Rein Rechtlich: Vorsicht beim Fußball gucken am Arbeitsplatz

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kolumneRein Rechtlich: Vorsicht beim Fußball gucken am Arbeitsplatz

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Viele möchten die Spiele der Fußball-Europameisterschaft sehen. Aber im Büro ist das nicht immer erlaubt.

Kolumne

Viele Arbeitnehmer wollen die Spiele ihrer Nationalelf verfolgen. Kollidiert dies mit den Arbeitszeiten droht - vermeidbarer - Ärger.

Nach den drei Siegen der Deutschen Fußballnationalmannschaft steckt Deutschland mitten im EM-Fieber. Aber oft kollidiert der Wunsch, Fußballspiele live zu sehen, mit den Pflichten von Arbeitnehmern. Für Arbeitgeber ein heikles Thema. Denn wer will schon fußballbegeisterte Mitarbeiter vergraulen? Klare Regelungen im Vorfeld sind arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen im Nachgang vorzuziehen. Schließlich ist Fußballschauen laut richterlichem Beschluss „sozialadäquat“.

Die Spiele der Fußball-EM in Polen und der Ukraine werden zwar erst am Nachmittag und am Abend übertragen. Dennoch kommt es vor, dass Arbeitnehmer aufgrund längerer Arbeitszeiten oder Nacht- oder Wochenendschichten Spiele verpassen. Generell gilt der Grundsatz, dass Mitarbeiter keinen Anspruch darauf haben, Fußballspiele während der Arbeitszeit im Fernsehen, im Radio oder im Internet zu verfolgen – es sei denn, dies wird vom Arbeitgeber gestattet. Wer ohne dessen Einverständnis Fußball schaut oder ein Spiel im Radio oder Internet verfolgt, riskiert eine Abmahnung, eine Gehaltskürzung und im Wiederholungsfalle eine Kündigung. Nur bei Gleitzeit dürfen Angestellte außerhalb der Kernzeiten ihre Arbeitszeit selbständig planen.

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Positive Wirkung der Fußball-EM nicht unterschätzen

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Verbietet der Arbeitgeber das Fußballschauen während der Arbeitszeit, muss Urlaub genommen werden. Ein Sonderurlaubsrecht für Sportereignisse gibt es allerdings nicht. Man muss sich also mit den Urlaubsansprüchen anderer Arbeitnehmer abstimmen. Sprechen dringende Firmenbelange gegen den Urlaub, kann dieser abgelehnt werden.

Rein rechtlich Öko-Labels taugen nicht als Vergabekriterium

Es könnte so einfach sein. Will der Staat bei Aufträgen ökologische oder soziale Anbieter fördern, sollen diese einfach ein Öko-Label vorweisen können. Doch der EuGH bremst diese Praxis aus.

Die EuGH hat die Richtlinien zur Verwendung von Öko-Labeln wie "Fairtrade" stark verschärft. Quelle: obs

Ausnahmen gelten dann, wenn es üblich ist, dass am Arbeitsplatz ein Fernseher oder das Radio läuft. Aber auch hier gilt: Nur wenn Kollegen oder Kunden nicht gestört werden, ist Fernsehschauen oder Radiohören erlaubt – ansonsten kann der Arbeitgeber auch hier sein Veto einlegen. Auch wer die Spiele unerlaubt im Internet verfolgt, muss mit Sanktionen rechnen. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitgeber die private Nutzung des Internets erlaubt hat, der Arbeitnehmer das Internet über eine ganze Spiellänge aber zu lange nutzt.

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Unternehmenschefs sollten allerdings die positiven Auswirkungen einer Fußball-EM nicht unterschätzen. Wenn der Arbeitgeber es erlaubt, gemeinsam mit Kollegen Fußball zu schauen, fördert dies das Betriebsklima. Vor zwei Jahren entschied das Arbeitsgericht Frankfurt sogar, dass eine fristlose, aber auch hilfsweise ordentliche Kündigung, die ohne vorherige Abmahnung ausgesprochen wurde, weil der Arbeitnehmer im Verkaufsraum einen Fernseher aufgebaut und ein Spiel verfolgt hatte, unwirksam war. Der Arbeitnehmer habe sich nach Auffassung der Richter sozialadäquat verhalten. Fußball habe während einer Europa- oder Weltmeisterschaft einen großen Stellenwert in der Gesellschaft. Arbeitgeber sollten daher vor jeder EM oder WM klare Vorgaben treffen, ob, und wenn ja in welchem Umfang, Fußballschauen bzw. Radiohören während der Arbeitszeit erlaubt ist.

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