Selbstanzeige: Diesmal hat sich Hoeneß verzockt

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Selbstanzeige: Diesmal hat sich Hoeneß verzockt

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Uli Hoeneß - bekannt als Mann der klaren Worte, muss sich jetzt wegen Steuerhinterziehung verantworten.

von Peter Steinkirchner, Andreas Toller und Rebecca Eisert

Ein vorbildlicher Fußball-Club-Präsident, ein vorbildlicher Unternehmer - und nun ein Steuerhinterzieher. Uli Hoeneß' Ansehen schwindet im Rekordtempo. Was dem Manager droht.

Als Uli Hoeneß 1979 mit 27 Jahren der jüngste Manager eines Fußballclubs in der Geschichte der Bundesliga wurde, hatte der FC Bayern München 7,5 Millionen D-Mark Schulden und machte im Jahr einen Umsatz von knapp zwölf Millionen. Hoeneß bewies in den kommenden 30 Jahren nicht nur bei sportlichen, sondern vor allem auch bei seinen wirtschaftlichen Entscheidungen ein glückliches Händchen. Die Bayern sind heute schuldenfrei und mit einem Jahresumsatz von mehr als 370 Millionen Euro die Nummer vier unter den europäischen Clubs. Auf seinen Erfolg angesprochen sagte er 2011 im Interview mit dem Handelsblatt: "Ich bin die Lokomotive. Meine große Stärke ist der Vertrieb, das Verkaufen eines Produkts. Hier ist es der Fußball, da war es die Wurst."

Hoeneß verband bisher wie kein anderer den Typus des bodenständigen, mittelständischen Unternehmers mit dem des schlagfertigen Managers aus der Glitzerwelt des Profi-Fußballs. Dass gerade er nun wegen Steuerhinterziehung am Pranger steht, mag so gar nicht in des Bild der erfolgreichen Vorzeigemanagers passen.

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Mann der klaren Worte

Hoeneß ist ein Mann mit vielen Facetten. Als er noch Manager des FC Bayern war, galt der gebürtige Ulmer als die personifizierte Abteilung Attacke beim deutschen Rekordmeister, der Mann, der nicht davor zurückschreckte, die Vertreter gegnerischer Vereine verbal bis aufs Blut zu reizen und ihnen anschließend auch noch kaltlächelnd die besten Spieler wegzukaufen. Doch spätestens seit Hoeneß seinen ehemaligen Mitspieler und Mit-Weltmeister von 1974, „Kaiser“ Franz Beckenbauer, im November 2009 als Präsident des Vereins beerbte und im März 2010 auch Aufsichtsratschef der AG wurde, setzte eine Art öffentliche Seligsprechung ein.

Mit seinen klaren Worten etwa gegen gierige Banker, den Skandal-umflorten Fifa-Präsidenten Joseph Blatter oder aber milliardenschwere Scheichs und Oligarchen, die hunderte Millionen in Fußball-Klubs pumpen, sprach er vielen Fußballfans, aber auch ganz normalen Bürgern aus der Seele. Hinzu kommt, dass der Familienvater in der Öffentlichkeit praktisch im Alleingang das Bild des Ex-Fußballprofis, der nach der einen Karriere noch eine weitere dranhängt, prägte. Bevor Hoeneß auf den Plan trat, gab es den Fall so gut wie nicht – eine Lottoannahmestelle oder ein Sportgeschäft waren bis dahin noch die höchsten Weihen, die sich Ex-Profis vorstellen konnten.

Hoeneß war und ist da von anderem Kaliber. Das bewies er zum einen als Manager des FC Bayern, der er insgesamt zu fast 40 nationalen und internationalen Titeln führte und ihn parallel dazu zu einem florierenden Unternehmen machte. Das tat der frühere Stürmer so erfolgreich, dass zwischenzeitlich gar der Gründer des Sportkonzerns Adidas, Adi Dassler, darüber nachgedacht haben soll, ob dieser Hoeneß nicht einen passablen Schwiegersohn und möglichen Adidas-Manager abgeben könnte.

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