Steuerlast optimieren: Auf zum großen Steuersparfinale

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Steuerlast optimieren: Auf zum großen Steuersparfinale

von Andreas Toller

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wer jetzt noch Ausgaben tätigt, die er später bei der Steuererklärung absetzen kann, optimiert auf elegante Weise seine Steuerlast. Ein Ratgeber für den Jahresendspurt.

An Silvester verpulvern die Deutschen wieder einen dreistelligen Millionenbetrag. Doch leider lassen sich Kracher und Kometenschweif steuerlich nicht geltend machen – jedenfalls nicht von Privatleuten. Ein wahres Feuerwerk für Steuersparer lässt sich dennoch entfachen. Dazu müssen Steuerzahler nur ihre Ausgaben bis zum Jahresende sinnvoll planen. „Beim Jahresendspurt ist richtig viel Geld rauszuholen“, sagt etwa Martina Bruse vom neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine.

Wer also seine Steuerlast für 2012 möglichst noch senken möchte, sollte seine Möglichkeiten dazu schnell und systematisch prüfen, damit in den wenigen Wochen bis zum Jahresende auch alle Maßnahmen unter Dach und Fach sind. Arbeitnehmer, Rentner, Anleger oder Hausbesitzer etwa haben eine Reihe von Möglichkeiten, schon jetzt die Höhe der absetzbaren Beträge noch bis zum Jahresende zu beeinflussen. Für Steuersparer ist es also Zeit für einen Endspurt.

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Grob überschlagen

Um herauszufinden, ob und wo Steuerzahler jetzt noch den Sparhebel ansetzen können, ist zunächst eine Bestandsaufnahme nötig. Arbeitnehmer sollten daher zunächst prüfen, ob die Summe ihrer Werbungskosten für das Steuerjahr 2012 den vom Finanzamt immer gewährten Arbeitnehmerpauschalbetrag von 1000 Euro übersteigt. Zu den Werbungskosten zählen etwa die Fahrten zur Arbeit, Fachliteratur, Bewerbungskosten oder Arbeitsmittel wie Laptop oder Druckerpatronen.

Das sind die wichtigsten Formulare

  • Mantelbogen

    Der Mantelbogen bildet die Basis der Einkommensteuererklärung. Hier tragen Steuerpflichtige auf vier Seiten allgemeine Informationen zu ihrer Person ein und geben Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und weitere Steuerermäßigungen an.

  • Anlage N

    Detaillierte Angaben zum Einkommen sowie Werbungskosten können in der Anlage N vermerkt werden. Für viele Arten von Werbungskosten gibt es hier separate Felder, beispielsweise für die Entfernungspauschale, Fortbildungskosten und Aufwendungen für Arbeitsmittel.

  • Anlage Kinder

    Mit dieser einseitigen Anlage können beispielsweise erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten geltend gemacht werden. Für jedes Kind muss eine eigene Anlage abgegeben werden.

  • Anlage Vorsorgeaufwand

    Hier können Steuerzahler Vorsorgeaufwendungen angeben. Dazu zählen Beiträge zur Altersvorsorge und zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

  • Anlage AV

    Für Angaben zu Riester-Verträgen dient die einseitige Anlage AV.

Auch bei den „außergewöhnlichen Belastungen“ gilt, zunächst eine Hürde zu nehmen. Denn beispielsweise Krankheitskosten, die der Steuerpflichtige selbst getragen hat, akzeptieren die Steuerbehörden nur dann als außergewöhnlichen Belastungen, wenn sie einen zumutbaren Eigenanteil übersteigen. Diese „Zumutbarkeitsgrenze“ liegt abhängig vom Familienstand und der Höhe der Einkünfte bei einem bis sieben Prozent der steuerrelevanten Einkünfte. Ein alleinstehender Rentner etwa mit einem Einkommen von 40.000 Euro im Jahr muss also schon Krankheitskosten von mehr als 2400 Euro nachweisen, damit das Finanzamt die Ausgaben überhaupt als steuermindernd akzeptiert. Der Betrag entspricht sechs Prozent der Einkünfte. Ein Ehepaar drei Kindern und ebenfalls einem Haushaltseinkommen von 40.000 Euro erreicht die Zumutbarkeitsgrenze hingegen schon bei Ausgabe in Höhe von 400 Euro.

Wenn der Steuerberater einen Fehler macht

  • Richtig informieren

    Der Steuerberater muss seine Versicherung unbedingt rechtzeitig informieren. Nämlich spätestens innerhalb einer Woche nach Eintritt des Maleurs, das die Haftpflichtansprüche zur Folge haben könnte. Das bedeutet, die Haftpflichtversicherung darf nicht erst einbezogen werden, wenn die Klage eingereicht wurde, sondern schon dann, wenn der Fehler erkannt wurde.

  • Achtung Verjährung

    Innerhalb von drei Jahren, gerechnet ab dem Zeitpunkt, zu dem der Fehler erkannt wurde, muss der Schaden grundsätzlich geltend gemacht werden.

  • Einspruch prüfen

    Noch besser ist es, wenn der Schaden innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheides erkannt wird. Denn kann Einspruch eingelegt und der dem Steuerzahler entstandene Schaden sofort minimiert werden.

  • Vergleich schließen

    Liegt der Fehler wirklich beim Steuerberater und ist das auch sehr leicht zu beweisen, bietet sich ein außergerichtlicher Vergleich an. Das spart Gerichtskosten. Allerdings muss hier auch die Versicherung mitspielen. Sonst sieht es eher schlecht aus.

Für Arbeitnehmer, die diese Hürden locker nehmen, zahlt sich jeder weitere vom zu versteuernden Einkommen absetzbare Euro bei der Steuererklärung für 2012 aus. Wer aber alle Werbungskosten zusammenkratzt und unter den 1000 Euro bleibt, bekommt trotzdem die Pauschale bei der Steuererklärung vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Die Suche nach weiteren Werbungskosten wäre also steuerlich ohne Effekt.

Allerdings erreichen viele Arbeitnehmer die 1000-Euro-Grenze schon aufgrund der Tatsache, dass sie eine längere Anfahrt zur Arbeitsstätte haben. Auch wer ein Arbeitszimmer absetzen kann oder hohe Fortbildungskosten hatte, hat gute Chancen. Wird die Grenze sicher erreicht, kann die Suche nach Optimierungspotenzial losgehen.

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