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Steuer-Software-Test: Elster-Formular hilft nicht beim Steuernsparen

von Niklas Hoyer

Wer von einer Software der Finanzämter erwartet, dass sie ihm beim Steuersparen hilft, dürfte enttäuscht werden. Daran kann die Finanzverwaltung auch kaum Interesse haben. Trotzdem setzen viele Nutzer auf Elster-Formular, eine kostenlose Software, die immerhin eine Prognose der Steuerschuld und eine Fehlersuche bietet. Das ist deutlich nutzerfreundlicher als die Papier-Formulare. Doch auch die Technik hat ihre Tücken.

ElsterFormular
ElsterFormular

Immerhin reicht Elster-Formular aus, um die Steuererklärung elektronisch zu erstellen. Wer sich etwas auskennt oder nur die gängigen Einkommensarten und absetzbaren Aufwendungen hat, der fährt damit in der Praxis meist nicht einmal schlecht. Gibt es keine ausgefallenen Werbungskosten und weiß man, wo was einzutragen ist, wird auch die Steuerzahlung nicht höher ausfallen als bei einer kommerziellen Steuer-Software. 

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Nutzer können ihre Steuererklärung mit Elster-Formular entweder ganz klassisch erledigen: Das Programm zeigt ihnen die Formulare der Steuererklärung an, sie füllen diese aus. Einziger Unterschied zu einer Papier-Erklärung: Die Angaben werden nicht mit dem Stift auf Papier, sondern am Bildschirm gemacht. Oder aber der Nutzer entscheidet sich für den Schritt-für-Schritt-Modus, bei dem Elster-Formular ihm gezielt Fragen stellt und der Nutzer dann nur die relevanten Kapitel angezeigt bekommt. Allerdings hat dieser Modus einen großen Nachteil: Nicht immer sind die gestellten Fragen wirklich verständlich.

Nur noch Bahnhof verstehen

Was heißt es etwa, wenn Elster-Formular wissen will: „Haben Sie Arbeitslohn bezogen, für den keine Kürzung des Vorwegabzugs bei Vorsorgeaufwendungen vorzunehmen ist?“ Viele Steuerpflichtige wissen bei solchen Fragen nicht weiter. In der Regel hilft dann nur eine der gängigen Suchmaschinen weiter. Meist lassen sich Foren finden, in denen verzweifelte Nutzer um Rat fragen (so zum Beispiel hier, www.springhin.de/elsterforum) – und oft genug auch bereits gefunden haben. So ist die angesprochene Frage zur Kürzung des Vorwegabzugs bei Vorsorgeaufwendungen für die meisten Steuerpflichtigen eigentlich leicht zu beantworten: Sie müssen mit ‚NEIN‘ antworten, da sie steuerlich abzugsfähige Vorsorgeaufwendungen mit ihrem Arbeitslohnt leisten und die Kürzung des Vorwegabzugs daher richtig ist.

Wer bei solchen Details des Steuerrechts aber nur noch Bahnhof versteht, sollte vielleicht eher auf eine kommerzielle Steuersoftware setzen. Dort ist die Sprache in aller Regel besser verständlich. Einige Elster-Nutzer raten aber auch dazu, nicht den Schritt-für-Schritt-Modus zu wählen. Meist würde im normalen Formular-Modus sehr viel besser klar, um was es geht und welche Angaben zu machen sind.

Ein weiteres Manko: Immer wieder berichten Nutzer bei Elster-Formular von technischen Schwierigkeiten. So war es auch in unserem Praxistest erst nicht möglich, die Software mit einem Internet-Update zu aktualisieren. Dies lag wohl an den Einstellungen des Betriebssystems (Windows Vista). Erst als die Systemdateien im sogenannten Administrator-Modus ausgeführt wurden, klappte das Update (dafür im entsprechenden Dateien-Ordner (meist C:Program FilesElsterFormular2008-2009) bei den Dateien elfostarter2008.exe und elfo2008.exe mit Rechtsklick das Menü „Eigenschaften“ aufrufen und unter dem Reiter „Kompatibilität“ die Berechtigungsstufe „Programm als ein Administrator ausführen“ auswählen).

Keine Tipps, keine Kosten

Urteil des Praxistests: Im Vergleich zu Papier-Formularen bietet Elster-Formular eine deutlich leichtere Handhabung, eine integrierte Fehlersuche, die Prognose der Steuererstattung oder -nachzahlung und - wie alle Steuer-Software - den elektronischen Versand der Steuererklärung. Tipps zum Steuersparen gibt es aber nicht und die umständliche Sprache sowie technische Probleme erschweren die Nutzung. Wer sowieso keine Lust auf seine Steuererklärung hat, sollte ein paar Euro investieren und eine kommerzielle Software nutzen.

Urteil unserer Leser:  Gefallen findet vor allem der Preis der Software, klar, sie ist kostenlos. Ansonsten loben die Nutzer aber auch die Datenübernahme aus dem Vorjahr und die einfache Bedienung. Die Erläuterungen reichen ihnen aber nicht aus, so dass die Software nur geeignet sei, wenn man sich schon etwas auskenne.

Preis der Software: Kostenlos, Download auf www.elster.de/elfo_home.php

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 13.06.2011, 12:21 UhrAnonymer Benutzer: Bernd Echost

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    leider ist ihre Recherche und daraus der bericht zu der "gratis" Software ELSTER aus dem Hause der bundesrepublik Deutschland nach meiner Meinung spärlich, denn diese Software sollte zwar das Ziel der Steuererklärung-Erleichterung haben, es war ein Wunschdenken.
    Teuer entwickelt, installationsprobleme haben Sie selber festgestellt, im Handling kompliziert und unverständlich für den steuerlichen Laien.
    Updates sind teilweise mit Fehlern belastet, welche dann ein Chaos anrichten können, mit der Folge von Datenverlusten.
    Richtig bemerkt: Diese Software dient nicht der gerechten besteuerung, da dieses Programm nicht hilft, sondern die Unwissendheit des User nutzt, somit erstellt man sich sicherlich eine Steuererstattung zum eigenen Nachteil.
    Es muss schon einen Grund geben, warum dieser schwarz/weiße diebische Räuber als Namengeber und Symbol im Logo steht.
    Der Pechvogel ist dann der Steuerzahler.

    Zitat:
    "Um eine Einkommensteuererklärung abgeben zu können, muss man Philosoph sein. Es ist zu schwierig für einen Mathematiker."
    Albert Einstein

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