WiWo-Top-Kanzleien: Die besten Anwälte für Managerhaftungsrecht

WiWo-Top-Kanzleien: Die besten Anwälte für Managerhaftungsrecht

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Im WirtschaftsWoche-Ranking wurden die besten Anwälte für den Bereich Managerhaftung gekürt

von Claudia Tödtmann und Hans-Peter Canibol

In Schadenersatzprozessen gegen Vorstände und Geschäftsführer geht es um Millionen. Unsere Liste zeigt, auf wen Topmanager sich dabei verlassen.

Managerhaftungsprozesse sind teuflisch. Viele Manager werden darüber krank oder zerbrechen daran. Auch wenn die Haftpflichtversicherung (D&O) die hohen Anwaltshonorare zahlt, so drohen Vorständen persönlich doch oft millionenschwerer Schadensersatz und im Schnitt fünf bis sieben Jahre währende zermürbende Prozesse. Der tragischste Fall war der von Ex-Siemens-Vorstand Heinz-Joachim Neubürger, der nach über acht Jahren Kampf um Unschuld und Ehre in der Korruptionsaffäre Suizid beging.
Nachfolgend finden Sie Sozietäten und spezialisierte Anwälte, die sich im Auswahlprozess gut behaupteten:

Topkanzleien Managerhaftungsrecht 
KanzleiName
Allen & OveryMarc Zimmerling
ArqisMirjam Boche
Broich Josef Broich
Clifford ChanceBurkhard Schneider
CMS Hasche SigleDorothee Ruckteschler
DLA PiperThomas Gädtke, Andreas Meyer-Landrut
Freshfields Bruckhaus DeringerThomas Bücker, Christoph H. Seibt
Friedr. Graf v. Westphalen & Partner (FGvW)Björn Fiedler*, Tobias Lenz
Glade Michel WirtzAchim Glade
Gleiss LutzMichael Arnold
Greenfort Anh-Duc Cordalis
Hengeler Mueller

 

Gerd Krieger, Viola Sailer-Coceani, Jochen Vetter

Hogan LovellsKim Lars Mehrbrey
Jones DayRalf Ek
LinklatersHans-Ulrich Wilsing, Ralph Wollburg
LutherEberhard Vetter
NoerrOliver Sieg
P+P Pöllath + PartnersWolfgang Grobecker
Schmitz & PartnerBernd Wilhelm Schmitz
Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom Bernd Mayer
Sullivan & CromwellYork Schnorbus
SZA Schilling, Zutt & AnschützChristian Gehling, Marc Löbbe
Thümmel, Schütze & PartnerFranck Schmidt-Husson, Roderich Thümmel
Wach + MeckesKarl J. T. Wach
White & CaseLutz Krämer
Ranking beruht auf mehrstufigem Verfahren mit Datenbankrecherche, Expertengesprächen und Jurybewertung;  * seit Januar bei: Fiedler Cryns-Moll Jüngel FCMJ; Quelle: WirtschaftsWoche Topkanzleien 2016
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Neubürger dient Managern als Warnung. Zwar warf man ihm keine persönliche Beteiligung an Schmiergeldzahlungen vor, dafür Organisationsverschulden – der Vorstand hatte kein funktionierendes System eingerichtet, das Verstöße gegen interne und externe Regeln (Compliance-Verstöße) verhindern konnte.

Ähnliche Vorwürfe drohen Ex-VW-Vorstandschef Martin Winterkorn wegen der Dieselaffäre. Neubürger wurde vom Landgericht München zu 15 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt, von denen nach einem Vergleich mit Siemens noch 2,5 Millionen Euro übrig blieben. „Der Manager hat den Schwarzen Peter, den Vorwurf des Organisationsverschuldens auszuräumen“, sagt Kim Lars Mehrbrey von der Kanzlei Hogan Lovells. Zumal: „Der Manager ist aus dem Unternehmen längst ausgeschieden und hat keinen Zugriff mehr auf Informationen“, sagt Jochen Vetter, Anwalt bei Hengeler Mueller.

Die Jury

  • Gregor Bachmann

    Gregor Bachmann ist Professor an der Freien Universität Berlin und Experte für Manager- und Organhaftung.

  • Hans-Martin Buhlmann

    Hans-Martin Buhlmann ist Vorstand der VIP Vereinigung Institutioneller Privatanleger.

  • Marcus Linnepe

    Marcus Linnepe ist Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Canei mit Sitz in Herdecke.

  • Franz Held

    Franz Held ist Mitglied der Geschäftsleitung des D&O -Versicherungsanbieters VOV in Köln.

  • Achim Schunder

    Achim Schunder ist Leiter der Zeitschriftenniederlassung des Verlags C.H. Beck mit Sitz in München.

  • Felix Hey

    Felix Hey ist geschäftsführender Gesellschafter des juristischen Fachverlags Dr. Otto Schmidt in Köln.


Zu den typischen Fällen der Spezialisten zählen Exbankchefs, denen die Tolerierung extrem spekulativer oder steuerlich illegaler Geschäfte vorgeworfen werden. Dazu kommen Korruptionen, Kartellverstöße und Betrugsfälle, die in der Firma begangen wurden. „Die Vorgänge liegen oft lange zurück, teils bis zu zehn Jahre, und sind schwer aufzuklären“, sagt Mehrbrey. Gefürchtet bei Aktiengesellschaften sind ausländische Investoren wie aktivistische Hedgefonds. Sie sind klagefreudig, wenn sie Missmanagement vermuten – und haben keine Beißhemmungen. Das Gleiche gilt für frisch installierte Vorstände und Aufsichtsräte. Sie forschen regelmäßig erst einmal nach, ob ihre Vorgänger Pflichten verletzt haben – damit Unrat, für den sie haften müssten, nicht bei ihnen hängen bleibt.

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