Steuerwettbewerb: Steuervorteile für ehrliche Anleger

Steuerwettbewerb: Steuervorteile für ehrliche Anleger

Bild vergrößern

Manager, die regelmäßig zu ausländischen Tochtergesellschaften reisen, können zum Teil dortige Steuervorschriften für sich nutzen.

Ohne Bankgeheimnis müssen sich ehemalige Steueroasen dem weltweiten Wettbewerb um Kundenvermögen stellen. Warum es nun für ehrliche Steuersparer leichter wird.

Das Vorbild heißt Irland. Als die Iren 2003 Steuervorteile für ausländische Gesellschaften abschaffen mussten, weil die übrigen EU-Staaten einen unzulässigen Steuerwettbewerb reklamierten, reagierten sie kreativ: Statt die Steuern für Auslandsfirmen zu erhöhen, senkten sie kurzerhand den Steuersatz für alle Unternehmen auf 12,5 Prozent. Damit hielten sie sich peinlich genau an die Forderung, inländische und ausländische Gesellschaften gleichzubehandeln. Doch anders als von den großen EU-Staaten erhofft, verschärften sie den Steuerwettbewerb in Europa.

Einige Finanzzentren gehen jetzt ganz ähnlich vor: Mit dem Bankgeheimnis schaffen sie einen heftig kritisierten Vorteil für Ausländer ab – und verschärfen gleichzeitig den durchaus legalen Wettbewerb um Kapital. Kein Wunder: Da der Zustrom von Schwarzgeld künftig ausbleiben dürfte, sind die Steuerparadiese darauf angewiesen, mehr Geld von rechtschaffenen Investoren anzulocken – zum Beispiel, indem sie die Steuersätze für Unternehmer und deren ausländische Mitarbeiter sowie für reiche Ruheständler senken.

Anzeige

Weißgeld statt Schwarzgeld anlocken

Liechtenstein hat Ende Januar bereits angekündigt, die Erbschaft- und Schenkungsteuer komplett abzuschaffen und die Unternehmensbesteuerung massiv zu vereinfachen. Statt bis zu 20 Prozent müssen Firmen künftig nur noch pauschal 12,5 Prozent „Ertragsteuer“ überweisen. Abgaben auf das eingezahlte Eigenkapital und auf Dividenden fallen weg. Die Schweiz überlegt derzeit, niedrige Steuersätze für bestimmte Holdings allen Holdinggesellschaften zu gewähren.

Weißgeld statt Schwarzgeld anlocken heißt die Devise. Von den zu erwartenden Steuersenkungen können aber nicht nur Privatleute oder Unternehmer profitieren, die einen Umzug in Kauf nehmen. Zwar gilt das Prinzip: Wer seinen Hauptwohnsitz in Deutschland hat, muss seine Einkünfte nach den hiesigen Vorschriften versteuern – egal, woher sie stammen.

Aber es gibt einige Ausnahmen, zum Beispiel den „Salary Split“: Manager deutscher Unternehmen, die regelmäßig Tochtergesellschaften ihres Arbeitgebers in einem Niedrigsteuerland besuchen, können auch mit den dortigen Töchtern einen Arbeitsvertrag abschließen (siehe WirtschaftsWoche 8/2009). Dann gelten für einen Teil ihres Gehalts die dortigen Steuervorschriften – ein ganz legales Steuersparmodell, das sich unter deutschen Führungskräften einer wachsenden Beliebtheit erfreut.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%