Schutz vor Falschberatung: Anlageberater unter zaghafter Aufsicht

Schutz vor Falschberatung: Anlageberater unter zaghafter Aufsicht

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Verbraucher sollen durch das Beschwerderegister bei der Finanzaufsicht besser vor Falschberatung geschützt werden. Der Nutzen jedoch ist umstritten.

Vor einem Jahr wurde das Beschwerderegister bei der Finanzaufsicht eingeführt. Rund 10.000 Beschwerden hagelte es. Doch der Nutzen ist umstritten.

Die Finanzkrise und in der Folge etliche Bankenskandale haben das Ausmaß an fehlerhafter oder falscher Anlageberatung bei Banken sowie Finanzdienstleistern zutage gefördert und den einst so guten Ruf der Branche nachhaltig beschädigt. Strengere Auflagen für die Beratung in Geldfragen sollten den Anlegerschutz verbessern und das angekratzte Vertrauensverhältnis wieder stärken. Aber sichtbare Erfolge bleiben aus, die Kunden bleiben skeptisch – und entscheiden lieber selbst.

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Seit dem 1. November 2012 sammelt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Daten von Anlageberatern in Deutschland. Geldhäuser sollen nachweisen, dass sie in den Bereichen, in denen es um Anlageberatung und den Vertrieb von Finanzprodukten geht, nur ausreichend qualifiziertes Personal einsetzen. Auch Beschwerden von Kunden müssen die Banken der BaFin melden. Die Aufsicht könnte aufgrund der registrierten Beschwerden dann im Extremfall Sanktionen bis hin zum Berufsverbot verhängen. Bislang ist das jedoch noch nicht vorgekommen.

Bis zum Ende des dritten Quartals 2013 gingen nach BaFin-Angaben 9.556 Beschwerden von Privatanlegern zur Anlageberatung ein - berechtigte und unberechtigte. 3.010 betrafen Sparkassen, 2.145 Genossenschaftsbanken, 4.339 Privatbanken und 62 Finanzdienstleistungsinstitute. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Ombudsleuten des Bankenverbandes, die eine außergerichtliche Einigung bei berechtigten Kundenbeschwerden ermöglichen. Einem Handelsblatt-Bericht zufolge gingen bei den Ombudsstellen der Bankenbranche 7.200 Beschwerden ein, ein Plus von zehn Prozent gegenüber den Finanzkrisenjahren 2009 und 2010.

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Nach Erfahrungswerten sind etwa die Hälfte der Kundenbeschwerden aussichtsreich – zumindest bei den Ombudsleuten. Welcher Druck allerdings von den Beschwerden bei der BaFin ausgeht, ist relativ unklar. Häufen sich die Beschwerden über einen bestimmten Berater, sucht die BaFin das Gespräch mit ihm und dem jeweiligen Finanzhaus. Was die Aufsicht unter häufigen Beschwerden versteht, lässt sie bewusst offen. „Wir haben dazu Kriterien und ein Rezept - veröffentlichen es aber nicht“, lässt BaFin-Chefin Elke König verlauten. Bis Ende September besuchte die Aufsicht 150 Geldinstitute und interviewte 200 Berater. Angesichts der hohen Beschwerdezahl erscheint das jedoch wenig. Die Finanzaufsicht selbst sieht die Entwicklung allerdings positiv. „Das Mitarbeiter- und Beschwerderegister hat die BaFin im Verbraucherschutz weiter gestärkt“, sagt BaFin-Präsidentin Elke König.

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