SPD-Vorstoß: Steuererklärung soll einfacher werden

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SPD-Vorstoß: Steuererklärung soll einfacher werden

Zwei, drei Klicks, und fertig: Geht es nach der SPD, können die Deutschen ihre Steuererklärung künftig in wenigen Minuten erledigen. Geprüft wird nur noch stichprobenartig. Dafür steigen die Strafen für Steuertrickser.

Ab 2018 soll für die Steuerzahler vieles einfacher und vor allem schneller gehen. Der rheinland-pfälzische Finanzminister Carsten Kühl (SPD) möchte erreichen, dass die Lohnsteuererklärung in wenigen Mausklicks erledigt ist. Er hat deshalb eine entsprechende Initiative im Bundesrat angekündigt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Er will die Vereinbarung von SPD und CDU aus den Koalitionsverhandlungen ausbauen, nach der Rentner und Pensionäre ab 2016 eine vorab ausgefüllte Steuererklärung bekommen.

Tipps zur Steuererklärung

  • Abgabefrist

    Wer seine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2015 selbst anfertigt, muss sie bis zum 31. Mai 2016 abgegeben. Wer mehr Zeit braucht, kann beim Finanzamt einen Antrag auf Fristverlängerung stellen. Erledigt ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein die Steuererklärung, endet die Frist erst am 31. Dezember 2016.

  • Nachfragen vermeiden

    Damit das Finanzamt die Steuererklärung schnell bearbeiten kann und keine Nachfragen stellen muss, sollten Steuerzahler zu allen Rückforderungen Belege mitschicken. Um die Werbungskosten zu begründen, kann es hilfreich sein, den ausgeübten Beruf möglichst genau anzugeben.

  • Anleitung zur Steuererklärung

    Wer seine Steuererklärung selbst erledigt, sollte auf jeden Fall die Anleitung (von dort aus auf Steuerformular > Einkommensteuer > Einkommensteuer 2014 klicken) lesen, die das Bundesfinanzministerium in seinem Formularkatalog veröffentlicht. Das Finanzamt setzt voraus, dass der Steuerzahler sich diese Anleitung genau durchgelesen hat.

  • Steuererklärung kopieren

    Um den Steuerbescheid später kontrollieren zu können, sollten Steuerzahler eine Kopie ihrer Steuererklärung behalten - entweder gedruckt oder gespeichert als Datei.

  • Rechtsprechung beachten

    Bevor Steuerzahler ihre Erklärung beim Finanzamt abgeben, sollten sie sich über laufende Verfahren zum Steuerrecht informieren. Häufig lässt sich die Rechtsprechung auf den persönlichen Fall übertragen. Auch, wenn ein Sachverhalt noch nicht endgültig geklärt ist, kann es sich lohnen die Ausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen. Bei positivem Prozessausgang besteht auch nach vielen Jahren noch die Chance auf eine Steuererstattung.

  • Elektronische Übermittlung

    Seit 2012 sind sehr viel mehr Steuerzahler verpflichtet, ihre Steuererklärung elektronisch zu übermitteln. Unternehmer müssen nahezu sämtliche Steuererklärungen für den Veranlagungszeitraum 2011 elektronisch an das Finanzamt übermitteln. Ausgenommen von dieser Pflicht sind Arbeitnehmer, die keine sogenannten Gewinneinkünfte haben.

Geht es nach Kühl soll auch ein Gros der berufstätigen Bundesbürger diese vereinfachte Erklärung erhalten und nur noch um die Höhe des Bruttolohns oder der Abgaben ergänzen. Darüber hinaus soll das Programm auch die Entfernung zur Arbeitsstelle ermitteln. Mithilfe des Programms sollen die Arbeitnehmer ihre Steuererklärungen auch selber abschließen können. Handele es sich um einen unproblematischen Fall, werde die Steuererklärung nicht mehr von einem Finanzbeamten geprüft, heißt es in dem Bericht der Süddeutschen. Überprüfungen sollen nur noch stichprobenartig stattfinden. "Die Steuererklärung wird dadurch einfacher und schneller", so Kühl.

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Das sind die wichtigsten Formulare

  • Mantelbogen

    Der Mantelbogen bildet die Basis der Einkommensteuererklärung. Hier tragen Steuerpflichtige auf vier Seiten allgemeine Informationen zu ihrer Person ein und geben Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und weitere Steuerermäßigungen an.

  • Anlage N

    Detaillierte Angaben zum Einkommen sowie Werbungskosten können in der Anlage N vermerkt werden. Für viele Arten von Werbungskosten gibt es hier separate Felder, beispielsweise für die Entfernungspauschale, Fortbildungskosten und Aufwendungen für Arbeitsmittel.

  • Anlage Kinder

    Mit dieser einseitigen Anlage können beispielsweise erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten geltend gemacht werden. Für jedes Kind muss eine eigene Anlage abgegeben werden.

  • Anlage Vorsorgeaufwand

    Hier können Steuerzahler Vorsorgeaufwendungen angeben. Dazu zählen Beiträge zur Altersvorsorge und zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

  • Anlage AV

    Für Angaben zu Riester-Verträgen dient die einseitige Anlage AV.

Auf diese Idee kam der Finanzminister allerdings nicht aus reiner Nächstenliebe: Kühl will vor allem die Finanzämter entlasten. Das sei angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels dringend erforderlich, erläuterte er. "Wir haben jetzt schon Schwierigkeiten, die Stellen zu besetzen." Die Finanzämter stünden bei der Fachpersonalwerbung in Konkurrenz zur Wirtschaft.

Eine Vereinfachung der Steuererklärung per Mausklick, die schon seit Jahren im Gespräch ist, würde weniger Kontrollen durch Finanzbeamte nach sich ziehen. Um dennoch vor Steuerbetrug abzuschrecken, müsse es höhere Strafen geben, falls Steuerbetrüger bei Stichproben erwischt würden.

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