Steuer: So klappt die Last-Minute-Steuererklärung

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Steuer: So klappt die Last-Minute-Steuererklärung

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Für viele ist die Steuererklärung ein Übel, das bis zur letzten Sekunde aufgeschoben wird - so klappt die Last-Minute-Steuer!

von Andreas Toller

Die Uhr tickt für die Steuer: Am 1. Juni müssen die meisten ihre Steuererklärung beim Finanzamt abgeliefert haben. Das haben Sie total verdrängt? Mit diesen Tipps bekommen Sie die lästige Steuer trotzdem noch fertig.

Die Abgabe der Steuererklärung für 2014 duldet keinen Aufschub mehr. Weil der 31. Mai auf einen Sonntag fällt, müssen die Steuererklärungen spätestens am 1. Juni beim zuständigen Finanzamt eingehen.

Da hilft es auch nichts, dass die Finanzämter nach Softwareproblemen derzeit mit der Bearbeitung etwa zwei Monate im Rückstand sind. In den Amtsstuben stapeln sich die Steuererklärungen; auch wer besonders früh dran war, muss vielerorts auf seinen Steuerbescheid warten. An der Abgabefrist ändert das aber nichts.

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Denn in der Regel verschicken die Finanzämter bereits einige Wochen nach Verstreichen der Frist ihre ersten Mahnschreiben, wenn die Steuererklärung nicht eingegangen ist – meist noch ohne einen Versäumniszuschlag. Wer schnell wenigstens den Pflichtteil der Steuererklärung abgibt und in den folgenden Wochen verbliebene Formulare und vor allem Belege nachreicht, sollte ohne Geldbuße davonkommen.

Kampf gegen Steuersünder Schäuble setzt auf digitale Rasterfahndung

Die Finanzämter sollen im Kampf gegen Steuersünder eine digitale Rasterfahndung nach dem Vorbild des Zolls einführen. Außerdem sollen mehr Steuerzahler verpflichtet werden , ein Online-Steuererklärung abzugeben-

Finanzämter sollen künftig dann nach dem Vorbild des Zolls arbeiten. Quelle: dpa

Wer bei der Steuer bummelt, zahlt drauf

Steuerzahler sollten den Bogen jedoch nicht leichtfertig überspannen. Sonst drohen Versäumniszuschläge, Verzugszinsen und zudem die Steuerschätzung seitens des Finanzamts – und die fällt in der Regel für den Steuerzahler ungünstiger aus, als mit rechtzeitiger Steuererklärung.

Wann und in welcher Höhe die Finanzbeamten Versäumniszuschläge fordern, liegt in ihrem Ermessen. Maximal darf der Zuschlag zehn Prozent der Steuerschuld, höchstens aber 25.000 Euro betragen.

Das Ausfüllen der Steuererklärung auf den letzten Drücker ist auch eine potenzielle Fehlerquelle, die den Steuerzahler bares Geld kosten kann. Viele Fragen stellen sich dem Steuerpflichtigen erst, wenn die Steuererklärung fast fertig ist.

Hier ein paar Tipps, wie der Schnellschuss doch noch gelingt, ohne dass Steuervorteile verloren gehen:

Checkliste: Diese Belege helfen Steuern sparen

  • Einkünfte

    Lohnsteuerbescheinigung

    Bescheinigung über
    - Arbeitslosengeld/ Elterngeld/ Kurzarbeitergeld
    - Krankengeld / Mutterschaftsgeld

    bei Rentenbezug (z. B. Alters-, Erwerbsunfähigkeits-, Witwen-, private Versicherungsrenten)
    - bei erstmaligem Bezug den Rentenbescheid
    - jährliche Rentenbescheinigung

    Bescheinigung über vermögenswirksame Leistungen (z. B.: Bausparvertrag): Anlage VL

    Belege über Nebeneinkünfte

    Quelle: Aktuell Lohnsteuerhilfeverein e.V.

  • Einkünfte aus Kapitalvermögen

    Jahreszinsbescheinigungen, etwa von Bausparkassen, Banken, Fondsgesellschaften

    Steuerbescheinigungen bei einbehaltener Zinsabschlagsteuer (Abgeltungsteuer)

    Belege über Verkauf von Aktien / Grundstücken / Vermögenswerten etc.

  • Kinder

    bis 14 Jahre: Betreuungskosten z. B. Gebühren für Kindergarten, -hort, Babysitter, Tagesmutter

    über 18 Jahre: Ausbildungs- und Lehrverträge, Immatrikulationsbescheinigung bei Studium

    im Ausland: Familienstandsbescheinigung

    Belege über Schulgeld, Krankenversicherungsbeiträge, Lohnsteuerbescheinigung des Kindes, Waisenrentenbescheinigung

    Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

  • Werbungskosten

    Gewerkschaftsbeiträge, Unfallversicherung, Rechtschutzversicherung

    Bewerbungskosten (z. B. Kopier-, Porto-, und Fahrtkosten, Bewerbungsmappen)

    Reisekosten: Erhöhte Fahrtkosten, Verpflegungspauschalen, Unterkunftskosten (z. B. Kraftfahrer, Bauarbeiter, Außendienst)

    Winterbeschäftigungsumlage

    Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte, Auswärtstätigkeit
    - Entfernungs-km, Anzahl Fahrten
    - Sammelbeförderung z. B. Werkbus (TÜV-Bericht / ASU / Inspektionsrechnungen immer aufheben wg. km-Stand)
    - Unfallkosten PKW

    Arbeitsmittel (z. B. Computer, Druckerpatronen, Büromaterial, Werkzeug, Berufskleidung, Fachliteratur)

    doppelte Haushaltsführung (Miete, Mietnebenkosten, notwendiger Hausrat, Zweitwohnungssteuer)

    Steuerberatungskosten

    Fortbildungskosten (Kurs- und Prüfungsgebühren, Kosten für ein Zweitstudium)

    Arbeitszimmer (sofern der Arbeitgeber keinen geeigneten Arbeitsplatz stellt)

    beruflich veranlasste Umzugskosten (Spediteur, Umzugshelfer, Renovierungskosten, Anschlussgebühren, etc.)

  • Außergewöhnliche Belastungen

    rankheitskosten (z. B. Medikamente, Zahnarzt, Brille, Krankenhausaufenthalt, Kur, Physiotherapie)

    Fahrtkosten zum Arzt (Anzahl der Fahrten und km)

    Scheidungskosten / Beerdigungskosten

    Kosten für Haushaltshilfe

    Nachweis über Behinderung (Behindertenausweis, Bescheinigung vom Versorgungsamt, Rentenbescheid über Unfallrente)

    Unterhaltsleistungen Kinder / Ehefrau / Eltern / Großeltern / Lebensgefährte/in

    Krankenversicherungsbeiträge für unterhaltene Personen

  • Sonderausgaben

    Riester-Rente

    Rürup-Rente (Basisrente)

    Versicherungsbeiträge (z. B. Lebens-, Haftpflicht-, Kfz-, Unfallversicherung)

    Krankenversicherung: Nachweis Basistarif, Beitragserstattungen

    Spendenbescheinigungen

  • Handwerkerleistungen/ haushaltsnahe Dienstleistungen

    Haushaltsnahe Dienstleistungen:

    Reinigung, Gartenpflegearbeiten (wie z. B. Rasenmähen oder Heckenschneiden), Schneeräumen

    Umzugsdienstleistungen (Umzugsspedition)

    Pflege von kranken Personen

    Handwerkerleistungen:

    Arbeiten an Haus oder Wohnung, Reparatur und Wartung von Gegenständen, Kontrollaufwendungen (z. B. Gebühr für den Schornsteinfeger)

    Hinweis: Alle Arbeiten müssen im oder am Haus bzw. an Wohnung vorgenommen worden sein

    Voraussetzungen:

    Begünstigt ist nur der Arbeitslohn, einschließlich der in Rechnung gestellten Maschinen und Fahrtkosten - keine Leihgebühr für Maschinen

    Hinweis: Kontoauszüge müssen die Bezahlung per Überweisung belegen

  • Immobilien

    Vermieter:
    - Kaufvertrag, Makler-, Auflassungsgebühr, Grunderwerbssteuer, Notarkosten
    - Bau-, Reparaturrechnungen, Zinsbescheinigungen

    Sonderabschreibung:
    - für ein Baudenkmal, Gebäudesanierung

Auf das Minimum beschränken

Wenn die Zeit bis zur Abgabe schwindet, kann die Minimalisten-Strategie helfen. Der Steuerpflichtige beschränkt seine Steuererklärung zunächst auf das Allernötigste und reicht später fehlende Steuerformulare und vor allem Belege nach.

Zwingend notwendig ist für Angestellte die Abgabe des Mantelbogens und der Anlage N. Eltern müssen zudem die Anlage Kind ausfüllen. Wer viel für die zusätzliche Altersvorsorge und Versicherungsschutz ausgibt, sollte möglichst auch die Anlage Vorsorgeaufwand bis zum Stichtag ausfüllen.

Zusammen oder getrennt?

Paare, die zum Beispiel kurz vor dem Abgabetermin noch nicht sicher sind, ob für sie bei der Steuererklärung eine Zusammen- oder Getrenntveranlagung günstiger ist, können dies zum einen mit jedem Steuerprogramm durchspielen und die günstigere Variante wählen. Zum anderen können sie es auch noch ändern, solange der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig ist.

Innerhalb der Einspruchsfrist von einem Monat ist das in der Regel ebenso problemlos möglich, wie eine Korrektur der Angaben in der Steuererklärung.

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Steuerfahnung im Internet Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Ausgaben zur Vorsorge richtig eintragen

Bei einer eilig ausgefüllten Steuererklärung sollten Arbeitnehmer neben den Angaben im Mantelbogen und den Eckdaten aus der Lohnsteuerbescheinigung vor allem die größeren Posten im Blick haben. Dazu zählen zweifellos die Vorsorgeaufwendungen für Alter, Krankheit und Pflege.

Haben Sie eine Riester-Rente, eine betriebliche Altersversorgung oder eine Lebensversicherung, um später Ihre gesetzliche Rente aufzupeppen? Der Gesetzgeber stellt seit Jahren stufenweise auf eine nachgelagerte Besteuerung der Renten um. Das bedeutet, dass auf die später ausgezahlte Rente eine Einkommensteuer fällig wird. Im Gegenzug gewährt der Fiskus Steuervorteile auf die Einzahlungen während des Berufslebens.

Die private Altersvorsorge lohnt sich daher vor allem, wenn in der Ansparphase die Steuervorteile mit der jährlichen Steuererklärung auch geltend gemacht werden. Dazu sind jedoch weitere Anlagen zur Steuererklärung notwendig.

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