Private Equity: Die wichtigsten Fachbegriffe

Private Equity: Die wichtigsten Fachbegriffe

Ein Glossar der wichtigsten Begriffe der Private Equity Branchen - von "Akquisition" über "Payment in kind" bis hin zu "Venture Capital".

Akquisition: Übernahme, bei der der Erwerber das Eigentum an und die Kontrolle über ein Unternehmen erlangt. Von Kontrolle kann im Falle einer Akquisition dann gesprochen werden, wenn der neue Eigentümer Ziel, Strategie und Geschäftspolitik bestimmen kann. Asset Class: Kategorie eines Investments. Dazu gehören beispielsweise Barmittel, Wertpapiere, Immobilien, Devisen, natürliche Ressourcen, Edelmetalle, aber auch Luxusgüter wie Kunstgegenstände. Bewertet werden diese nach den Hauptkriterien Liquidität, Rendite und Risiko. Asset Deal: Kauf einzelner Wirtschaftsgüter eines Unternehmens wie Immobilien, Grundbesitz, Maschinen etc. anstelle des Erwerbs von Gesellschaftsanteilen. Auktionsverfahren: Verfahren, das beim Verkauf von Unternehmen oder Unternehmensanteilen Mechanismen der Versteigerung nutzt. Im Rahmen des Auktionsverfahrens kann auch ein Mindestpreis festgelegt werden. Business Angels: Private Investoren, die eigene Mittel in Unternehmen investieren und diese dann mit ihrem Know-how bei deren operativer Geschäftstätigkeit unterstützen. Buy-and-Build Strategy: Im Rahmen dieser Strategie wird die Marktstellung des Zielunternehmens durch die Akquisition von Unternehmen und/ oder Unternehmensteilen gezielt verbessert. Mit dem Aufbau einer schlagkräftigen Unternehmensgruppe will der Investor die Chancen für ein möglichst erfolgreiches Exit erhöhen. Siehe auch „Exit“. Buy-out: Oberbegriff für verschiedene Formen von Unternehmensübernahmen, bei denen das bisherige Management nicht in Frage gestellt wird. Siehe auch: „Management Buy-out“, „Leveraged Buy-out“ und „Secondary Buy-out“. Buy-out Fund: Investorenmodell, bei dem in der Regel die vollständige Kontrolle am Zielunternehmen erworben wird, um anschließend – auch mit dem Ziel, steuerliche Vorteile zu nutzen – die Kapitalstruktur des Unternehmens mit Hilfe von strukturierten Finanzierungstechniken neu zu gestalten. Ein Buy-out Fund kann bei Expansionsfinanzierungen eingesetzt werden. Siehe auch „Buy-out“. Carried Interest: Kurz Carry, bezeichnet den erfolgsabhängigen Bestandteil der Vergütung von Managementgesellschaften und Investment Managern. Der Carried Interest ist damit ein wesentlicher Leistungsanreiz im Bereich Private-Equity-Fonds. Siehe auch „Private Equity“. Cash-Flow: Gilt als wichtiger Indikator für die Beurteilung der Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Bei der Berechnung des Cash-Flow werden alle Erträge und Aufwendungen saldiert, die erfolgs- und zugleich zahlungswirksam sind. Siehe auch „Discounted Cash Flow“. Closing: Das Closing ist der offizielle Schlusskurs eines Börsenhandelstages oder zwischenzeitlicher bzw. endgültiger Abschluss einer Transaktion oder Abschluss und Unterzeichnung von Beteiligungs- bzw. Finanzierungsverträgen. Covenants: Vereinbarung, bei der sich Parteien zusichern, sich an bestimmte Eckdaten zu halten. Dabei kann es sich um positive Zusagen (zu erreichende Ziele) oder negative Zusagen (zu vermeidende Ziele) handeln. Werden diese Zusagen nicht eingehalten, führt dies zu Strafzahlungen. Discounted Cash-Flow (DCF): Verfahren zur Unternehmensbewertung. Dabei wird mittels Abdiskontierung der Summe erwarteter zukünftiger Cash-Flows der Unternehmensbarwert berechnet. Siehe auch „Cash-Flow“. Divestment: Beendigung einer Beteiligungsinvestition durch Veräußerung der Anteile an ein drittes Unternehmen (Trade Sale), im Zuge eines Börsengangs (IPO) oder durch den Verkauf an einen Investor (Secondary Buy-out). Siehe auch „Trade Sale“ und „Secondary Buy-out“. Due Diligence: Wörtlich „angemessene Sorgfalt“, beschreibt die Prüfung eines potenziellen Beteiligungsobjektes hinsichtlich verschiedener Aspekte, um Risiken einer Übernahme oder einer Zusammenarbeit von vornherein ausschließen zu können. Due Diligence kann auf folgenden Ebenen vorgenommen werden: finanziell, steuerlich, rechtlich, marktpolitisch, umwelttechnisch, Human-Resources-bezogen oder kulturell. Eigenkapital: Posten der Passivseite einer Bilanz, der von den Eigentümern selbst eingebracht bzw. erwirtschaftet wurde und zur Absicherung der Verbindlichkeiten gegenüber den Firmengläubigern dient. Evergreen Fund: Wörtlich „immergrüner Fonds“. Hier aber offener Fonds ohne abgegrenzte Laufzeit und vorgegebenes Volumen. Zur Kapitalbeschaffung kann ein Evergreen Fund stets neue Anteile ausgeben. Exit: Ausstieg eines Investors aus einer Beteiligung durch Veräußerung seines Anteils. Es gibt mehrere Exit-Möglichkeiten: Going Public (Börsengang), Trade Sale (Verkauf der Beteiligung an eine andere Gesellschaft), Secondary Purchase (Verkauf an einen anderen Finanzinvestor), MBO (Verkauf der Beteiligung an das Management). Siehe auch „Going public“ und „Trade Sale“. Fair Value: Beizulegender Zeitwert. Begriff für den Wertansatz, der aus der angloamerikanischen Rechnungslegung stammt. Nach IFRS bzw. US-GAAP ist der Fair Value der Betrag, zu dem eine Beteiligung zwischen zwei sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Parteien getauscht oder eine Verpflichtung beglichen werden kann. Fund of Funds: Dachfonds; Fonds, der ausschließlich in andere Fonds investiert. Fund Raising: Startphase eines Private-Equity-Fonds, in der institutionelle, industrielle und private Anleger den Kauf von Fondsanteilen zusagen sollen. General Partner: Gesellschafter einer „Limited Partnership“ nach US-amerikanischem Recht (ähnlich dem deutschen Komplementär), der unbegrenzt für alle Schulden und Verpflichtungen des Unternehmens haftet. Der General Partner nimmt in der Regel auch die Geschäftsführung des Unternehmens wahr. Siehe auch „Limited Partner“. Going Private: Bezeichnung für den Rückkauf einer an der Börse notierten Aktiengesellschaft in ein privates Eigentum durch Aktienrückkauf und anschließendes „Delisting“. Siehe auch „Going Public“. Going Public: Früher verwendetes Wort für ein „Initial Public Offering (IPO); erstmaliger Gang einer bisher nicht börsennotierten Unternehmung an die Börse. Siehe auch „Going Private“. Goodwill: Geschäfts- oder Firmenwert. Entspricht dem Betrag, den ein Käufer für eine Unternehmung als Ganzes unter Berücksichtigung zukünftiger Ertragserwartungen über den Wert aller materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände hinaus und nach Abzug der Schulden zu bezahlen ist. Internal Rate of Return (IRR): Methode, die als Entscheidungsgrundlage bei langfristigen Investments eingesetzt wird. IRR ist der auf Jahresbasis berechnete Zinsertrag, der mit einem Investment erwirtschaftet werden kann; IRR beschreibt also die Rendite des eingesetzten Kapitals. Leveraged Buy-out (LBO): Unternehmensübernahme durch außenstehende oder betriebszugehörige Investoren. Kennzeichnend für diese Art des Unternehmenserwerbs ist, dass dafür überwiegend Fremdkapital und nur wenige Eigenmittel eingesetzt werden. Der Großteil des für den Unternehmenskauf benötigten Kapitals wird durch die Aufnahme von Bankkrediten und/ oder die Emission von Anleihen finanziert, wobei die Vermögenswerte des Übernahmeobjektes als Sicherheit dienen. Diese Finanzierungsform basiert darauf, dass im Rahmen von unternehmerischem Engagement Renditen erwirtschaftet werden, die über den Darlehenszinsen liegen. Auf diese Weise kann durch Einsatz von Fremdkapital die Rendite auf das eingesetzte Eigenkapital erhöht werden. Siehe auch „Buy-out“. Limited Partner: Beschränkt haftender Gesellschafter einer Limited Partnership nach US-amerikanischem Recht (ähnlich dem deutschen Kommanditisten). Der Limited Partner hat keine Geschäftsführerbefugnis. Siehe auch „General Partner“. Management-Buy-in (MBI): Die Übernahme eines existierenden Unternehmens, von Unternehmensteilen bzw. der Kauf von Geschäftsanteilen durch einen einzelnen externen Manager oder durch eine außenstehende Managementgruppe eines fremden Unternehmens. Ein MBI erfolgt oft mit finanzieller Unterstützung eines Venture-Capital-Unternehmens. Siehe auch „Buy-out“ und „Management Buy-out“. Management Buy-out (MBO): Die Übernahme eines existierenden Unternehmens, von Unternehmensteilen bzw. der Kauf der Geschäftsanteile durch einen einzelnen internen Manager oder die Geschäftsleitung dieses Unternehmens. Ein MBO wird häufig finanziert von Private-Equity-Unternehmen oder durch Kreditfinanzierung mittels Bankkrediten. In der Regel werden die bisherigen Aktionäre durch Aufkauf ihrer Anteile abgefunden. Siehe auch „Buy-out“ und „Management Buy-in“. Mezzanine-Kapital: Spezielle Zwischenform privaten Beteiligungskapitals. Dieses Finanzierungsinstrument wird bilanziell vor dem Eigen- und nach dem Fremdkapital im sogenannten Zwischenstock ausgewiesen und füllt dortige Finanzierungslücken in der Kapitalstruktur. In der Regel setzt es sich aus festverzinslichen nachrangigen Darlehen und einer Erfolgsbeteiligung in Form von Aktien oder Bezugsrechten auf Aktien zusammen. Payment in kind (PIK): Anleihen, die ihrem Emittenten für einen definierten Zeitraum die Option einräumen, zum Coupontermin entweder die fälligen Zinszahlungen in bar zu leisten oder den Anleihegläubigern eine Anleihe im Gegenwert der fälligen Zinsleistungen zu übereignen. Private Debt: Fremdmittel, die vorwiegend von institutionellen Investoren, in der Regel außerhalb des Bankensektors, im Zuge einer Privatplatzierung zur Verfügung gestellt werden. Private Equity: Allgemeiner Oberbegriff für Beteiligungskapital, das von privaten und institutionellen Anlegern aufgebracht und in der Regel in nicht börslich gehandelte Unternehmen investiert wird. Bei der Zielgruppe handelt es sich insbesondere um kleine und mittlere Unternehmen, denen über einen befristeten Zeitraum Eigenkapital zur Verfügung gestellt wird; die Laufzeit beträgt in der Regel drei bis zehn Jahre. Im Umfeld von Private Equity gibt es vielfältige Anlageformen: Venture-Capital, Early-Stage-Finanzierungen, Expansionsfinanzierungen, MBO und MBI sowie Bridge- oder Mezzanine-Finanzierungen. Siehe auch: „Venture Capital“, „Management Buy-out“ und „Management Buy-in“. Public to Private: Umwandlung eines börsennotierten Unternehmens in eine private und damit nicht börsennotierte Gesellschaft. Dieses Going Private betrifft meistens Unternehmen, deren Aktien illiquide oder unterbewertet sind, bei denen ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont erforderlich ist oder die sich als nicht-börsennotierte Gesellschaft ohne die strengen Veröffentlichungspflichten besser entwickeln können. Siehe auch „Going Private“. Second Lien: Neuartige Darlehensform, die ausschließlich gegenüber dem Senior Debt nachrangig besichert ist, vorrangig aber beispielsweise gegenüber Mezzanine-Kapital und Eigenkapital. Siehe auch „Eigenkapital“ und „Mezzanine“. Secondary Buy-out: Mehrheitliche Übernahme eines Unternehmens durch Finanzinvestoren, die das zwischengeschaltete Beteiligungsunternehmen wiederum an Finanzinvestoren weiterverkaufen. Siehe auch „Buy-out“. Senior Debt: Vorrangig besicherte Kredite von Banken, die bei Misserfolg vor Eigenkapital und Mezzanine bedient werden müssen. Siehe auch „Eigenkapital“ und „Mezzanine“. Track Record: Erfolgszeugnis oder Auflistung der Erfahrungen und Erfolge einer Beteiligungsgesellschaft oder eines Unternehmens (insbesondere dessen Managements) oder auch Referenzliste von Investoren. Trade Sale: Unternehmensanteile oder Beteiligungsunternehmen werden an einen strategischen Investor verkauft, der sein Portfolio damit in Bezug auf Branchen oder Regionen abrunden will. Venture Capital: Risikokapital. Insbesondere privates Beteiligungskapital, mit dem der Aufbau des Geschäfts von jungen Unternehmen oder Unternehmen in der Gründungsphase finanziert wird.

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