Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Haftung von Prominenten verschärft, die mit ihrem Namen und ihrer Sachkenntnis für Kapitalanlagen werben. Nach dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil droht dem Ex-Verteidigungsminister Rupert Scholz (CDU, Bildmitte) Schadenersatz. Er hatte in Zeitungsinterviews für den 2005 pleitegegangen Fonds "Deutscher Vermögensfonds I" geworben. Seine lobenden Äußerungen waren dem Anlageprospekt beigelegt. Der Fall wurde zur Klärung einiger noch offenen Fragen an das Oberlandesgericht Karlsruhe zurückverwiesen. (AZ: BGH-Urteil vom 17. November - AZ: III ZR 103/10)
Und Scholz ist nicht der einzige Promi, der für Finanzprodukte warb...
Wer ein Bankprodukt kauft, weil Oliver Kahn dafür wirbt, ist genauso ein unschuldiger und schützenswerter Verbraucher, wie jemand der eine Hautcreme kauft die von Heide Klum beworben wirbt.
Wenn die Hautcreme dann nicht hält was sie verspricht, wird hoffentlich auch Heide Klum (oder welches bekannte Model oder Schauspieler der da gerade seinen „Kopf für hinhält“) verklagt, wie ein Schauspieler oder sonstiger Prominente, der für ein Anlageprodukt wirbt.
Hoffentlich bekommt der Promi dann aber auch etwas von der Rendite des unschuldigen Verbrauchers ab, wenn das Anlageprodukt welches er beworben hat, sich tatsächlich als Gewinnbringend erwiesen hat – zusätzlich zu seiner Gage.
Oft ist aber des einen Freud, des anderen Leid. Was machen wir denn, wenn einige Verbraucher profitieren und andere (zu spät eingestiegen) nicht? Dann gibt der Promi einen Teil seiner erfolgsabhängigen Provision an die „Späteinsteiger“ wieder ab? Oder darf er nur noch Werbung für „zertifizierte Produkte“ mehr machen (wer prüft die dann), ansonsten findet er auch keine Haftpflichtversicherung für falsch beworbene Produkte („Produkthaftpflichtversicherung“ für Werbestars)?
Aber was ist denn dann mit den gutaussehenden sympatischen Models und Schauspieler auf den Bildern der Prospekte, deretwegen das Finanzprodukt gekauft wurde, ab welchem Bekanntheitsgrad werden die eigentlich in die Haftung genommen?
Vielleicht sollte einfach nur der gesunde Menschenverstand eingeschaltet werden, dann erübrigt sich diese Diskussion letztendlich, denn wer kauf schon ein Produkt, nur weil ein Promi dafür Werbung macht – egal ob ein Finanzprodukt oder sonst eine Ware?
Diese Nachricht ist für mich eine der Seegen-reichsten seit langer Zeit, weil namhafte, populäre Menschen meinen, Gedanken-los und ohne irgendein Gewissen anderen Menschen Schaden zufügen und sich immer noch mit dem Schadens-Geld berauschen zu können. Hoffentlich werden diese Leute durch die Gerichte eines Besseren belehrt und deren Moral ins rechte Licht gestellt.