Wegen Steuerstreit mit USA: Schweizer Bank Frey schließt

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Wegen Steuerstreit mit USA: Schweizer Bank Frey schließt

Nach Wegelin zwingt der Steuerstreit mit den USA nun das zweite Schweizer Bankhaus zur Kapitulation. Die kleine Privatbank Frey schließt. Im Frühjahr hatte die New Yorker Staatsanwaltschaft formell Anklage gegen den damaligen Chef des Frey-Vermögensverwaltungsgeschäfts erhoben.

Der Steuerstreit mit den USA zwingt eine weitere Schweizer Bank in die Knie. Die Bank Frey werde schließen, weil sie das Geschäft mit ausländischen Kunden aufgrund der steigenden Auflagen der Regulierungsbehörden nicht mehr sinnvoll weiterführen könne, erklärte der Vermögensverwalter aus Zürich am Donnerstagabend. Anfang des Jahres hatte mit Wegelin bereits die älteste Bank der Schweiz ihre Tore endgültig geschlossen. Die 2002 gegründete Bank Frey verwaltet mit rund 30 Mitarbeitern Kundenvermögen von knapp zwei Milliarden Franken. Sie gehört zu dem gut Dutzend Schweizer Banken, gegen die die Amerikaner ermitteln und die im Rahmen von Vergleichsverfahren mit hohen Strafen rechnen müssen. Zu dieser Gruppe zählen auch Bank Bär, Credit Suisse und die Kantonalbanken von Zürich und Basel.

Die Entscheidung die Bank Frey zu schließen, sei "auf die zunehmend schwierigen Marktverhältnisse, die ausufernde Regulierung und die kaum mehr zu tragenden Auflagen zurückzuführen, welche kleinere Privatbanken unter anderem infolge des Steuerstreits mit den USA zu erfüllen haben", erklärte das Bankhaus. Im Frühjahr dieses Jahres hatte die New Yorker Staatsanwaltschaft formell Anklage gegen den damaligen Chef des Frey-Vermögensverwaltungsgeschäfts erhoben. Ein Partner der mit der Bank personell verflochtenen Zürcher Anwaltskanzlei Niederer Kraft & Frey bekannte sich im August vor einem New Yorker Gericht der Beihilfe zu Steuerhinterziehung schuldig. In Anwaltskreisen war die Bank Frey als ein Kandidat genannt worden, gegen die die Amerikaner ebenso wie im Fall Wegelin formell Anklage erheben könnten, um den Druck auf die Schweiz zu verstärken.

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Frey fühle sich nicht von einer Anklage bedroht, erklärte die Bank. Sie habe im Rahmen der Gesetze mit den US-Behörden zusammengearbeitet und wolle das auch weiterhin tun.

Wegelin gab Anfang des Jahres vor einem New Yorker zu, reichen Amerikanern beim Verstecken von 1,2 Milliarden Dollar geholfen zu haben und zahlte dafür insgesamt mehr als 70 Millionen Dollar Strafe. Bereits ein Jahr davor verkaufte sie ihr nicht-amerikanisches Geschäft an die Schweizer Raiffeisen Bankengruppe.

Weitere rund 100 Schweizer Banken sind derzeit dabei, im Rahmen eines im Sommer vereinbarten Abkommens ihre Geschäfte mit US-Kunden gegenüber den US-Behörden offenzulegen. Sie müssen ebenfalls mit hohen Geldstrafen rechnen, die umso höher ausfallen dürften je länger sie nach dem sogenannten UBS-Steuerstreit noch US-Gelder angenommen haben. Für kleinere Institute könnten die Geldstrafen das Aus bedeuten. Die Schweizer Großbank UBS hatte sich 2009 mit 780 Millionen Dollar und der Herausgabe von Kundennamen freigekauft.

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