Niederlande: Rabobank droht Milliardenstrafe im Libor-Skandal

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Niederlande: Rabobank droht Milliardenstrafe im Libor-Skandal

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Der Rabobank droht eine hohe Strafzahlung.

Um laufende Ermittlungen der Behörden zu Manipulationen des Interbanken-Zinssatzes Libor beizulegen, wird die Rabobank laut einem Medienbericht knapp eine Milliarde Dollar zahlen.

Der niederländischen Rabobank droht einem Medienbericht zufolge wegen ihrer Rolle im weltweiten Skandal um die Manipulation wichtiger Zinssätze eine Strafzahlung von knapp einer Milliarde Dollar. Britische und amerikanische Behörden könnten das Finanzinstitut bereits in der kommenden Woche mit der unerwartet hohen Geldbuße belegen, berichtet die "Financial Times" (FT) am Dienstag unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Zuvor war damit gerechnet worden, dass das Bußgeld bei mehreren Hundert Millionen Dollar liegt. Als möglich galt eine Summe zwischen den 470 Millionen Dollar, die Barclays zahlen muss, und den 612 Millionen Dollar Strafe für die Royal Bank of Scotland.

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Was den Libor so wichtig macht

  • Für wen gilt der Libor?

    Grundsätzlich gilt der Libor für alle Kreditnehmer aus den folgenden Währungsräumen:

    - Australischer Dollar
    - Kanadischer Dollar
    - Neuseeland-Dollar
    - US-Dollar
    - Schweizer Franken
    - Dänische Krone
    - Schwedische Krone
    - Euro
    - Pfund Sterling
    - Yen

  • Was legt der Libor fest?

    Der Libor ist ein Angebotszins, also der Satz, zu dem Banken Geld verleihen können. Grundsätzlich gilt der Libor nur für Kredite mit einer Laufzeit von einem Tag bis zu zwölf Monaten. Das heißt, er betrifft Optionen, Derivate und Termingeschäfte, aber auch den Kredit fürs neue Auto oder die Eigentumswohnung.

  • Wer bestimmt den Libor?

    Grundsätzlich legt die British Banker's Association (BBA) den Libor (London Interbank Offered Rate) jeden Tag aufs Neue fest. Die BBA saugt sich den Satz allerdings nicht einfach so aus den Fingern, sondern ermittelt einen Durchschnittssatz aus den Angaben verschiedener Banken. 19 Institute melden der BBA täglich, zu welchem Zinssatz sie sich untereinander Geld leihen.

  • Welche Banken stehen jetzt in der Kritik?

    Grundsätzlich gibt es derzeit einen Verdacht gegen alle 19 Banken, die ihre Zinssätze der BBA mitteilen. Barclays hat die Manipulationen bereits zugegeben, ermittelt wird des Weiteren gegen die Royal Bank of Scotland, die Deutsche Bank, die HSBC, die UBS, Citigroup und Lloyds.

Die Rabobank wäre das fünfte Kreditinstitut, das in dem Skandal einen Vergleich mit den ermittelnden Behörden erzielt. Die Bank lehnte eine Stellungnahme ab. Wegen Manipulationen des Interbanken-Zinssatzes Libor wird gegen ein Dutzend Banken ermittelt, darunter die Deutsche Bank. Hier gilt eine Einigung noch in diesem Jahr jedoch als unwahrscheinlich. Den Händlern wird vorgeworfen, mehrere Interbanken-Zinssätze zu ihren Gunsten manipuliert zu haben, um Handelsgewinne einzustreichen. Auf Zinssätzen wie dem Libor oder dem Euribor basieren weltweit unzählige Finanzgeschäfte.

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