S&K-Pleite: Was wusste der TÜV Süd? Mitarbeiter kritisierten Prüfverhalten intern

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Die S&K Gruppe hatte für geschlossenen Fonds mit Bescheinigungen des TÜV geworben.

von Melanie Bergermann

Mitarbeiter des TÜV Süd haben neun Monate vor dem Zusammenbruch der S&K-Gruppe das Prüfgebaren des TÜV heftig kritisiert.

Das geht aus internen Unterlagen hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegen. Der TÜV Süd, der offiziell behauptet, bei der Überprüfung von Immobilientransaktionen der Pleite-Gruppe keine Fehler gemacht zu haben, gerät damit in Erklärungsnot.

Die S&K Gruppe hatte für geschlossene Fonds mit Bescheinigungen des TÜV geworben. Die Prüfer bestätigten der Gruppe unter anderem zwischen Januar 2006 und Mai 2011 Immobilien im Wert von rund 228 Millionen Euro erworben zu haben. „Der derzeitige Immobilienbestand der S&K-Gruppe hat einen Verkehrswert von 101 Millionen Euro“, heißt es in einem Schreiben weiter.

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Die Bescheinigungen des TÜV erweckten den Eindruck, das Unternehmen sei von unabhängiger Stelle geprüft worden, was bei Anlegern gut ankam. Heute bangen die Anleger um ihr Geld. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt wirft den S&K-Chefs vor, mit dem Geld der Anleger teilweise ihr Luxusleben finanziert zu haben. Die beiden Angeklagten streiten die Vorwürfe ab.

Nach dem Zusammenbruch der S&K-Gruppe stellte sich heraus, dass der TÜV sich nur auf Unterlagen von S&K stützte. Gegenüber der WirtschaftsWoche erklärte der TÜV, die von S&K vorgelegten Unterlagen seien „auftragsgemäß“ nicht auf ihre Richtigkeit hin überprüft worden. Es habe sich lediglich um ein „internes Audit“ gehandelt. Die Prüfer ziehen sich darauf zurück, kein Zertifikat oder Prüfzeichen vergeben zu haben, das von S&K kommunikativ hätte verwendet werden dürfen.

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Intern wird das Thema jedoch weitaus kritischer gesehen. In E-Mails, die der WirtschaftsWoche vorliegen, räumt eine Führungskraft bereits neun Monate bevor die S&K-Chefs verhaftet wurden und die Anleger vom Betrugsverdacht erfuhren, schwerwiegende Versäumnisse ein. Er bezeichnet die Prüfung der eigenen Kollegen darin als „so dünn, dass es fast peinlich ist.“ Ein anderer Mitarbeiter schreibt im Mai 2012 an eine Gruppe, die den Vorgang prüfen sollte: „Wir laufen Gefahr, dass Anleger auf TÜV SÜD vertrauen und uns am Ende verantwortlich machen, wenn der geschlossene Immobilienfonds Probleme hat!“

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