Tausende Anleger geprellt: Prozess um vorgetäuschte Goldgeschäfte

Tausende Anleger geprellt: Prozess um vorgetäuschte Goldgeschäfte

, aktualisiert 07. Juni 2016, 18:47 Uhr
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Knapp 55 Millionen Euro sollen mutmaßliche Betrüger über vorgetäuschte Gold-Geschäfte von gutgläubigen Anlegern ergaunert haben.

Quelle:Handelsblatt Online

Goldgeschäfte in Millionenhöhe sollten Tausenden Anlegern kräftige Gewinne bringen. Doch daraus wurde nichts: Statt Goldbarren kauften sie minderwertige Dummys. In Berlin kommen die mutmaßlichen Betrüger nun vor Gericht.

BerlinKnapp 55 Millionen Euro sollen mutmaßliche Betrüger mit vorgetäuschten Goldgeschäften von gutgläubigen Anlegern ergaunert haben. Sie sollen vorgegeben haben, Goldbarren zu kaufen und gewinnbringend anzulegen. Doch gab es stattdessen größtenteils Dummys aus minderwertigem Material mit einem hauchdünnen Überzug aus Gold.

Rund 6000 Anleger sollen geprellt worden sein. Am Landgericht Berlin beginnt am Donnerstag der Betrugs-Prozess gegen fünf Männer und eine Frau. Vier von ihnen sollen als Bande agiert haben, zwei als Helfer.

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Die Angeklagten im Alter von 46 bis 67 Jahren sollen die Goldgeschäfte nie realisiert haben. Das unter dem Dach der Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung eingesammelte Geld soll vielmehr in die eigenen Taschen sowie in Provisionen geflossen sein – etwa für den Bau einer Villa im Ausland.

Laut Anklage hatten drei der Angeklagten von Herbst 2011 an extra eine Unternehmens- und Vertriebsstruktur für Anleger vermeintlich sicherer Goldanlageprodukte aufgebaut. Unter den Beschuldigten sind auch ein Rechtsanwalt sowie ein Steuerberater. Sie sollen behauptet haben, die Geschäfte seien geprüft und sicher.

Um Wirtschaftsprüfer und Anleger zu täuschen, soll einer der Angeklagten in China extra die Herstellung goldglänzender Barren in Auftrag gegeben haben – etwa 3,6 Tonnen Dummys für 309.000 Euro laut Ermittlungen. Diese sollten laut Anklage einen Wert von 122 Millionen Euro vortäuschen.

Von September 2011 bis Februar 2015 seien Kunden mit Hochglanzprospekten und einer Vielzahl von Vermittlern gelockt worden. Beträge zwischen 130,95 Euro und 200.000 Euro seien angelegt worden. Das Falschgold war im Vorjahr bei einer großen Razzia in einer Villa im Stadtteil Zehlendorf beschlagnahmt worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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