Uli Hoeneß muss vor Gericht: Der Schachzug der Räte

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Uli Hoeneß muss vor Gericht: Der Schachzug der Räte

von Peter Steinkirchner

In der Steuer-Affäre um Uli Hoeneß, den Präsidenten des FC Bayern München, reicht der prominent besetzte Aufsichtsrat des Bundesligisten den Druck nach der Anklageerhebung weiter an seinen Vorsitzenden. Vordergründig verfährt der FC Bayern dabei nach Gutsherrenart: Mia san mia – und uns kann keiner.

Nun also doch: Der Präsident des Tabellenführers der Fußball-Bundesliga muss vor Gericht erscheinen. Das Landgericht München hat jetzt die Anklage wegen Steuerhinterziehung gegen Uli Hoeneß zugelassen. Damit tickt die Uhr für den streitbaren Geist: Bereits im kommenden März soll der Prozess beginnen, angesetzt sind zunächst vier Verhandlungstage.

Doch die Uhr läuft nicht nur für den Ex-Stürmer, der als treibende Kraft den Münchner Vorzeigeverein sportlich und wirtschaftlich zu einer Ausnahmeerscheinung im deutschen Profi-Sport machte. Die Uhr läuft auch und vor allem für die Edel-Riege deutscher Top-Manager, die im Aufsichtsrat des FC Bayern sitzen und auf die der FC Bayern in guten Zeiten stets so stolz war. Schließlich sitzt in seinem Aufsichtsgremium eine wahre Phalanx von Spitzenkräfte, die in dieser Ballung manchem Dax-Konzern zur Ehre gereichen würden: Neben Adidas-Chef Herbert Hainer sieht hier Volkswagen-Lenker Martin Winterkorn, Audi-Boss Rupert Stadler und Telekom-Grande Timotheus Höttges nach dem Rechten.

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Lange duckten sich die Herren weg – noch sei ja keine Entscheidung in der Causa Hoeneß gefallen, noch sei ja nicht klar, ob Hoeneß wirklich vor Gericht erscheinen müsse. Bis dahin wolle man sich auch nicht zur Angelegenheit äußern. Das brachte den Promi-Managern reichlich Kritik ein. Nun jedoch müssten sie Farbe bekennen. Dafür sorgt das Münchner Landgericht. Hoeneß muss sich nun wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten; insgesamt geht es um 3,2 Millionen Euro.

Verdacht der Steuerhinterziehung Hoeneß muss vor Gericht

Der Präsident des FC Bayern, Uli Hoeneß, muss vor Gericht. Die Klage gegen ihn wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung wurde zugelassen.

Der Präsident des FC Bayern, Uli Hoeneß, muss vor Gericht. Nach Bild-Informationen wurde die Klage gegen ihn wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung zugelassen. Quelle: dpa

Zwar hatte Hoeneß hatte Mitte Januar bei den Finanzbehörden in Rosenheim Selbstanzeige eingereicht. Damals hatte er angegeben, Kapitalerträge auf einem Depotkonto bei der Zürcher Privatbank Vontobel nicht versteuert zu haben. Parallel dazu überwies der streitbare Bayern-Vormann eine Abschlagszahlung von zehn Millionen Euro. Doch die Selbstanzeige war offenkundig übereilt gestellt worden ­ und aus Sicht der Ermittler damit unwirksam. Ende Juli erhob die Staatsanwaltschaft dann Anklage gegen Hoeneß. Ein Haftbefehl war im März bereits gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von fünf Millionen Euro außer Kraft gesetzt worden. Kommt es für Hoeneß richtig übel, droht ihm bei einer Verteilung sogar eine Gefängnisstrafe. Der Bundesgerichtshof hatte 2012 bekräftigt, dass bei einer Steuerhinterziehung von mehr als einer Million Euro keine Bewährungsstrafe mehr möglich sein soll.

Hainer, Winterkorn und Co. haben die Zeit offensichtlich genutzt, sich eine Strategie für den Fall der Fälle zurechtzulegen und sich mit einem mit Gutachten zu wappnen. Statt daher nun Hoeneß, der nicht nur Präsident des Vereins ist, sondern auch selbst dem Aufsichtsrat vorsteht, wie vielfach erwartet den Rücktritt nahezulegen, schließen die Manager die Wagenburg um ihren Frontmann sogar auf den ersten Blick noch enger. Getreu dem Bayern-Motto „Mia san mia“ fahren sie ein Rechtsgutachten auf, wonach es im Ermessen des Gremiums liegt, Hoeneß einen Amtsverzicht nahezulegen oder nicht.

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