„Nie einen Grund“ : Hoeneß denkt nicht über Amtsverzicht nach

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„Nie einen Grund“ : Hoeneß denkt nicht über Amtsverzicht nach

Bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern wird ein großer Zuspruch für Uli Hoeneß erwartet. Der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende denkt in der Steueraffäre nicht darüber nach, Ämter niederzulegen.

Uli Hoeneß hat auch nach der Zulassung der gegen ihn erhobenen Anklage wegen Steuerhinterziehung nicht überlegt, seine Ämter beim FC Bayern München niederzulegen. „Warum sollte ich? Es gab überhaupt nie einen Grund, denn ich habe die volle Unterstützung der Fans, der Mitglieder, des Aufsichtsrats und des Verwaltungsbeirats“, sagte der Präsident und Aufsichtsratschef des Fußball-Rekordmeisters dem ZDF.
„Ich habe bisher noch niemanden innerhalb des Clubs gefunden, der mich angesprochen hat, ob ich das nicht machen sollte. Es waren immer ein paar Journalisten, denen das offensichtlich nicht passt, dass der Verein und sein Präsident wie eine Eins zusammenstehen“, führte der 61-Jährige aus. Am kommenden Mittwoch steht die erste Jahreshauptversammlung des FC Bayern nach Bekanntwerden der Steueraffäre von Hoeneß an. Dort wird mit einem großen Zuspruch für den Präsidenten gerechnet.
Dagegen gibt es kritische Worte an Partner des FC Bayern. Im Fall Hoeneß werde von Anteilseignern und Sponsoren des Clubs offenkundig mit „zweierlei Maß gemessen“, sagte Daniel Bauer, Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), dem „Tagesspiegel am Sonntag“. „Gäbe es ein ähnliches Vergehen bei einer Audi-Tochter oder einer Adidas-Beteiligung wären die Beschuldigten ihren Job sofort los.“ Als Bayern-Aktionäre seien die Unternehmen nachsichtiger. Der Imageschaden sei groß, sagte Bauer.

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Dagegen bekräftigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge noch einmal den Rückhalt für Hoeneß. „Wir haben von Anfang an gesagt, wer solche Verdienste hat, der verdient es, dass er in schwierigen Zeiten vom Club und uns allen unterstützt wird. In schwierigen Zeiten zeigt sich die Freundschaft. Das ist eine generelle Zuneigung, die Fans und alle, die bei diesem Club was zu sagen und zu melden haben, stehen hinter Uli Hoeneß“, betonte Rummenigge in einer Interviewrunde mit österreichischen Journalisten.
Vor Gericht muss sich Hoeneß im nächsten Jahr verteidigen. Er soll vom 10. März an auf der Anklagebank Platz nehmen. Insgesamt sind vier Verhandlungstermine angesetzt, zudem ist die Vernehmung von vier Zeugen geplant.
In der vergangenen Woche war Hoeneß von seinem Aufsichtsratsposten bei einer Allianz-Tochter zurückgetreten. Ein Sprecher des Unternehmens führte dabei eine „persönliche Entscheidung“ des Bayern-Präsidenten an.

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