WiWo-Top-Kanzleien: Die besten Anwälte für Übernahmen und Fusionen

WiWo-Top-Kanzleien: Die besten Anwälte für Übernahmen und Fusionen

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Filiale von Kamps in Frankfurt: Die Bäckereikette steht vor einem neuerlichen Verkauf.

von Daniel Schönwitz und Hans-Peter Canibol

Weltweit gehen Unternehmen wieder auf Einkaufstour – und brauchen dazu die Unterstützung von Anwälten. Wer sind Deutschlands Top-Berater für Übernahmen und Fusionen?

Indianische Medizinmänner in wilden Kostümen, die tanzenderweise versuchen, Regen herbeizuzaubern – das waren einst die „Rainmaker“ (Regenmacher). Doch spätestens seit John Grishams gleichnamigem Bestseller steht der Begriff für seriöse Herren in dunklen Anzügen: für Anwälte, die ihren Arbeitgebern einen ganz besonderen Regen bescheren. Einen Geldregen. Die große Prozesse oder Megadeals an Land ziehen – und damit sich und ihre Kanzlei reich machen.

In den vergangenen Jahren hatten es die Regenmacher schwer. Die Konzerne verharrten weltweit in einer Schockstarre; Unternehmenschefs waren froh, die Rezession zu überstehen, und verschwendeten keinen Gedanken an Unternehmenskäufe. Zumal die Übernahmeschlachten Porsche/VW und Schaeffler/Continental zeigten, welch hohe Risiken waghalsige Deals in Krisenzeiten bergen.

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Im Zuge der Konjunkturerholung wagen sich allerdings immer mehr Konzerne aus der Deckung. So bietet der Rohstoffriese BHP Billiton für den Düngemittelproduzenten Potash mehr als 40 Milliarden Dollar. Der US-Chiphersteller Intel schlägt gleich zweimal zu: Nach der Übernahme des Softwareanbieters McAfee kündigte Intel vergangeneWoche den Kauf der Mobilfunkchipsparte von Infineon für 1,4 Milliarden Dollar an.

Deutsche Unternehmen sind vorerst in erster Linie Übernahmeziele. Der US-Finanzinvestor OEP etwa bietet den Aktionären des im TecDax gelisteten und offiziell in Amsterdam ansässigen Funkchipherstellers Smartrac 20 Euro je Aktie. Mitte August verkündete die Beteiligungsfirma ECM den Kauf der Bäckereikette Kamps vom Nudelhersteller Barilla.

Erhöhte Temperatur, kein Fieber

Aktuell machen Gerüchte die Runde, dass der nächste Deal bereits programmiert ist: Unternehmer Heiner Kamps habe Interesse, seine 2002 verkaufte Kette wieder zurückzukaufen. Insgesamt kündigten Unternehmen 2009 bisher Übernahmen und Fusionen im Volumen von mehr als 1300 Milliarden Dollar an. Im Jahr 2007 lag das Volumen allerdings allein im zweiten Quartal auf diesem Niveau – bevor mit der Beinahe-Pleite der Mittelstandsbank IKB die Finanzkrise ausbrach. Von Übernahmefieber kann somit keine Rede sein.

Dennoch kommt auf die Top-Berater im Bereich Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions, M&A) mehr Arbeit zu. Statt Alltagsgeschäft im Büro locken wieder nervenaufreibende Deals mit geheimen Treffen, nächtlichen Verhandlungsmarathons und spannenden Bietergefechten. Ein guter Zeitpunkt, um die Serie „WirtschaftsWoche-Top-Kanzleien“ fortzusetzen – und die 25 besten M&A-Anwälte Deutschlands zu küren.

Bestens vernetzt

Die Liste enthält echte „Regenmacher“, die in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft bestens vernetzt sind. Es sind Anwälte, die nicht nur ihr Fachgebiet beherrschen, sondern auch über Eigenschaften verfügen, die vielen Juristen abgehen: Ausstrahlung und Überzeugungskraft. Sie verstehen es nicht nur, gewiefte Strategien für Übernahmen oder deren Abwehr zu entwickeln, sondern beherrschen auch die Kunst, ihre Ideen überzeugend zu verkaufen.

Viele Top-Anwälte besitzen seit Jahren das Vertrauen mächtiger Unternehmer. Rolf Koerfer von Oppenhoff & Partner etwa ist ein Vertrauter der Milliardärin Maria-Elisabeth Schaeffler. Koerfers Rolle während der Übernahmeschlacht um den Autozulieferer Continental war umstritten, nach Protesten gab er dort 2009 den Aufsichtsratsvorsitz auf. Aktionäre hatten kritisiert, dass er als Berater von Frau Schaeffler nicht unabhängig sei. Er gehört dem Gremium jedoch weiter an.

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