Schadenersatz: Immobilienkonzern IVG verlangt von Ex-Vorständen Schadenersatz in Millionenhöhe

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Schild des Immobilienkonzerns IVG

von Harald Schumacher und Claudia Tödtmann

Der insolvente Bonner Immobilienkonzern IVG hat vier frühere Vorstände zur Zahlung von Schadenersatz in Millionenhöhe aufgefordert.

Der bis 2008 amtierende Vorstandsvorsitzende Wolfhard Leichnitz und seine damaligen Vorstandskollegen Bernd Kottmann (Finanzen), Andreas Barth (Projektentwicklungen) und Georg Reul (Investment und Fonds) sollen nach Informationen der WirtschaftsWoche jeweils rund 8,5 Millionen Euro plus Zinsen an den Konzern überweisen.

Die von der IVG mit einer Prüfung beauftragte Kanzlei Hengeler Mueller hat beim Kauf des Gherkin Towers in London 2007 Fehlverhalten der vier Manager festgestellt und stützt darauf die durch den IVG-Sachwalter Horst Piepenburg erhobenen Forderungen. Die Vorstände hätten dem Evans-Randall-Fonds ein Darlehen von 52 Millionen Pfund gewährt, das der Aufsichtsrat in dieser Höhe  nicht genehmigt habe, so die Hengeler-Mueller-Juristen. Die IVG hatte das Hochhaus gemeinsam mit der britischen Investment-Bankengruppe Evans Randall für 950 Millionen Euro gekauft. Die Juristen halten wegen dieser „Pflichtverletzung der handelnden Vorstandsmitglieder“ eine Klage durch den IVG-Aufsichtsrat „für aussichtsreich“ und „empfehlen Klageerhebung“. Die vier betroffenen Manager äußerten sich gegenüber der WirtschaftsWoche nicht zu Vorwürfen.

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Die Schadenersatzforderungen könnten noch erheblich steigen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche will der IVG-Vorstand eine Sonderprüfung aller IVG-Geschäfte von 2006 bis 2008 initiieren. In diese Zeit fallen unter anderem der Kauf der Allianz Gewerbeimmobilien für 1,3 Milliarden Euro und der Weiterbau des Airrail-Centers am Frankfurter Flughafen, das heute Squaire heißt und statt geplanter 650 Millionen Euro fast das Doppelte kostete. In nur zwei Jahren hatte der damalige Vorstandschef Leichnitz die IVG-Schulden auf mehr als fünf Milliarden Euro verdoppelt. Der  Aktienkurs halbierte sich.

Zwar hat IVG-Sachwalter Piepenburg, der die Insolvenz in Eigenverwaltung überwacht, der Sonderprüfung noch nicht zugestimmt. Aber die IVG hat bereits Angebote für die Durchführung der Prüfung eingeholt, unter anderem beim Münchner Wirtschaftsprüfer Deloitte, erfuhr die WirtschaftsWoche. Für möglich gehalten wird bei der IVG, dass das Gesamtverhalten des IVG-Managements unter Leichnitz „so schadensgeneigt“ war, dass man daraus eine allgemeine Schadenersatzpflicht ableiten könne. Bestätigt sich das, könnte die Sonderprüfung zu einem der größten Fälle von Managerhaftung in der deutschen Wirtschaft eskalieren.

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