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Rein rechtlich: Arbeitnehmer unterliegen einer Loyalitätspflicht

Rein rechtlich: Bei Beleidigung des Arbeitgebers auf Facebook droht Kündigung

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Arbeitnehmer unterliegen einer Loyalitätspflicht

Recherche betreiben

Wenn Sie absehen können, dass Sie eine bestimmte Person auf einer Veranstaltung treffen, recherchieren Sie im Vorfeld einige Fakten. So ist es einfacher einen kreativen Aufhänger für den Gesprächsstart zu finden.

Bild: Fotolia

Wären die Facebook-Einträge nicht frei einsehbar gewesen, hätte man diese vermutlich als im privaten Umfeld getätigte negative Äußerungen über den Arbeitgeber und nicht als öffentliche Beleidigung eingestuft. Zudem hätte bei einem wesentlich jüngeren Auszubildenden die Reife der Persönlichkeit und die besondere Fürsorgepflicht des Arbeitgebers während der Ausbildung möglicherweise eine höhere Gewichtung erhalten. Unerheblich ist in diesem Zusammenhang dagegen der Umstand, dass der Arbeitgeber selbst Facebook-Seiten für Kunden erstellt.

Zwar gilt das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung selbstverständlich auch in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Studi-VZ. Arbeitnehmer haben aber eine arbeitsvertragliche Loyalitätspflicht gegenüber dem Arbeitgeber. Danach müssen die berechtigten Interessen des Unternehmens gewahrt und unwahre Äußerungen oder ehrverletzende Tatsachenäußerungen unterlassen werden.

So "netzwerken" Sie richtig

Die Situation

Man ist auf einer Veranstaltung, auf der eine Person ein Vortrag hält. Diese Person ist interessant. Nun möchte man mit ihr in Kontakt treten. Wie stellt man das am besten an? "Sie sollten vor allem wissen, was sie wollen", sagt Monika Scheddin, eine Beraterin für Netzwerken und Unternehmensberatung. Wer es nicht weiß, der wird auch Probleme haben, diese Person anzusprechen. Möchte man einen inhaltlichen Tipp zu einem Thema? Oder eine Empfehlung für weitere Geschäfte, bzw. für die Karriere?

Scheddin weiß wovon sie spricht. Die Unternehmerin arbeitete als Managerin bei Brother und Prokuristin bei der Softwareschmiede Microdynamics, bevor sie sich 1995 als Coach für Unternehmensberatung selbstständig machte. Zu ihren Kunden zählen Oracle, Allianz, Siemens oder Pro Sieben. Zu dem Thema Netzwerken hat Scheddin das Buch "Erfolgsstrategie Networking. Business-Kontakte knüpfen, organisieren und pflegen" herausgebracht.

Bild: Fotolia

Die Entscheidung hat auch für Bewerber große Relevanz. Zwar dürfen sich Arbeitgeber generell nur in sozialen Netzwerken mit berufsbezogenem Fokus wie LinkedIn oder XING über Bewerber informieren, nicht jedoch bei Angeboten mit freizeitorientiertem Fokus wie Facebook. Die Unterscheidung gilt aber nicht bei öffentlich zugänglichen Äußerungen über den Arbeitgeber. Selbst wenn kritische Kommentare in sozialen Netzwerken nicht öffentlich einsehbar sind, sollte der Arbeitnehmer bedenken, dass auch solche Äußerungen an seinen Arbeitgeber weitergeleitet werden können.

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Arbeitgebern ist zu empfehlen, ein gemeinsames Verständnis für eine angemessene private Nutzung sozialer Netzwerke durch einen entsprechenden Leitfaden herzustellen, der die zu achtenden Rechte und Pflichten aufzeigt. Damit können Arbeitnehmer dafür sensibilisiert werden, dass private Aktivitäten in sozialen Netzwerken arbeitsrechtliche Folgen haben können. Durch einen Leitfaden kann der Arbeitgeber auch klarstellen, welche Art von Informationen als Geschäftsgeheimnis angesehen werden, die entsprechend in sozialen Netzwerken nicht veröffentlicht werden dürfen.

Ferner sollte deutlich werden, was als kritische Äußerung in sozialen Netzwerken für den Arbeitgeber akzeptabel ist, welche Einschränkungen sich in dieser Hinsicht für Führungskräfte ergeben und wo durch den Arbeitgeber die Grenze zur Schmähkritik oder Beleidigung gesehen wird.

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Ein Beitrag von Aziza Yakhloufi, Rechtsanwältin und Leiterin der Arbeitsrechtspraxis bei Rödl & Partner, Eschborn

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1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 19.10.2012, 16:20 UhrAriene

    Das Unternehmen nicht inzwischen gemerkt haben, dass ein Leitfaden für die Angestellten inzwischen unerlässlich geworden ist, verstehe ich nicht. Aber noch weniger verstehe ich den unbedarften Umgang mit sozialen Netzwerken vieler Menschen - immernoch. Schon die Tatsache, das gesamte Profil frei zugänglich zu machen. Hier braucht es wohl noch einige Zeit und Aufklärung, bis die Leute darüber nachdenken, wie und wozu man die Netzwerke (miß-)brauchen kann und wie dies zu verhindern ist.

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