UBS: Im tiefen Tal der Finanzkrise

UBS: Im tiefen Tal der Finanzkrise

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

Ein ausgeglichenes oder leicht negatives Ergebnis werde die UBS im zweiten Quartal vorlegen, hatte die Schweizer Großbank Anfang Juli erklärt.

Der heute verkündete Verlust von umgerechnet rund 220 Millionen Euro ist tatsächlich ein Schritt nach vorn. Denn die beiden vorherigen Quartalen hatte die Bank jeweils mehr als sieben Milliarden Euro Verlust abgeschlossen. Frisches Kapital braucht die UBS nun erstmal nicht mehr.

Über den Berg ist die Bank damit aber noch lange nicht. Ohne eine Steuergutschrift in Milliardenhöhe wäre das Ergebnis erneut katastrophal ausgefallen. Die gigantische Summe von umgerechnet fast 28 Milliarden Euro hat die UBS nun insgesamt abgeschrieben. Doch die Folgen der Krise reichen weiter. Die Erträge im Investmentbanking gingen zurück. Noch schwerer wiegt für die UBS aber, dass nun auch ihr eigentlich stabiles Kerngeschäft, die Vermögensbetreuung wohlhabender Kunden, infiziert worden ist. In dem „Wealth Management“ genannten Bereich zogen die Kunden netto fast elf Milliarden Euro ab.

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Immerhin ist die Erklärung der Bank von beispielhafter Offenheit. Hier wird nichts schön geredet. Die UBS rechnet nicht damit, dass sich das negative Umfeld in der zweiten Jahreshälfte verbessern wird. Sie wird weiter in großem Stil Personal abbauen. Und sie gibt zu, dass ihre Reputation so stark gelitten hat, dass einige Kunden ihr Geld nun zu anderen Instituten transferieren. Sogar eine Abspaltung des Investmentbankings scheint in Folge der angekündigten Reorganisation mittelfristig nicht mehr ausgeschlossen.

Noch vor etwas mehr als einem Jahr schien das undenkbar. Die UBS war eine der am meisten bewunderten europäischen Banken. An ihrer Zwei-Säulen-Strategie aus starkem Investmentbanking und der Vermögensverwaltung für solvente Kunden orientierte sich etwa auch die Deutsche Bank. Diesen Status hat sie auf absehbare Zeit verloren. Die neuen Champions heißen nun Unicredit oder Santander. Sie sind weniger glamourös als die alten Vorbilder, profitieren von einem starken Privatkundengeschäft und gleichen so eher riesigen Sparkassen. Doch gegen etwas mehr Langeweile hätten die Banken und ihre Kunden in der Zukunft wohl kaum etwas einzuwenden.

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