"Paradise Papers": Steuer-Leaks treffen auch US-Handelsminister und die Queen

"Paradise Papers": Steuer-Leaks treffen auch US-Handelsminister und die Queen

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Ein Sicherheitsmann geht in Panama-Stadt an der Firmenzentrale von Mossack Fonseca vorbei.

Nach den "Panama Papers" sind Journalisten auf weitere riesige Datensätze im Zusammenhang mit Steueroasen gestoßen, in denen den Angaben zufolge auch hochrangige Politiker, Konzerne und Prominente auftauchen.

Insgesamt handle es sich um 13,4 Millionen Dokumente, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus ihrer Montagausgabe. Diese "Paradise Papers" seien von einem internationalen Reporterteam rund ein Jahr lang ausgewertet worden. Die Daten zeigten, wie weit verbreitet die Nutzung von Steueroasen noch immer sei. Unter anderem seien mehr als 120 Politiker aus beinahe 50 Ländern in den Daten zu finden. So zeigten die geheimen Dokumente, dass US-Handelsminister Wilbur Ross als Privatmann von Geschäften mit einer Firma profitiere, die dem Schwiegersohn des russischen Präsidenten Wladimir Putin und Kreml-nahen Geschäftsleuten gehöre.

Geld der britischen Königin Elizabeth II. sei ebenfalls in einer Steueroase angelegt worden, hieß es in dem Bericht weiter. Ein Sprecher des Buckingham Palastes lehnte eine Stellungnahme ab. Eine Sprecherin des Herzogtums Lancaster, das zum Privatbesitz der königlichen Familie gehört, sagte, dessen Investitionen seien alle geprüft und gesetzmäßig.

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In Deutschland führten die Spuren laut SZ zu rund tausend Kunden, Begünstigten oder anderweitig Involvierten. Das heiße aber nicht, "dass man ihnen damit automatisch rechtliches oder moralisches Fehlverhalten unterstellen kann". Unter den Offshore-Nutzern seien Milliardäre, Adelige, Unternehmer, Erben, Investoren, verurteilte Betrüger und ehemalige Politiker, aber auch große Firmen.

Steueroasen Labour-Chef kritisiert Britische Königin wegen „Paradise Papers“

Offenbar haben Manager der britischen Königin Elizabeth II. Geld in Steueroasen gesteckt. Alle Investitionen seien geprüft und legitim, verteidigt sich das Herzogtum Lancaster. Labour-Chef Corbyn spricht von Doppelmoral.

Laut Auswertungen aus den sogenannten Paradise Papers investierte die Queen in Übersee-Steueroasen offenbar Privatvermögen im Wert von rund zehn Millionen Pfund investierte. Quelle: AP

Im Fall des Milliardärs Ross geht es dem Bericht nach um eine Beteiligung an der Reederei Navigator, zu deren Großkunden der russische Energiekonzern Sibur gehöre. Wie aus den Unterlagen hervorgehe, habe Navigator seit 2014 mit Sibur Geschäfte im Wert von mehr als 68 Millionen Dollar abgewickelt. Über eine Kette von Briefkastenfirmen sei Ross an Navigator beteiligt. Fonds von ihm hielten laut US-Börsenaufsicht knapp ein Drittel der Anteile. Unklar sei, wie groß der persönliche Anteil des Ministers an diesen Fonds sei.

Das US-Handelsministerium erklärte per E-Mail, Ross habe nichts mit Navigators Entscheidung zu tun gehabt, Geschäfte mit Sibur zu machen. Ross habe die in dem Bericht genannten Sibur-Anteilseigner niemals getroffen und bislang auch nichts von ihren Beziehungen gewusst. Bei Navigator war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Reuters konnte die Angaben in dem Bericht nicht unabhängig überprüfen.

Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam warf der Bundesregierung und den Regierungen anderer EU-Staaten in einer Mitteilung vor, der weltweiten Steuervermeidung nicht energisch genug entgegen zu treten. Den EU-Ländern entgingen durch Steuervermeidung von Konzernen Jahr für Jahr dreistellige Milliardenbeträge. Entwicklungsländer verlören laut Schätzungen mindestens 100 Milliarden US-Dollar jährlich und damit einen Beitrag, der fast der weltweiten Entwicklungshilfe entspreche. "Dieses Geld fehlt dann für Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Sicherung", sagte Tobias Hauschild, Steuerexperte von Oxfam Deutschland.

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