Renovieren nach der Flut: So hilft das Finanzamt bei Hochwasser

Renovieren nach der Flut: So hilft das Finanzamt bei Hochwasser

, aktualisiert 13. Juni 2016, 10:08 Uhr
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Solche Schäden zu beseitigen ist teuer, doch das Finanzamt hilft.

von Constanze ElterQuelle:Handelsblatt Online

Durch Hochwasser und Überschwemmungen haben Hunderte Menschen in Deutschland ihr Hab und Gut verloren oder müssen ihre Immobilien aufwendig renovieren. Unterstützung kommt vom Finanzamt – auch Chefs können helfen.

MünchenDie Aufräumarbeiten sind noch im vollen Gange, schon gibt der Wetterdienst die nächsten Unwetterwarnungen heraus. Betroffene stehen teilweise vor dem Nichts, beträchtliche Schäden sind entstanden. Bei den finanziellen Belastungen greifen die Finanzämter den Betroffenen nun unter die Arme.

Denn die Kosten, die anfallen, um die Schäden zu beseitigen und Wohnungen wieder instand zu setzen, können bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dazu zählen Räumungskosten, Reparaturen genauso wie der Neukauf von Möbeln, Hausrat und Kleidung. Entscheidend ist der direkte Zusammenhang mit dem Hochwasserschaden.

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Die Ausgaben müssen allerdings als außergewöhnliche Belastung angegeben werden. Das bedeutet, dass dem Steuerpflichtigen die so genannte zumutbare Belastung als Eigenanteil angerechnet wird. Die zumutbare Belastung richtet sich nach der Höhe der Gesamteinkünfte und der familiären Situation . Den entsprechenden Prozentsatz der Einkünfte muss der Betroffene selbst tragen – also von der Summe abziehen, die er steuerlich geltend machen will:

Sie haben…

Einkünfte bis 15.340 Euro

Einkünfte zwischen 15.340 und 51.130 Euro

Einkünfte über 51.130 Euro

kein Kind und es gilt der Grundtarif

5 Prozent

6 Prozent

7 Prozent

kein Kind und es gilt der Splittingtarif

4 Prozent

5 Prozent

6 Prozent

ein oder zwei Kinder

2 Prozent

3 Prozent

4 Prozent

drei oder mehr Kinder

1 Prozent

1 Prozent

2 Prozent

Weil die Steuererklärung für 2016 aber noch längst nicht erstellt werden kann, können Betroffene schon jetzt einen Lohnsteuerermäßigungsantrag stellen. Sie erhalten damit auf ihrer Steuerkarte einen Freibetrag für die Aufwendungen, die als außergewöhnliche Belastung abziehbar sind.

Auf diese Weise gibt es schon jetzt mehr Netto auf dem Konto – und damit mehr finanziellen Spielraum für die anstehenden Reparaturen. Übernimmt allerdings eine Versicherung die Kosten, können beim Finanzamt nur noch die Ausgaben geltend gemacht werden, die am Ende übrigbleiben.

Arbeitgeber können betroffenen Angestellten ebenfalls helfen. Unterstützungen an unwetter- oder hochwassergeschädigte Arbeitnehmer sind in jedem Fall bis zu einem Betrag von 600 Euro pro Jahr steuerfrei. Wird diese Summe überschritten, muss ein besonderer Notfall nachgewiesen werden, damit der Betrag nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn gehört. Die Finanzverwaltung weist aber ausdrücklich darauf hin, dass bei Unwetter-Betroffenen im Allgemeinen von einem besonderen Notfall ausgegangen wird.


Der Kredit vom Chef ist günstig

Sollte das eigene Geld nicht ausreichen, um die Renovierungskosten zu bezahlen, können Arbeitnehmer einen Kredit bei ihrem Chef aufnehmen. Zinszuschüsse Zinsvorteile bei Darlehen sind hier ebenfalls steuerfrei, und zwar über die gesamte Laufzeit. Voraussetzung: Das Darlehen übersteigt die Schadenshöhe nicht.

Das Finanzamt zeigt sich außerdem kulant, was Steuern und Belege angeht. Auf Antrag können Hochwassergeschädigte ihre Steuerschulden bis Ende September 2016 stunden lassen. Die Finanzverwaltung hat angekündigt, keine strengen Anforderungen an die Stundung zu knüpfen; außerdem sollen keine Stundungszinsen erhoben werden. Auch in puncto Belege sind die Sachbearbeiter angewiesen, nicht so genau hinzusehen: Wenn durch Unwetterschäden Buchführungsunterlagen vernichtet worden oder verloren gegangen sind, sollen daraus keine steuerlichen Nachteile entstehen.

Praxistipp:

Wer für die Hochwasseropfer spenden möchte, kann dies ebenfalls steuerlich absetzen. Dafür genügt der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung der Bank. Wer die Spende per Online-Banking anweist, muss sich für die Steuererklärung nur den Beleg am Computer ausdrucken.

Dieser Artikel erschien zuerst bei unserem Kooperationspartner Haufe.de. Ist dieser Steuertipp interessant für Sie? Weitere Beiträge finden Sie auf dem Haufe-Finance-Portal.

Quelle:  Handelsblatt Online
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