Steuer-Software-Test: Quick-Steuer stellt Geduld auf die Probe

Steuer-Software-Test: Quick-Steuer stellt Geduld auf die Probe

Einfach und schnell will Quick-Steuer sein, doch dieses Versprechen hält die Software nicht. Die Verständlichkeit ist zwar gut, die Bedienung aber nicht immer einfach. Und schnell sind Installation und Programmstart im Test auch nicht.

Wenn es einmal losgeht, ist der erste Eindruck aber positiv: Die Oberfläche von Quick-Steuer sieht aufgeräumt aus. Im Test brauchte es dennoch ein wenig, bis wir uns zurecht finden. Das liegt vielleicht daran, dass die Software sich bei der Eingabe (der Modus nennt sich Quick-Lotse) stark von der gängigen Formularoptik entfernt.

In den einzelnen Kapiteln sind jeweils nur relativ wenige Angaben zu machen. Das erweckt den Eindruck, als sei die Eingabe besonders komfortabel. Doch entsprechend viele verschiedene Kapitel muss der Nutzer abarbeiten. Immerhin erlauben ein kurzes Vorab-Interview und kurze Check-Listen bei einzelnen Themengebieten nur jene Eingabefelder anzuzeigen, die für den Nutzer relevant sind.

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Unpraktisch ist hingegen die Kapitelanzeige zur Orientierung, über die der Nutzer direkt ein Themengebiet, etwa die Kapitaleinkünfte oder die Werbungskosten, auswählen kann. Andere Steuer-Programme blenden diese Übersicht meist am linken Bildschirmrand ein, da die Liste der Kapitel und Unterkapitel schnell recht lang wird. Bei Quick-Steuer befindet sich die Übersicht am unteren Bildschirmrand, so dass in der normalen Ansicht nur ein kleiner Ausschnitt zu sehen ist. Das macht die Orientierung schwer. Zwar lässt sich diese Anzeige vergrößern, verdeckt dann aber alle restlichen Eingabebereiche.

Schwierige Orientierung nicht das einzige Problem

Die Orientierung fällt anfangs schwer, doch daran könnte man sich gewöhnen.  Deutlich störender ist es noch, dass die Sprache oft sperrig, die Bedienung unpraktisch ist. Meist zeigt sich das in Details. Schon bei den persönlichen Angaben will das Programm den „Religionsschlüssel laut Lohnsteuerkarte“ wissen, anstatt ein Auswahlmenü anzubieten, über das sich die Antwort (z.B. nicht kirchensteuerpflichtig, evangelisch, römisch-katholisch usw.) direkt auswählen lässt. Immerhin verlinkt die „Hilfe“-Anzeige am rechten Bildschirmrand direkt auf die Frage „Welches ist der Religionsschlüssel?“  Das ginge aber einfacher.

Wenn ein Nutzer die Daten einer Dienstreise angibt und dabei die Jahreszahlen weglässt, ersetzt das Programm diese mit 2009, obwohl sich die gesamte Steuererklärung ja auf das Jahr 2008 bezieht. Zwar erscheint dann eine Fehlermeldung  („Das eingegebene Datum ist zu groß“) – aber auch dies ließe sich deutlich eleganter lösen. Andere Programme, etwa die Steuer-Spar-Erklärung ersetzen die Jahreszahl bei solchen Eingaben durch die logische Angabe, also 2008.

Wer während oder am Ende seiner Eingaben die Daten speichern möchte, findet nicht etwa einen Menüeintrag „Erklärung speichern“, sondern muss sich erst über die Einträge Datensicherung, Sicherung zur entsprechenden Funktion vorarbeiten. Wer eine angelegte und passwortgeschützte Steuererklärung erneut laden will, wird nach dem Passwort für den Mandanten gefragt. Das soll vielleicht Seriosität erwecken, wirkt aber unfreiwillig komisch.

Tipps und Infos gut eingebunden

Positives gibt es aber auch zu berichten: Während die Orientierung bei Quick-Steuer oft schwerfällt, sind Erklärungen meist mustergültig verlinkt. So ist die Frage nach einer eventuellen Gütergemeinschaft mit dem Partner direkt mit einem Link hinterlegt, wer darauf klickt, bekommt direkt das Hilfe-Kapitel zu verschiedenen Güterständen angezeigt.  Diese Möglichkeit, Erläuterungen direkt aufzurufen, ist sehr hilfreich. 

Positiv fiel im Test auch auf, dass das Programm nicht nur direkt verwertbare Erläuterungen anbietet, sondern auch Hintergrundwissen.  So leuchtet in der rechten Bildschirmspalte während der Eingabe der persönlichen Daten etwa die Frage auf „Ist das Geburtsdatum wichtig?“, bei der Eingabe von Kapitaleinkünften steht dort „Was sind Kapitaleinkünfte?“ oder auch „Was sind Werbungskosten?“. Wer sich mit Steuerfragen nicht besonders gut auskennt, wird die ein oder andere wertvolle Erklärung erhalten.

Fazit zu Quicksteuer 2009

Urteil unseres Praxistests:  Quick-Steuer nimmt den Mund sehr voll. "Schnell und einfach" soll die Steuererklärung damit sein. Um dieses Versprechen wahr zu machen, müssten die Programmierer die Installation und das Laden einer angelegten Steuererklärung beschleunigen. Die Eingabe der eigentlichen Steuer-Daten gelingt aber weitgehend gut. Erklärungen und Ratschläge sind in der Regel einfach zu finden. Minuspunkte gibt es für die unpraktische Benutzeroberfläche, die dem Nutzer die Orientierung schwermacht.

Urteil unserer Leser: In Sachen Nutzerzufriedenheit schließt das Programm im guten Mittelfeld unserer Leser-Umfrage ab. Dabei gehen die Meinungen oft auseinander: Einige Nutzer loben die Bedienerfreundlichkeit, andere wiederrum finden den Aufbau kompliziert und umständlich. Den Nutzern der "Deluxe"-Version (im Test war die Standard-Version) gefallen außerdem die Erklär-Videos.

Preis der Software: ab 11,95 Euro im Internet-Versandhandel, der Download für 14,99 Euro ist auf der Herstellerseite (springhin.de/quicksteuer) zu finden

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