Revision angekündigt: Haftstrafe für Steuersünder Hoeneß

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Revision angekündigt: Haftstrafe für Steuersünder Hoeneß

, aktualisiert 13. März 2014, 18:57 Uhr

Der Richter hat gesprochen: Uli Hoeneß wird zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Steuerschuld beträgt jetzt 28,5 Millionen Euro. Auch für den FC Bayern und seinen prominent besetzten Aufsichtsrat könnte das Urteil tiefgreifende Folgen haben.

Uli Hoeneß muss für seine millionenschwere Steuerhinterziehung büßen und soll dreieinhalb Jahre in Haft. Das Landgericht München sprach den Präsidenten des FC Bayern München in einem der spektakulärsten Steuerverfahren in Deutschland in sieben Fällen schuldig. Seine Verteidiger kündigten Revision an. Die Staatsanwaltschaft hält sich dies offen. Der 62-Jährige wurde nach dem Urteil am Donnerstag nicht abgeführt. Der Haftbefehl aus dem Frühjahr 2013 bleibt weiter gegen eine Millionen-Kaution ausgesetzt. Aus dem Fußball erhielt Hoeneß viel Aufmunterung. Die Politik dagegen lobte den Richterspruch. „Ein Freispruch war zu keinem Zeitpunkt zu erwarten“, erläuterte Richter Rupert Heindl bei seiner Urteilsbegründung. „Es ist keine missglückte Selbstanzeige, sondern eine unzureichende Selbstanzeige.“ Für das Gericht war es allerdings kein besonders schwerer Fall der Hinterziehung, dann wäre die Strafe höher ausgefallen.

Hoeneß hat dem Fiskus mit seinem Schweizer Geheimkonto mindestens 28,5 Millionen Euro an Steuern vorenthalten. Die neue, nochmals um mehr als eine Million Euro höhere Summe nannte Heindl. Er begründete den Anstieg mit dem Solidaritätszuschlag. Inklusive Zinsen wird Hoeneß aber wohl noch viel mehr Geld an die Staatskasse zahlen müssen. Der 62-Jährige verließ nach der Urteilsbegründung wortlos den Gerichtssaal. Sein Anwalt blickte derweil schon auf die nächste Instanz, den Bundesgerichtshof in Karlsruhe. „Die Verteidigung wird das Urteil anfechten mit dem Mittel der Revision. Entscheidend ist, wie mit einer solch nicht idealen Selbstanzeige umzugehen ist“, sagte der Frankfurter Staranwalt Hanns Feigen.

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Der FC Bayern gab zunächst keine Stellungnahme ab. Der deutsche Rekordmeister kündigte an, dass Präsidium, Verwaltungsbeirat und Aufsichtsrat „kurzfristig zu Beratungen zusammenkommen“ würden. Die Öffentlichkeit solle „zeitnah“ - aber nicht vor Freitag - über die Ergebnisse informiert werden, hieß es in einer Mitteilung des Clubs. Der noch amtierende Bayern-Boss Hoeneß blickte beim Urteilsspruch zu Boden und zeigte nur wenig Regung. Das Gericht habe beim Strafmaß „natürlich ganz erheblich zu Ihren Gunsten das Geständnis gewertet“, sagte Heindl an ihn gewandt. „Sie hatten viele Jahre Zeit, Ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen. Sie haben es nicht getan, sondern, wie Sie selbst eingeräumt haben, auf Zeit gespielt.“ Am Ende sei er „getrieben worden von Angst vor Entdeckung“.

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