Steuererklärung: Notausgang für die Last-Minute-Abgabe

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Steuererklärung: Der Notausgang für die Last-Minute-Steuererklärung

von Niklas Hoyer

Muss ich überhaupt? Und wenn ja: Wie schaffe ich die Steuererklärung in nicht einmal zwei Wochen? Antworten auf die drängendsten Fragen rund um die Steuererklärung vor der Abgabefrist Ende Mai.

Der 31. Mai naht - und damit die Abgabefrist für die Steuererklärung. Eigentlich ist es jährliche Routine und doch kommen jedes Jahr wieder viele Fragen auf: Kann ich mir die lästige Pflicht nicht schenken? Wie bekomme ich mehr Zeit? Wir liefern die wichtigsten Antworten und geben Ihnen mit unserem "Notausgang" für die Last-Minute-Steuererklärung das nötige Wissen und Handwerkszeug.

Gilt die Ende-Mai-Frist für mich?

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Wie so oft im Steuerrecht lautet die Antwort: Es kommt drauf an. Die Frist 31. Mai greift nur, wenn Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Diese Pflicht besteht etwa dann, wenn jemand bei mehreren Arbeitgebern tätig war, einen Verlustvortrag aus den Vorjahren hat oder über 410 Euro steuerpflichtige Nebeneinkünfte beziehungsweise Arbeitslosen-, Kranken-, Kurzarbeiter- oder Elterngeld bezogen hat. Auch Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, die die Steuerklassen III und V oder IV mit Faktor gewählt haben, müssen eine Steuererklärung abgeben.

Die Pflicht besteht auch bei Steuerzahlern, die bei Einkünften über 11.000 Euro (bei Ehepaaren 20.900 Euro) Freibeträge auf ihrer Lohnsteuerkarte eingetragen haben. Gleiches gilt, wenn Sie eigentlich abgeltungsteuerpflichtige Kapitalerträge erzielt haben, auf die bislang aber noch keine Abgeltungsteuer abgeführt worden ist.

Wer muss eine Einkommensteuererklärung machen?

  • Keine Pflicht zur Steuererklärung

    Alleinstehende Arbeitnehmer, die nur bei einem Arbeitgeber beschäftigt sind, müssen in der Regel keine Steuererklärung abgeben. Das ändert sich, wenn ...

  • Nebeneinkünfte

    - wenn Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro pro Jahr erzielt wurden.

  • Mehrere Arbeitgeber

    - der Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt ist oder war.

  • Gesamtbetrag der Einkünfte über 8.130 Euro

    - keine Einkünfte aus einer Arbeitnehmertätigkeit mit Lohnabzug erzielt wurden, aber der Gesamtbetrag der Einkünfte bei einem Ledigen im Jahr 2016 beispielsweise durch eine Rente über 8.652 Euro liegt.

  • Lohnersatzleistungen

    - Lohnersatzleistungen wie beispielsweise Arbeitslosen- und Elterngeld über 410 Euro pro Jahr bezogen wurden.

  • Freibetrag eingetragen

    - auf der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen wurde (– beispielsweise ein Freibetrag für Werbungskosten) und der Arbeitslohn über11.000 Euro liegt (20.900 Euro für zusammen veranlagte  Ehegatten)

  • Ehegatte in Steuerklasse V oder VI

    - der Arbeitnehmer verheiratet ist und einer der Ehegatten nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde.

  • Besteuerung nach Faktorverfahren

    - der Arbeitnehmer verheiratet ist und die Ehegatten nach dem sogenannten Faktorverfahren besteuert wurde.

  • Sonstige Bezüge nicht einbezogen

    - der Arbeitnehmer nacheinander bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt war und ein Arbeitgeber einen sonstigen Bezug (beispielsweise Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Abfindungen) versteuert hat, bei dem der Arbeitslohn beim anderen Arbeitgeber nicht mit einbezogen wurde.

  • Scheidung

    - der Arbeitnehmer geschieden wurde – oder der Ehegatte gestorben ist – und er im gleichen Jahr wieder geheiratet hat.

  • Verlustvortrag

    - zum Ende des Vorjahres ein sogenannter Verlustvortag festgestellt wurde – beispielsweise Verluste aus Vermietung und Verpachtung.

Was passiert, wenn ich die Frist nicht einhalte?

Landet die Steuererklärung unentschuldigt zu spät beim Finanzamt, kann es teuer werden. Zwar greift bislang kein automatischer Verspätungszuschlag. Dieser ist zwar gesetzlich beschlossen (25 Euro pro angefangenem Monat Verspätung), aber er gilt erst für die Steuererklärung für das Jahr 2018. Im Gegenzug haben Steuerzahler in Zukunft dann generell auch zwei Monate mehr Zeit für die Steuererklärung.

Aber, wie gesagt, das gilt erst, wenn 2019 die Steuererklärung für 2018 abgegeben werden muss. Noch gelten folgende Regeln: Zunächst schickt das Finanzamt eine Mahnung und setzt eine neue Frist. Liegt die Steuererklärung auch dann noch nicht vor, schätzt der Bearbeiter das Einkommen und verschickt einen Steuerbescheid. Darüber hinaus drohen bis zu zehn Prozent Verspätungszuschlag auf die Steuer - maximal 25.000 Euro. Bei besonders langem Verzug können Zinsen anfallen.

Wie bekomme ich mehr Zeit?

Grundsätzlich mehr Zeit bekommen alle, die zwar eine Steuererklärung abgeben müssen, dabei aber auf die Unterstützung von Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein setzen: In diesem Fall muss die Steuererklärung für 2016 dem Finanzamt erst Ende 2017 vorliegen.

Als Abgabezeitpunkt gilt generell nicht der Poststempel, sondern die Abgabe beim Finanzamt. Wer spät dran ist, kann die Unterlagen also noch unmittelbar vor Fristablauf direkt abgeben oder die Steuererklärung elektronisch mit digitaler Unterschrift einreichen. Die zugehörigen Belege dürfen dann auch noch nach Fristablauf eingereicht werden.

Mit dem nötigen Wissen holen sich Steuerzahler mehr Geld zurück. Die besten Tipps - ob Angestellte, Paare, Familien, Studenten, Rentner, Mieter, Vermieter, Versicherte oder Anleger.

Alle Steuerzahler, die nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, etwa weil sie als Alleinstehende nur Einkommen in Steuerklasse I von einem Arbeitgeber erhalten haben, können ihre Steuererklärung freiwillig abgeben. Dafür haben sie vier Jahre lang Zeit. Die Steuererklärung für 2016 darf in diesem Fall also noch bis Jahresende 2020 eingereicht werden.

Wenn Sie hingegen eine Steuererklärung abgeben müssen und dabei nicht von Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein unterstützt werden, gilt in der Regel die Frist Ende Mai (siehe erste Frage). Eine Ausnahme können Steuerpflichtige in Nordrhein-Westfalen und in Bayern nutzen: Registrieren sie sich auf www.elster.de und geben ihre Steuererklärung dann elektronisch und authentifiziert ab, bekommen sie zwei Monate mehr Zeit. Statt Ende Mai muss die Steuererklärung dann erst Ende Juli vorliegen.

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