Spenden: Tue Gutes und sag es deinem Finanzamt

Spenden: Tue Gutes und sag es deinem Finanzamt

, aktualisiert 06. Dezember 2011, 12:22 Uhr
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In der Weihnachtszeit steigt die Spendenbereitschaft. Doch die milde Gabe muss nicht völlig selbstlos sein.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Wer spendet, tut nicht nur anderen etwas Gutes, sondern auch sich selbst. Denn wer die milden Gaben bei der Steuererklärung angibt, kann Steuern sparen. Dafür müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein.

DüsseldorfWeihnachtszeit ist Spendenzeit – nie flattern so viele Spendenaufrufe ins Haus wie jetzt. Und nie laufen so viele Menschen mit klimpernden Sammeldosen umher. Doch wer mit einer Spende etwas Gutes tun will, muss das nicht völlig uneigennützig tun. Getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ sollten Spender ihre Wohltätigkeit auch beim Finanzamt kundtun.

Denn wer spendet, kann Steuern sparen: Bis zu einer Höhe von 20 Prozent des sogenannten Gesamtbetrags der Einkünfte können Spenden als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden, sie reduzieren also die Summe der Einkünfte und damit auch die Steuerlast. Dieser Gesamtbetrag der Einkünfte errechnet sich aus der Summe der Einkünfte abzüglich diverser Freibeträge.

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Welche Spenden abgesetzt werden können, ist im Einkommensteuergesetz genau geregelt. Grundsätzlich können Spenden an gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Organisation abgesetzt werden. Um diesen Status zu erhalten, müssen sie beispielsweise Wissenschaft und Forschung, Religion, Jugend- und Altenhilfe oder Kunst und Kultur fördern.

Um die Spende beim Finanzamt nachzuweisen, reicht bei Spenden bis 200 Euro eine Kopie des Kontoauszugs. Wer mehr spendet, muss den Einzahlungs- oder Buchungsbeleg der Bank zusammen mit einer Spendenbescheinigung des Empfängers einreichen. Diese Bescheinung muss auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck ausgestellt werden und muss die Höhe und den Zweck der Spende enthalten.

Eine Ausnahme gibt es Katastrophen. Wer mehr als 200 Euro auf ein Sonderkonto einer bekannten Organisation für die Opfer einer Naturkatastrophe spendet, muss hierfür keine förmliche Spendenquittung vorlegen. „So wird der bürokratische Aufwand reduziert, damit das Geld möglichst schnell ankommt“, sagt Isabel Klocke, Steuerexpertin beim Bund der Steuerzahler.


Mitgliedsbeiträge von der Steuer absetzen

Auch Sachspenden können bei der Steuer geltend gemacht werden. „Für Privatpersonen wird sich der Aufwand aber meist nicht lohnen“, sagt Klocke. Denn der Spendenempfänger müsste den Marktwert von gespendetem Spielzeug oder Kleidung ermitteln und dem Spender darüber eine Bescheinigung ausstellen. Für Unternehmen dagegen sind Sachspenden einfacher. „Wenn eine Firma eine alte Büroeinrichtung spendet, steht der Restwert in der Regel in den Büchern“, erklärt Steuerexpertin Klocke.

Absetzbar sind zudem Mitgliedsbeiträge. Allerdings gibt es hier ein paar Einschränkungen: Mitgliedsbeiträge für Sportvereine können grundsätzlich nicht als Spende geltend gemacht werden. Das Mitglied bekommt dafür eine Gegenleistung, da es die Einrichtungen des Vereins nutzen kann, deshalb ist die Spende nicht mehr rein karitativ.

Bei der Auswahl der Spendenorganisation sollten sich Verbraucher Zeit nehmen. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) führt eine Liste mit Organisationen, die verantwortungsvoll mit Spenden umgehen und dafür ein Spendensiegel bekommen haben. „Die Prüfung des DZI kostet Geld, deshalb verzichten kleine Organisationen häufig auf die Zertifizierung“, sagt Gerlinde Waschke von der Verbraucherzentrale NRW. Will ein Verbraucher an Organisationen ohne Siegel spenden, sollte er sich vorher genau über diese informieren.

„Bei Fördermitgliedschaften – also einer Art Abo aufs Spenden – sollten Verbraucher besonders kritisch  hinsehen, an wen das Geld geht“, rät Gerlinde Waschke. Unseriöse Organisationen versuchen Spender möglichst lange an sich zu binden. Und für solche Fördermitgliedschaften besteht kein generelles gesetzliches Widerrufsrecht.

Und noch einen Tipp hat die Verbraucherschützerin: „Skeptisch sollten Verbraucher immer dann werden, wenn Spendenorganisationen mit ihren Aufrufen zu sehr auf die Tränendrüse drücken und sich aufdrängen."

Quelle:  Handelsblatt Online
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