WiWo-Top-Kanzleien: Die besten Anwälte für Insolvenzrecht

WiWo-Top-Kanzleien: Die besten Anwälte für Insolvenzrecht

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Karstadt-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg (links), Karstadt-Investor Nicolas Berggruen

von Hans-Peter Canibol

Sie kommen im Pleitefall und sind am Ende ihrer Arbeit meist die Unternehmensretter: Die WirtschaftsWoche hat in einem mehrstufigen Auswahlverfahren die 25 besten Experten für Insolvenzrecht gekürt.

"Bisher fühlen wir uns als Notfall-Mediziner", klagt Frank Kebekus. Die Patienten kämen meist zu spät, seien häufig halbtot und die Wiederbelebung scheitere allzu oft am veralteten und unberechenbaren deutschen Insolvenzrecht. Der Düsseldorfer Kebekus ist Sprecher des renommierten Gravenbrucher Kreises, des Zusammenschlusses der wichtigsten deutschen Insolvenzverwalter.

Die sind ihr Totengräber-Image leid, das sie sich in den ersten Nachkriegskrisen getreu dem Motto "sammeln, versilbern und verteilen" erarbeiteten. "Ein guter Insolvenzverwalter ist heute vor allem auch Sanierer", erklärt Rainer Maus, Insolvenzrechtler aus Wuppertal. Er fordert seit Jahren zusammen mit seinen Kollegen mehr Freiraum bei der Rettung von bedrohten Unternehmen.

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Schon jetzt sind die Experten für Insolvenzrecht nicht mehr nur als Insolvenzverwalter gefragt. Kebekus machte etwa bei der Rettung der angeschlagenen Kaufhauskette Karstadt als Vertreter des Immobilienkonsortiums Highstreet im Gläubigerausschuss von sich reden.

Deutsches Recht nähert sich dem US-amerikanischen

Auf einer Gläubigerversammlung im April vergangenen Jahres schlug er vor, eine vorgesehene feste Frist für den Karstadt-Verkauf zu streichen. So gewann Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mehr Spielraum für die Sanierung. Auch Mietnachlässen und der Schließung einiger Karstadt-Filialen stimmte Kebekus für Highstreet zu. All das war enorm wichtig für den späteren Verkauf von Karstadt, bei dem sich auch Highstreet Chancen ausgerechnet hatte, letztlich aber dem Investor Nicolas Berggruen unterlag.

In diesem Jahr könnte den Insolvenzverwaltern in ihrem normalen Geschäft der Befreiungsschlag gelingen. Nach zweijährigem Stillstand kam Anfang des Jahres aus dem Justizministerium der lang erwartete Referentenentwurf zum "Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen" (ESUG). Damit soll vor allem das sogenannte Recht der Eigenverwaltung gestärkt werden: Das Insolvenzverfahren wird eröffnet, an der Unternehmensspitze kann aber alles bleiben, wie es war. Im Klartext: Das deutsche Recht nähert sich stärker dem US-amerikanischen.

GM-Insolvenz ohne Vollbremsung

In den USA konnte beispielsweise über die Insolvenzregel Chapter 11 der Großkonzern General Motors ohne Vollbremsung saniert werden. GM ist bereits wieder an der Börse. In Deutschland war so etwas bis vor Kurzem noch undenkbar.

"Früher hatten die Gerichte immer Angst, den Bock zum Gärtner zu machen", berichtet Lucas F. Flöther, Insolvenzrechtler aus Halle. Da galten Unternehmer, deren Unternehmen wackelte, als Bösewichte und Versager, die abgestraft werden müssten. "Wenn das Vertrauen der Lieferanten, der Mitarbeiter und der Gläubiger weiter gegeben ist", so Flöther, "spricht aber nichts dagegen, das Management am Ruder zu lassen." Wobei die Oberaufsicht in diesen Fällen ein sogenannter Sachwalter ausübt.

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