Studie der EU-Kommission: Banken in Deutschland sind intransparent und teuer

Studie der EU-Kommission: Banken in Deutschland sind intransparent und teuer

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Die EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva kritisiert die undurchsichtige Preispolitk der meisten europäischen Banken und mangelnde Beratung der Bankkunden

Bankkunden werden laut einer EU-Studie schlecht beraten und über Kontogebühren im Unklaren gelassen. Deutsche Banken zählen im Kostenvergleich zum schlechtesten Drittel.

Viele Banken in Europa bedienen nach Erkenntnissen der EU-Kommission ihre Kunden schlecht. Die Gebührenstruktur sei oft unverständlich und kaum mit Angeboten anderer Geldhäuser zu vergleichen, bemängelte die Kommission in Brüssel. Nur neun Prozent der Verbraucher in der EU und nur sieben Prozent der deutschen Bankkunden hätten deshalb in den vergangenen beiden Jahren das Konto gewechselt. Darunter leide der Wettbewerb.

Angebotsvergleich unmöglich

In Deutschland seien die Gebühren für ein Konto im Vergleich der 27 EU-Staaten überdurchschnittlich hoch, geht aus der Untersuchung hervor, die die EU-Kommission in Brüssel vorstellte. Bei Information und Beratung ihrer Privatkunden liegen die deutschen Banken demnach nur im Mittelfeld. „Die Banken lassen ihre Kunden im Stich“, kritisierte EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva in einer Mitteilung. Oft könnten die Kunden nur auf Nachfrage die Kosten für die Kontoführung erfahren. Besonders die Angaben der Banken im Internet seien für die Verbraucher undurchsichtig, bei zwei Dritteln der untersuchten Banken seien die Preisinformationen im Internet schlicht unvollständig. Manche Banken weigerten sich sogar, telefonisch angeforderte Preislisten zu verschicken.

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Fast jeder dritte Bankkunde sah sich außerstande, Angebote zu Girokonten zu vergleichen. Verbraucher beklagten, in dicken Packen kleingedruckter Informationen die wesentlichen Angaben nicht finden zu können. Statt in übersichtlichen Preislisten präsentierten Banken die Kosten in unverständlichem Fachchinesisch. Je transparenter die Preispolitik der Banken sei, um so geringer seien die Gebühren, sagte ein Kommissionsexperte.

Teures Italien, billiges Bulgarien

Bei den Kosten für die Kontoführung belegt Deutschland der Studie zufolge den neunten Platz. Im Schnitt kommen auf den Verbraucher in Deutschland jährlich 89 Euro an Kosten für ein Konto zu, hieß es in dem Bericht. In den Niederlanden zahlen Bankkunden dagegen nur knapp halb so viel: Unter den westlichen EU-Ländern schnitten die niederländischen Banken mit durchschnittlich 46 Euro am günstigsten ab. Am teuersten sind Bankkonten nach der Untersuchung in Italien (253 Euro), gefolgt von Spanien (178 Euro). Die niedrigsten Gebühren gebe es in Bulgarien mit 27 Euro. Österreich und Frankreich ernten am meisten Kritik in Sachen Transparenz und Einfachheit bei der Ermittlung der Kosten.

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