Überschuldung: Letzter Ausweg Privatinsolvenz

Überschuldung: Letzter Ausweg Privatinsolvenz

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Notausgang-Schilder

Wie Überschuldete den Bankrott verhindern - oder im schlimmsten Fall mit der Privatinsolvenz abwickeln können.

Ob aus Scham oder Stolz: Wer pleite ist, der will meist nicht darüber reden. Das ist nachvollziehbar, führt jedoch dazu, dass überschuldete Privatpersonen oft immer tiefer in ihre Schulden versinken anstatt frühzeitig Hilfe zu suchen. Betroffene berichten dann später, wie sie sich zunehmend von der Gesellschaft abkapselten und sich kaum mehr aus dem Haus wagten. Die wachsenden Schulden verdrängten sie und verloren bald vollends den Überblick. Das Ergebnis: Mehr als 80 Prozent aller Pleitekandidaten suchen erst so spät die Schuldnerberatung auf, dass ihnen dann nur noch der Weg in die Insolvenz bleibt.

Damit es nicht so weit kommt, raten Experten einvernehmlich dazu, sich auch bei kleineren Problemen an die Schuldnerberatung zu wenden. Angeboten wird diese in den meisten Bundesländern von Verbraucherzentralen und kirchlichen Organisationen wie der Diakonie, in einigen Kommunen unterhält auch die Stadtverwaltung selbst eine Schuldnerberatung. „Viele Menschen glauben jedoch nicht daran, dass Ihnen in Beratungsstellen weitergeholfen werden könnte“, sagt Oliver Rieck von der Verbraucherzentrale Berlin. Ganz nach dem Motto: Meine eigenen Finanzen verstehe ich doch selbst am allerbesten. Dabei können die Berater zum Beispiel einen Überblick über die rechtliche Situation liefern oder dabei helfen, die Haushaltsausgaben so umzustellen, dass zumindest weitere Schulden vermieden werden.

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Vergleich mit den Gläubigern

Um selbstständig die Pleite abzuwenden, ist es zunächst wichtig, sich einen Überblick über Gläubiger und Schuldensummen zu verschaffen. „Das ist ein Stück Aufarbeitung und hilft, die eigene Notlage zu erkennen“, sagt Rieck.

Stellt sich dabei jedoch heraus, dass die Schulden zu groß sind, um abbezahlt zu werden, steht als letzter Ausweg der Gang in die Verbraucherinsolvenz offen. Dazu muss der Schuldner zunächst alle Gläubiger um eine Aufstellung der Schuldensumme bitten. Sind die Verbindlichkeiten zusammengezählt, bietet der säumige Zahler den Gläubigern einen Vergleich an. Dazu schlägt der Schuldner abhängig von seinem Vermögen eine meist sehr geringe Summe vor. Schon bei diesem Schritt ist die Unterstützung durch einen Anwalt oder die Beratungsstelle unumgänglich: Das Angebot muss eine feste Form und den Stempel einer anerkannten Stelle tragen, damit es im weiteren Verlauf des Verfahrens Geltung hat.

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