Steuervorteil sichern: Wie der Computer das Kindergeld rettet

Steuervorteil sichern: Wie der Computer das Kindergeld rettet

, aktualisiert 29. November 2011, 11:55 Uhr
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Wer für die Ausbildung oder das Studium einen Computer braucht, kann den von der Steuer absetzen.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Zum letzten Mal müssen Eltern und ihre volljährigen Kinder jetzt die Einnahmen und Ausgaben genau nachrechnen. Ab 2012 gibt es das Kindergeld unabhängig vom Einkommen des Nachwuchses.

Ein Euro zu viel verdient und schon ist das gesamte Kindergeld für 2011 futsch. Die staatliche Förderung gibt es zwar auch dann, wenn der Nachwuchs schon volljährig ist und in der Ausbildung eigenes Geld verdient – aber nur, wenn die Einkünfte nicht über 8.004 Euro liegen. „Jetzt ist die richtige Zeit für einen Kassensturz“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Eltern sollten mit ihren Kindern genau auflisten, wie viel diese verdient haben, wie hoch die Zinseinkünfte bei der Geldanlage sein werden und welche Ausgaben dem gegenüber stehen.

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Die Einkünfte des Kindes sinken, wenn Ausgaben wie Berufskleidung, Arbeitsmittel, Fachliteratur oder auch die Kosten für Versicherungen berücksichtigt werden. „Erhält das Kind eine Ausbildungsvergütung oder ist bei einem Studentenjob angestellt, können pauschal 1.000 Euro pro Jahr als Werbungskosten abgezogen werden“, sagt Klocke. Dafür müssen keine Belege eingereicht werden.

Wer trotz dieses Arbeitnehmerpauschbetrags von 1.000 Euro noch auf Einnahmen von mehr als 8.004 Euro kommt, sollte genau ausrechnen, ob er noch weitere Werbungs- und Ausbildungskosten geltend machen kann und dadurch doch unter den Grenzbetrag von 8.004 Euro rutscht.

„Generell mindert jeder Euro, der für Arbeitsmittel und Ähnliches ausgegeben wird, das Einkommen um einen Euro“, sagt Klocke. Eine Ausnahme gibt es jedoch bei der Anschaffung eines Computers. War dieser teurer als 410 Euro, muss er über drei Jahre abgeschrieben werden. Wer jetzt noch einen Computer im Wert von 900 Euro kauft, kann davon für das laufende Jahr also nur 300 Euro geltend machen.

„Relativ hohe Abzüge erhält man aber schon, indem man den Arbeitsweg berücksichtigt“, sagt Klocke, denn für jeden sogenannten Entfernungskilometer, den das Kind zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zurücklegt, kann es 30 Cent anrechnen. „Dabei spielt es keine Rolle, ob man für den Weg das eigene Auto nutzt, mit dem Bus fährt oder zu Fuß geht“, so die Steuerexpertin.

Daneben können beispielsweise auch die Kosten für Kursfahrten oder Auslandssemester berücksichtigt werden. „Die Aufwendungen müssen jedoch mit der Ausbildung zusammen hängen, eine private Vergnügungsfahrt kann nicht abgesetzt werden“, sagt Klocke.


Ab 2012 wird vieles einfacher

Die Belege für ihre Ausgaben sollte Steuerzahler immer gut aufheben. Sie müssen zwar nicht grundsätzlich mit der Steuererklärung eingereicht werden, das Finanzamt macht aber stichprobenartige Kontrollen. Der Kontoauszug reicht als Beleg nicht aus, denn darauf ist meist nicht erkennbar, was genau gekauft wurde.

Ab nächstem Jahr wird vieles einfacher. Wie heute schon bei minderjährigen Kindern, spielt es dann auch bei volljährigen keine Rolle mehr, wie viel sie in der Ausbildung selbst verdienen.

Solange sie die Ausbildung noch nicht abgeschlossen haben und noch nicht 25 Jahre alt sind, bekommen die Eltern auf jeden Fall Kindergeld. „Das können Eltern auch für ein selbstgemachtes Familiensplitting nutzen“, sagt Klocke. Wer Vermögen auf den Namen seines Kindes anlegt, muss dafür selbst keine Steuern zahlen, sondern profitiert von dem Freibeitrag in Höhe von 801 Euro und einem geringeren Steuersatz des Kindes. Das Geld und die anfallenden Erträge gehören dann aber auch tatsächlich dem Kind.

Künftig können Eltern noch mehr Geld auf den Namen ihrer volljährigen Kinder anlegen, denn sie müssen nicht mehr fürchten, dass sie aufgrund hoher Zinseinnahmen das Kindergeld verlieren. „Voraussetzung für das selbst gemachte Familiensplitting ist aber, dass die Übertragung des Vermögens zivilrechtlich wirksam vorgenommen wurde“, sagt Klocke. Die Eltern müssen ihr Vermögen also tatsächlich auf die Kinder übertragen.

Im Zweifel sollte ein Rechtsanwalt oder Steuerberater um Rat gefragt werden, denn bei sehr hohen Beträgen kann der Vorteil durch die Schenkungssteuer wieder aufgehoben werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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