Steuerhinterziehung: Fax an das Finanzamt noch am gleichen Abend

Steuerhinterziehung: Schwarzgeld-Schmuggler fliegen massenhaft auf

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Fax an das Finanzamt noch am gleichen Abend

Erkennungsmarke der Steuerfahndung Quelle: dpa
Fliegen Schwarzgeld-Schmuggler auf, wird das zuständige Finanzamt umgehend informiert Quelle: dpa

Zahlreiche Griechen geschnappt

Für Reisende beginnt nach der Zollkontrolle deshalb meist ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit. Denn nur, wenn sie eine Selbstanzeige abgeben, bevor die Kontrollmitteilung beim Finanzamt eintrifft, können sie eine empfindliche Strafe wegen Steuerhinterziehung vermeiden. Wer aus Norddeutschland kommt, hat dafür meist ein paar Tage Zeit – für süddeutsche Steuersünder tickt die Uhr dagegen schneller.

„Zu einigen Finanzämter im Süden haben wir einen direkten Draht“, berichtet ein Zöllner, der an der Schweizer Grenze aktiv ist. „Bisweilen faxen wir die Kontrollmitteilungen dann noch am selben Abend rüber.“ Sobald das Fax eingetroffen ist, gilt die Tat als „entdeckt“, wodurch eine strafbefreiende Selbstanzeige nicht mehr möglich ist.

Für Finanzbeamte sind die Zöllner also zunehmend wichtige Lieferanten. Und nicht nur deutsche Steuerfahnder profitieren: Wenn die Kontrolleure einen Ausländer mit hohen Bargeldsummen erwischen, informieren sie die Behörden in seiner Heimat. Im vergangenen Jahr leisteten sie auf diese Weise auch einen Beitrag zur Lösung der griechischen Schuldenkrise. „Wir haben auffällig viele griechische Staatsbürger geschnappt, die ihr Vermögen aus der Schweiz rausschaffen wollten“, berichtet ein Zöllner.  

Guter Start ins neue Jahr

Es sieht nicht so aus, als würde der Bargeldschmuggel abebben: Vor wenigen Tagen erwischten Bargeldkontrolleure am Grenzübergang Bietingen fünf Deutsche mit insgesamt 230 000 Euro Bargeld. Anfang Februar entdeckten Lindauer Zöllner während einer konzertierten Kontrollaktion immerhin 125.000 Euro Bargeld. Zudem fanden sie bei 14 Personen Kontounterlagen oder andere Hinweise auf Auslandsvermögen in Höhe  von sechs Millionen Euro.

Recht

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Auch in diesen Fällen wurden die Finanzämter der Betroffenen informiert. „Es scheint auch weiterhin sehr viel Bargeld unterwegs zu sein“, sagt Kohlmann vom Hauptzollamt Ulm. Er ist sicher: Sollte demnächst eine weitere Daten-CD auftauchen oder eine Ratifizierung des Steuerabkommens näher rücken, wird die Zahl der Bargeldfunde nochmals steigen.

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