Vorstoß der NRW-Grünen: Maklerprovisionen für Mieter sollen entfallen

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Vorstoß der NRW-Grünen: Maklerprovisionen für Mieter sollen entfallen

Bisher galt die Regel: Ist ein Makler mit der Wohnungsvermittlung beauftragt, zahlt der Mieter seine Kosten. Widerstand kommt von den Grünen aus NRW: Sie wollen, dass der Vermieter künftig zahlt.

Die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf will über den Bundesrat eine Änderung des Wohnungsvermittlungsgesetzes erreichen. Ziel solle sein, dass die Maklerkosten künftig nicht mehr vom Mieter, sondern vom Vermieter getragen werden. "Wer den Makler bestellt, der bezahlt ihn auch: Das ist ein faires Prinzip", sagte NRW-Wohnungsminister Michael Groschek (SPD) der Rheinischen Post.

In vielen Großstädten sind im Zuge der Finanzkrise die Mieten gestiegen und damit auch die Provisionen, die Wohnungssuchende an Makler für eine erfolgreiche Vermittlung zahlen müssen. Dadurch seien für viele Normalverdiener die Kosten von Maklerprovision und Miete nicht mehr bezahlbar, so Groschek.

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  • 1. Immobilienerwerb

    Quelle: Immobilienscout24, Interhyp, eigene Berechnungen

    Kaufpreis: 55.000 Euro

    vermietetes 45-Quadratmeter-Apartment in Saarlouis-Roden, aktuell vermarktet über Immobilienscout24

    davon geschätzter Grundstücksanteil 5.000 Euro

    Nebenerwerbskosten 5.500 Euro

    Gesamtinvestition 60.500 Euro

    davon Darlehen (Eigenkapital 5 500 Euro) 55.000 Euro

  • 2. Mietgeschäft

    Derzeitige Jahres Nettomieten 2.760 Euro

    (entsprechen 5,11 Euro Miete je Quadratmeter)

    steuerliche Abschreibung von zwei Prozent auf die Anschaffungskosten ohne Wert Grundstücksanteil

    (zwei Prozent von 55.500 Euro) -1.110 Euro

    steuerlich absetzbare Zinsen aus Hypothekendarlehen -2.520 Euro

    (20-Jahresfinanzierung zu 4,77 Prozent Effektivzins bei anfänglicher Tilgung von einem Prozent; jährlich absetzbarer Zinsanteil sinkt über die Laufzeit und mindert den Steuervorteilsukzessive)

    jährliche Instandhaltung der Wohnung -450 Euro

    zu versteuern -1.320 Euro

    Steuerersparnis 581 Euro

    Einnahmen (2 760 Euro + 581 Euro) 30.341 Euro

  • 3. Ausgaben pro Jahr

    Zins + Tilgung aus 20-Jahresfinanzierung (bleibt konstant) -3.119 Euro

    Instandhaltung - 450 Euro

    Rücklagenbildung über Hausgeld - 500 Euro

    (kann steuerlich abgesetzt werden, wenn am Gesamthaus saniert würde, was Rendite dann verbessert)

    jährliches Saldo (Mieteinnahmen abzüglich Aufwendungen) 3.341 Euro

    (Gesamteinnahmen können sich verbessern über Mieterhöhungen, aber auch verschlechtern bei notwendiger höherer Rücklagenbildung oder sich verteuernder Instandhaltung)

  • 4. Verkauf

    Restschuld Darlehen nach 20 Jahren -36.860 Euro

    Gesamteinnahmen nach 20 Jahren -20.000 Euro

    (unterstellt: Mieterhöhung, höhere Instandhaltungs- und Rücklagenkosten sowie geringere absetzbare Zinskosten gleichen sich aus; zudem Zusatzopportunitätskosten von 3,5 Prozent jährlich unterstellt*)

    Gesamtlast nach 20 Jahren -56.860 Euro

    Objektverkauf nach 20 Jahren zu 67.110 Euro

    (unterstellt: einprozentige jährliche Wertsteigerung)

    Verkaufsertrag abzüglich Gesamtlast 10.250 Euro

    Rendite auf das Eigenkapital (5.500 Euro) 86 Prozent

    Jährliche Rendite über 20 Jahre 3,15 Prozent

    *derzeit erzielbare Rendite 20-Jähriger Sparpläne

    Quelle: Immobilienscout24, Interhyp, eigene Berechnungen

Daniela Schneckenburger, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen, sagte: "Wir wollen einen Entwurf für ein neues Wohnungsvermittlungsgesetz erarbeiten, den wir über den Bundesrat einbringen werden. Makler und Vermieter dürfen die Wohnungsnot nicht ausnutzen, um Mietern eine oft vierstellige Gebühr abzupressen."

Schneckenburger verwies auf die SPD-Regierung in Hamburg, die ebenfalls an einer entsprechenden Bundesratsinitiative arbeitet. Wie Groschek der "Rheinischen Post" sagte, werde sich die NRW-Landesregierung dieser Initiative voraussichtlich anschließen.

In Städten mit Wohnraumüberangebot zahlt der Mieter

Die Maklerprovision beträgt laut Wohnungsvermittlungsgesetz ein Maximum von zwei Monatskaltmieten plus Umsatzsteuer, beschränkt sich also auf das 2,38-fache einer monatlichen Kaltmiete. Das Gesetz lässt allerdings offen, wer die Provision zu zahlen hat.

Der Markt hat das bisher von selbst geregelt: In Städten mit knappen Wohnraum haben die Mieter die Kosten übernommen; dort wo das Wohnungsangebot die Nachfrage übersteigt, übernimmt der Vermieter die Maklerprovision. Kommt es hingegen zu einem Vertragsabschluss, ohne Vermittlung eines Maklers, fällt keine Provision an.

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