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Prozesse: Solarhybrid und Solar Millennium

Prozesse: Die Machenschaften der Anlegerschützer

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Schlüsselfiguren der Energiebranche

Hans-Peter Villis

Der Sündenbock: Dem Chef von EnBW fehlen Atommilliarden für grüne Wunsch-Energien. Er zählt wie der RWE-Chef Jürgen Großmann und E.On-Chef Johannes Teyssen zu den "Herren des Atomzeitalters", die weit vor Fukushima und der Energiewende an die Konzerspitze kamen.

Bild: dpa

Solarhybrid und Solar Millennium

Bemerkenswert war ein Zusatz unter der SdK-Mitteilung: Der damalige Vorstand Petersen habe sich bei den Beratungen zu Solar Millennium der Stimme enthalten, da er als „Aufsichtsratsvorsitzender und Aktionär“ von Solarhybrid aktiv sei. Solarhybrid habe in geschäftlichem Kontakt zu Solar Millennium gestanden und sei Gläubiger.

Für die betroffenen Anleger war dieser Hinweis bitter nötig. Von der Pleite betroffene Solar-Millennium-Investoren sollten besser nicht Solarhybrid-Aktionäre als Interessensvertreter auswählen: Während die Solar-Millennium-Investoren (und die sie vertretende SdK) daran interessiert sein müssen, dass die US-Solarprojekte möglichst teuer verkauft werden, sollten Solarhybrid-Aktionäre (und auch Aufsichtsrat und Großaktionär Petersen) an einem möglichst niedrigen Preis interessiert sein.

Massiv auf fallende Aktienkurse spekuliert

Hinweise auf Interessenkonflikte hatten bei früheren Veröffentlichungen der SdK, etwa zum Flugzeugbauer Thielert, gefehlt, was den Ex-SdK-Funktionären vor dem Münchner Landgericht zum Verhängnis werden könnte. So hatte der damalige SdK-Vorstand Straub 2006 laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft vor Thielert gewarnt und gleichzeitig massiv auf fallende Aktienkurse spekuliert – ohne dies offenzulegen.

In ihrer Mitteilung zu Solar Millennium im Dezember erwähnte die SdK allerdings nicht, dass auch der SdK-Vorstandsvorsitzende Hansgeorg Martius und seine Familie mehr als 33.000 Euro in Solarhybrid-Aktien gesteckt haben. Die Mitteilung habe sich auf Solar Millennium bezogen, nicht auf Solarhybrid, sagt die SdK dazu. Petersens Rolle sei nur offengelegt worden, weil er als Aufsichtsratschef des Solar-Millennium-Gläubigers Solarhybrid theoretisch in das Insolvenzverfahren eingreifen könne.

"Ungerecht und völlig unangebracht"

Petersens Rolle bei Solarhybrid ist mit „Aufsichtsratsvorsitzender und Aktionär“ allerdings auch nur teilweise beschrieben. Tatsächlich hat er eine Fülle an Aufgaben und Funktionen übernommen, die zu massiven Interessenkonflikten führen können. „Ohne sein Engagement wäre die Solarhybrid nicht durch das schwierige Marktumfeld in den Jahren 2008 bis 2010 gekommen“, sagt Solarhybrid-Chef Tom Schröder. Ihm Interessenkonflikte zu unterstellen sei jedoch „ungerecht und völlig unangebracht“. Petersen habe eigene Vorteile „weder beabsichtigt noch erzielt“.

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Solarhybrid wurde 2007 von Schröder gemeinsam mit der Bayreuther Beteiligungsgesellschaft H2M Energy gegründet. Bei H2M Energy sind Straub und Petersen aktiv, die jeweils 50 Prozent an deren Managementgesellschaft H2M Capital Management halten. Das Kapital der H2M Energy kommt teilweise von den beiden, aber auch von anderen Investoren.

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