US-Banken: Die Angst der Großbanken um ihre Gewinne

KommentarUS-Banken: Die Angst der Großbanken um ihre Gewinne

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Andreas Henry

von Andreas Henry

Die großen US-Banken sind offenbar in ein Superjahr gestartet. Ob die Aktionäre aber höhere Dividenden bekommen werden, ist fraglich, denn die Banken fürchten um ihre Freiheiten und um ihre Gewinne.

Vor nicht einmal eineinhalb Jahren sah es noch so aus, als sei die Bankenbranche dem Teufel so gerade noch von der Schippe gesprungen. Nur massive Staatshilfen konnten die Banken stabilisieren und eine Kettenreaktion verhindern, die möglicherweise sogar die Besten zum Umfallen gebracht hätte. Jetzt liefern vor allem einige US-Banken wieder glänzende Ergebnisse ab. In der abgelaufenen Woche startete mit JP Morgan Chase einer der Profiteure der Krise den Reigen der Gewinnmitteilungen fürs erste Quartal und verblüffte die Wall Street mit 3,33 Milliarden Dollar Gewinn.

Haupttreiber für die Gewinne bleiben die niedrigen Zinsen, die den Banken üppige Margen bescheren – und die so schnell nicht verschwinden werden. US-Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte dieser Tage nochmals bekräftigt, dass wegen der bislang nur moderaten Erholung der US-Wirtschaft nicht so schnell mit Zinserhöhungen zu rechnen sei. Daraufhin schossen die Bankenkurse nach oben.

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Boni gespart

Bankengewinne steigen auch, weil zumindest einige Institute einen geringeren Anteil ihrer Umsätze für die Vergütungen und Bonuszahlungen ihrer Mitarbeiter ausgeben. Goldman Sachs als reine Investmentbank hatte dem öffentlichen Druck bereits nachgegeben und den sonst bei knapp 50 Prozent vom Umsatz liegenden Vergütungstopf für 2009 auf rund 36 Prozent geschrumpft. Die Universalbank JP Morgan Chase reduzierte den Wert von rund 30 Prozent im vergangenen Jahr auf nur noch gut 26 Prozent im ersten Quartal. Die Frage ist, ob das ein Trend wird oder ob es nur eine kurzfristige Reaktion zur Beruhigung der Gemüter ist, die sich über exzessive Bankergehälter aufregen.

Absage an Aktionäre

Aktionäre könnten sich freuen, wenn eine neue Gehaltspolitik bei den Banken auch dauerhaft zu großzügigeren Ausschüttungen führen würde. Der Hoffnung auf bereits bald wieder höhere Dividenden, die während der Krise teils drastisch zusammengestrichen worden waren, erteilte Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, allerdings eine klare Abfuhr. Darüber werde man erst nachdenken, wenn es in den USA eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft gebe und über mehrere Monate hinweg mehrere Hunderttausend neue Jobs geschaffen würden.

Zudem gehen Dimon viele der drohenden neuen Regulierungsvorschriften gegen den Strich. Da bestünden für die gesamte Branche zahlreiche Unsicherheiten. Den Großbanken drohen nicht nur strengere Kapitalvorschriften, sondern auch Sondersteuern und massive Eingriffe ins Tagesgeschäft, die die Profitabilität erheblich beeinträchtigen würden. Solange es dort keine Klarheit gibt, werden die Gewinne erst einmal gehortet.

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