
Eine Firma aus dem thüringischen Arnstadt hatte sogenannte "Bulk-Ware", aus Latex bestehende Kondom-Rohlinge, aus dem Ausland importiert. Die Kondome wurden im deutschen Werk endbearbeitet, einer Qualitätskontrolle unterzogen, in Folie eingeschweißt, mit Chargennummer, Verfallsdatum, CE-Kennzeichnung sowie einem Beipackzettel versehen und in eine Faltschachtel aus Karton verpackt. Das fertige Produkt wurde sodann mit der in Siegelform aufgemachten Behauptung "KONDOME – Made in Germany" beworben. Eine Abmahnung und ein gerichtlicher Antrag auf Unterlassung folgten auf dem Fuße.

Die Kennzeichnung der Kondome als "Made in Germany" war irreführend und damit wettbewerbswidrig. Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Hamm (Az.: I-4 U 95/12) begründet dieser Hinweis nämlich die Erwartung des Verbrauchers, alle wesentlichen Fertigungsschritte des in Rede stehenden Produkts seien in Deutschland erfolgt. Dies gelte zumindest für den maßgeblichen Herstellungsvorgang, bei dem die Ware genau die Eigenschaften erhalte, die für die Wertschätzung des Verkehrs im Vordergrund stehen.
Bild: dpaPlatz zehn: Nivea
Nivea ist die bekannteste Marke der Hamburger Beiersdorf AG. Seit 1911 gibt es die Hautcreme in der klassisch blauen Dose in Deutschland. Mittlerweile gehören zu Nivea nicht mehr nur Handcreme, sondern auch Make-up, Lippenpflege, Shampoo, Duschgel und diverse Männerpflegeprodukte wie Aftershave-Balsam. 2011 betrugt der Markenwert von Nivea 3,883 Millionen US-Dollar.
Bild: REUTERSPlatz neun: Porsche
Egal ob als Cabrio oder SUV - Autofahrer mögen Autos made in Stuttgart-Zuffenhausen. 1931 gründete Ferdinand Porsche dort ein Konstruktionsbüro - heute verkaufen sich die Autos weltweit. Diese Beliebtheit bescherte dem Autobauer im vergangenen Jahr einen Markenwert von 4,580 Millionen Dollar.
Bild: dpaPlatz acht: Allianz
An einer Versicherung hat der Kunde wahrscheinlich nicht ganz so viel Spaß wie an einem schicken Flitzer - aber immerhin bietet der Münchner Versicherer auch PkW-Policen an. Die Allianz ist nach Umsatz der größte Versicherungskonzern der Welt. Der Markenwert betrug letztes Jahr 5,345 Millionen Dollar.
Bild: dapdPlatz sieben: Adidas
Adidas ist weltweit der zweitgrößte Sportartikelhersteller - nach US-Konkurrent Nike. Zu Adidas gehören die Marken Reebok und TaylorMade. Das Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach hat einen Markenwert von 6,154 Millionen Dollar.
Bild: dpaPlatz sechs: Audi
Die ebenfalls zum VW-Konzern gehörende Marke Audi verkauft seine Autos in die ganze Welt - Audi gilt als Luxusmarke. Die Beliebtheit der Autos aus Ingolstadt bescherten der Marke im Jahr 2011 einen Wert von 6,171 Millionen Dollar.
Bild: dpaPlatz fünf: Volkswagen
Zum Wolfsburger Volkswagen Konzern gehören neben Audi und Porsche auch Bentley, Bugatti, Lamborghini, MAN, Scania, Seat, Škoda, Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge. Volkswagen ist europaweit der größte Autobauer - weltweit ist die Volkswagen AG die Nummer zwei. Das beschert der Marke Volkswagen einen Wert von 7,857 Millionen Dollar.
Bild: dpaPlatz vier: Siemens
Der Konzern Siemens ist in 190 Ländern der Welt mit Niederlassungen vertreten - es gibt kaum ein Land, in dem man nicht auf Geräte des Weltkonzerns aus Münchens trifft. Die Hauptgeschäftsfelder sind Energie, Industrie, Infrastruktur, Medizintechnik und Städtebau. Die gigantische Reichweite des Unternehmens und die Qualität der Produkte bescherten der Marke Siemens einen Wert von 7.900 Millionen Dollar.
Bild: dpaPlatz drei: SAP
Der Softwarekonzern SAP aus Walldorf in Baden ist die Nummer eins in Europa und die Nummer vier im weltweiten Ranking der Softwarehersteller. Die Geschäftsfelder von SAP sind unter anderem Software für die Bereiche Controlling, Einkauf, Buchhaltung, Produktion und Vertrieb. 2011 hatte SAP einen Markenwert von 14.542 Millionen Dollar.
Bild: dpaPlatz zwei: BMW
Die Silbermedaille geht an den Münchner Autobauer BMW. Zu den Bayerischen Motoren Werken gehören neben der Marke BMW auch noch der Mini sowie zwei Submarken. 2011 war die Marke BMW an sich 24.554 Millionen US-Dollar wert.
Bild: dapdPlatz eins: Mercedes Benz
In puncto Markenwert hat Mercedes Benz den ewigen Konkurrenten BMW überholt: Die bekannte Handelsmarke der Daimler AG, zu der auch noch smart und Maybach gehören, war im vergangenen Jahr 27.445 Millionen Dollar wert.
Platz zehn: Nivea
Nivea ist die bekannteste Marke der Hamburger Beiersdorf AG. Seit 1911 gibt es die Hautcreme in der klassisch blauen Dose in Deutschland. Mittlerweile gehören zu Nivea nicht mehr nur Handcreme, sondern auch Make-up, Lippenpflege, Shampoo, Duschgel und diverse Männerpflegeprodukte wie Aftershave-Balsam. 2011 betrugt der Markenwert von Nivea 3,883 Millionen US-Dollar.
Hier wurde der Käufer getäuscht. Weder der überwiegende noch der maßgebliche Teil der Herstellungsschritte, durch den die Kondome die von den Kunden geschätzten Eigenschaften erhalten, war in Deutschland erfolgt. Der Herstellungsprozess sei vielmehr bereits im Ausland abgeschlossen gewesen. Das bloße Einsiegeln, Verpacken und auch die in Arnstadt durchgeführte Qualitätskontrolle haben mit der Herstellung des eigentlichen Endprodukts Kondom nichts mehr zu tun. Im Gegenteil: Sie setzen eine abgeschlossene Fertigung des Endproduktes voraus. Durch die Aussage "Made in Germany" wird dem Verbraucher daher ein unrichtiger, weil von den tatsächlichen Gegebenheiten abweichender Eindruck über die geographische Herkunft des vertriebenen Produkts vermittelt.
Die Zulässigkeit einer solchen Herkunftskennzeichnung hängt in der Praxis also vor allem davon ab, welche Eigenschaften oder Bestandteile der Ware wertbestimmend sind, ob der entscheidende Wertschöpfungsanteil in Deutschland entstanden ist und ob die deutsche oder ausländische Herkunft von Teilen der Ware die Kaufüberlegungen des Kunden beeinflusst.
Ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts als Warnhinweis vor billiger Importware eingeführt, steht die Herkunftsbezeichnung "Made in Germany" heute weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus für ausgezeichnete Qualität. Deutsche Produkte werden weltweit geschätzt. Hoch ist deshalb die Versuchung, auch einmal über wesentliche ausländische Produktionsschritte hinweg zusehen. Derartigen Mogelpackungen erteilen die deutschen Richter regelmäßig eine strikte Absage. Im Sinne des Produktionsstandorts Deutschland völlig zu Recht.






















