Übernahmekampf: Mehr Diplomatie im Börsen-Poker

KommentarÜbernahmekampf: Mehr Diplomatie im Börsen-Poker

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wiwo-Redakteurin Angela Hennersdorf

von Angela Hennersdorf

Die Fusion des New Yorker Börsebetreibers Nyse mit der Deutschen Börse ist möglich – aber nicht mit der Brechstange. Von Angela Hennersdorf

So einfach ist es dann doch nicht – auch, wenn Duncan Niederauer es gern so hätte. Schlicht abgelehnt hatte der Nyse-Euronext-Boss das Übernahmeangebot der Nasdaq. Die viel kleinere Technologiebörse hatte gemeinsam mit der Terminbörse ICE 11,3 Milliarden Dollar für die New York Stock Exchange (Nyse) geboten. Hochgradig spekulativ und strategisch nicht sinnvoll sei das Angebot, so Niederauer. Die geplante Fusion der Nyse mit der Deutschen Börse sei der bessere Deal. Und weil das sonnenklar sei, brauche es auch keine Sondersitzung der Aktionäre. Klare Worte.

Doch so nonchalant lässt sich die angekündigte Nasdaq/ICE-Offerte nicht vom Tisch fegen. Niederauers Intimfeind, Nasdaq-Chef Robert Greifeld, gibt sich noch nicht geschlagen. Die Nyse beraube die Aktionäre der Vorteile eines überragenden Angebotes und missachte die Grundsätze guter Unternehmensführung, bellt Greifeld zurück. Er rührt kräftig die Werbetrommel, trifft sich mit Nyse-Euronext-Aktionären und Politikern. Greifeld wetzt die Messer für ein feindliches Übernahmeangebot.

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Niederauer muss aufpassen, dass er mit seiner rüden Art nicht die eigenen Anleger verprellt. Die mögen es nicht, wenn ihnen einfach so über den Mund gefahren wird. Nicht einmal über das Angebot der Nasdaq sprechen zu wollen gilt als wenig aktionärsfreundlich. Niederauer brenne alle Brücken nieder, so ein Anleger.

Zwei Großaktionäre, die gemeinsam auf eine Nyse-Euronext-Beteilung von zehn Prozent kommen, haben nun die Einberufung einer Sondersitzung der Nyse Euronext gefordert. Auf der Hauptversammlung der Börse am 28. April werden die Anleger über den Vorschlag, eine Sondersitzung einzuberufen, abstimmen. Schließlich liegt das Nasdaq/ICE-Angebot 19 Prozent über dem der Deutschen Börse. Warum sollten sich die Anleger dieses Plus entgehen lassen?

Dividende als Köder

Niederauer sollte sich auch deshalb nicht so sicher fühlen, weil Top-Anleger Anteile an beiden amerikanischen Börsen halten. Der US-Fonds T. Rowe Price, der gut sieben Prozent an Nyse Euronext hält, ist auch mit zehn Prozent an der ICE beteiligt. BlackRock wiederum ist mit knapp fünf Prozent bei Nyse Euronext und Deutscher Börse dabei, aber auch mit 9,1 Prozent an der Nasdaq und knapp fünf Prozent an der ICE beteiligt. Die Herren werden noch etwas rechnen wollen, bevor sie sich entscheiden.

Niederauer will seine Aktionäre jetzt mit neuen Versprechungen zu Kosteneinsparungen für den Deal begeistern. Die bisher veranschlagten 400 Millionen Dollar seien „eher vorsichtig geschätzt“. So vage Ankündigungen werden den Aktionären nicht reichen. Sie wollen Bares sehen, das weiß auch Niederauer. Wie es heißt, erwäge er nun, eine Sonderdividende auszuschütten. Die Dividende würde, wenn sie denn kommt, kurz vor dem geplanten Zusammenschluss mit der Deutschen Börse am Jahresende ausgeschüttet.

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