Riskante Darlehen: US-Banken geben immer mehr Ramsch-Kredite für Autos

Riskante Darlehen: US-Banken geben immer mehr Ramsch-Kredite für Autos

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Eine Reihe Chevrolets bei einem Autohändler in Los Angeles. Nach Ramschkrediten für Häuser boomen nun Schrottkredite für Autos in den USA.

Kredite an Personen, die als kaum kreditwürdig gelten, gelten als Haupt-Auslöser der jüngsten Finanzkrise. Diese Subprime-Kredite feiern ihr Comeback bei US-Autokäufen. Gibt es Grund zu neuer Sorge?

Mit reihenweise platzenden Krediten für Häuser an Schuldner mit schlechter Bonität nahm die Krise am US-Kreditmarkt ihren Lauf und entwickelte sich zur weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Dabei wurden Darlehen nicht nur an sogenannte "prime"-Kunden mit guter Kreditwürdigkeit vergeben, sondern auch an problematischere Kreditnehmer ("subprime"), denen dann auch wesentlich höhere Zinsen abverlangt wurden. Die Raten konnten sie irgendwann nicht mehr bezahlen, die Hypothekenblase platzte und riss die Finanzwelt in einen Abwärtsstrudel. Eigentlich sollte der Markt aus diesen Fehlern gelernt haben.

Doch in den USA zeigt sich ein neuer Subprime-Boom: Diesmal bei Darlehen für Autokäufer. Wie die "New York Times" (NYT) im Juli berichtete, steigt das Volumen von Krediten für den Autokauf an zahlungsschwache Kunden. Sie sollen in den vergangenen fünf Jahren um 130 Prozent gestiegen sein. Einer von vier Auto-Krediten geht demnach an Subprime-Kunden. In einigen Fällen seien die Kredite an arbeitslose und bankrotte Menschen vergeben worden.

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Dabei lagen die Zinsen für die Darlehen teilweise über 23 Prozent. Ähnlich wie bei der Hypothekenkrise 2008 ziehen diese hohen Zinsen Investoren an. Genau wie damals würden die Subprime-Kredite oftmals in komplexen Bonds gebündelt und als Sicherheiten an Versicherungskonzerne oder Pensionsfonds verkauft, berichtet die "NYT". Nur sechs Jahre nach der Krise steigen die Risiken an der Wall Street so wieder stark an.

Die riskanten Darlehen werden nun vom Justizministerium untersucht. In den Fokus ist dabei der größte Autohersteller General Motors (GM) gerückt. Dessen Kreditsparte hat nach eigenen Angaben ein formelles Auskunftersuchen des Ministeriums erhalten. Unter anderem fordert die Justizbehörde Auskünfte zu den Kriterien, zu denen Kredite an Kunden vergeben werden. Der Hintergrund: 2010 hatte GM den auf Subprime-Darlehen spezialisierten Anbieter Americredit übernommen. Der Absatz der Autos sollte so gesteigert werden. Der Schuss könnte nun nach hinten losgehen: Wegen falscher Angaben zu den Risiken von Subprime-Krediten auf dem Häusermarkt haben verschiedene Banken nach der Finanzkrise bereits mehrstellige Milliarden-Dollar-Strafen an die Aufsichtsbehörden bezahlt.

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Wie hoch das Risiko für den Finanzmarkt ist, das von den Subprime-Krediten im Automarkt ausgeht, ist nur schwer abzuschätzen. Der Markt sei nur ein Bruchteil vom Volumen des Hypothekenmarkts zum Zeitpunkt der Krise, berichtet die "NYT". Doch Analysten und Ratingagenturen warnten Investoren bereits vor potentiellen Verlusten, wenn die Autobesitzer ihre Raten nicht mehr zahlen können.

"Es scheint, als hätten die Investoren nichts aus der Krise gelernt und hecheln weiter riskanten Subprime-Bonds hinterher", zitiert die Zeitung Mark T. Williams, einen früheren Bankenprüfer bei der Fed.

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