Wenn sie sich auch noch beim Erbe benachteiligt fühlen, käme es schnell zu einem „wahren Hauen und Stechen“ um den Nachlass.

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Grobe Schnitzer im letzten Willen

Besonders konfliktträchtig sind zudem Erbfälle, bei denen der oder die Verstorbene zum zweiten Mal verheiratet war und Kinder aus erster Ehe hinterlässt. „In solchen Fällen war der Verstorbene oft das einzige Bindeglied“, sagt Psychologe Kasten. Wenn er nicht mehr da sei, gebe es schnell Streit zwischen den Kindern auf der einen und der Stiefmutter oder dem Stiefvater auf der anderen Seite.

Schuld an Konflikten sind aber in der Regel nicht nur die Emotionen. Immer wieder sind es gravierende Fehler des Verstorbenen, die den Boden für solche Familienfehden bereiten. Ob aus Schludrigkeit oder weil es unangenehm ist, sich mit dem eigenen Tod zu befassen: Viele machen kein Testament oder leisten sich bei dessen Formulierung grobe Schnitzer

Familie einbinden

Zudem versäumen es Familienoberhäupter oft, die Familie einzubinden. Wer die Vermögensübergabe im stillen Kämmerlein plant, hinterlässt anstelle guter Erinnerungen aber vielfach unklare Regelungen, böse Überraschungen und jede Menge Konfliktpotenzial.

Das vom 1. Januar 2010 an geltende neue Erbrecht schafft jetzt neue Möglichkeiten, Konflikten vorzubeugen.

In der aktuellen WirtschaftsWoche (Ausgabe 51/2009, ab Montag am Kiosk) lesen Sie, wie sich durch frühzeitige Schenkungen Erbansprüche ungeliebter Verwandter aushebeln lassen, wie Sie ein juristisch wasserdichtes Testament verfassen und welche wichtigen Änderungen die Erbrechtsreform 2010 für Familien bringt.

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