Umfrage: Immer mehr Manager sehen Korruption als Problem

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Umfrage: Immer mehr Manager sehen Korruption als Problem

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Deutsche Manager nehmen Korruption als verbreiteter wahr als noch vor zwei Jahren.

Korruption und unethisches Verhalten sind in Deutschland nach der Meinung vieler Manager auf dem Vormarsch, zeigt eine aktuelle Umfrage. Besonders eine Altersgruppe scheint damit wenig Probleme zu haben.

Bargeldbündel, die an Politiker überreicht werden, geschönte Bilanzen oder falsche Angaben an Behörden: Was nach Methoden in korrupten Ländern klingt, ist auch in Deutschland nach der Wahrnehmung von Managern ein größeres Problem. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Für den EMEIA Fraud Survey wurden 4100 Entscheidungsträger in 41 Ländern der Regionen Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika befragt.

In Deutschland haben 100 Manager teilgenommen. Während vor zwei Jahren nur 26 Prozent der Befragten angaben, dass Bestechung und unethische Methoden hierzulande weit verbreitet seien, waren es in der aktuellen Umfrage schon 43 Prozent. In den letzten drei Ausgaben der Studie war der Wert kontinuierlich gefallen.

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International bewegt sich Deutschland damit im Mittelfeld. Während die Ukraine das traurige Schlusslicht bildet (hier gaben neun von zehn Managern an, Korruption sei weit verbreitet), setzt sich Skandinavien an die Spitze. In Dänemark schätzen mit nur sechs Prozent die wenigsten Manager die Korruption als hoch ein.

Auch innerhalb ihres eigenen Unternehmens sehen die deutschen Befragten deutlichen Verbesserungsbedarf in Sachen Compliance. So gab nicht einmal jeder vierte deutsche Teilnehmer an, dass die Ethikstandards in seinem Betrieb sehr hoch seien. International war es fast jeder Dritte.

Korruptionsindex Deutschland rückt in die Top-Ten auf

Deutschland schiebt sich in Sachen Korruptionsbekämpfung weltweit etwas nach vorn – aber Transparency International sieht nicht alles rosig. Vor allem in der Finanzbranche bestünde Nachholbedarf.

In dem jährlichen Korruptionsranking von Transparency verbesserte sich Deutschland vom 12. auf den 10. Platz. Quelle: dpa

Besonders schwach scheint das Unrechtsverständnis in der sogenannten Generation Y (25- bis 34-Jährige) ausgeprägt zu sein. In allen Ländern zeigten sich die Befragten dieser Altersgruppe deutlich empfänglicher für unethisches Verhalten. Besonders auffällig: Die Frage, ob unethisches Verhalten gerechtfertigt sei, wenn so das Unternehmen vor einem Wirtschaftsabschwung gerettet wird, bejahten in der Generation Y gut sieben von zehn Befragten, im Durchschnitt über alle Altersgruppen trifft das nur auf knapp sechs von zehn Managern zu.

Deutsche Manger nehmen Korruption aber nicht nur wahr oder tolerieren sie. Immerhin 23 Prozent der Befragten gaben an, auch selbst zu unethischem Verhalten bereit zu sein – wenn es ihnen selbst in Form einer Karrierebeschleunigung oder Boni hilft. Damit scheinen deutsche Manager deutlich eher zu Korruption bereit, als der westeuropäische Durchschnitt. Der liegt bei lediglich 14 Prozent.

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