US-Banken zahlen Milliarden zurück: Abgerechnet wird erst zum Schluss

KommentarUS-Banken zahlen Milliarden zurück: Abgerechnet wird erst zum Schluss

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Die 'Bank of America' vermeldete eine Rückzahlung von staatlichen Leihgaben - und profitierte trotzdem nicht im Aktienkurs

Die Rückzahlung der staatlichen Milliardenhilfen durch US-Banken stimmt zwar positiv, für eine Entwarnung ist es aber zu früh. Denn noch nehmen die Risiken in der Finanzbranche zu.

Die Bank of America (BoA), Nummer drei unter den US-Großbanken, hatte sicher etwas anderes erwartet: Obwohl die US-Zeitung "Wall Street Journal" gemeldet hatte, BoA wolle 20 von insgesamt 45 Milliarden Dollar Staatshilfe zurückzahlen, gab es an diesem Tag nur vorbörslich ein Kursplus.

Nach Börsenschluss in New York standen die Aktien der Großbank mit sechs Prozent im Minus.

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Obwohl inzwischen acht der zehn größten Banken in den USA Staatshilfen zurückzahlten – darunter Goldman Sachs, JP Morgan Chase und Morgan Stanley – ist das noch längst nicht das Ende der amerikanischen Bankenkrise.

Die Zahl der Bankenpleiten in den USA ist bis Ende August dieses Jahres auf 84 angewachsen, erst Mitte August hatte es mit dem Aus für die Colonial Bank die größte Bankenpleite des Jahres in den USA gegeben, immerhin die sechstgrößte Pleite einer amerikanischen Bank überhaupt.

Und die amerikanische Einlagensicherungsbehörde FDIC macht sich große Sorgen: FDIC-Chefin Sheila Blair rechnet mit einer weiter anwachsenden Zahl der Problembanken und Zusammenbrüche – auch wenn sich die Wirtschaft allmählich erholt. Über 400 Banken umfasst die Liste der Problemfälle.

Vor allem Zahlungsausfälle bei Kreditkarten nehmen weiter zu.

Die Angst vor neuen Bankenpleiten geht um

Die Angst vor neuen Bankenpleiten ist zum Start in den statistisch schwächsten Börsenmonat September zurückgekehrt.

Nachdem staatliche Rettungsmaßnahmen, zurückgezahlte Staatshilfe und überraschend gute Quartalszahlen großer Banken für Optimismus und bei Krisentiteln wie Citigroup, Bank of America, AIG sowie den Hypothekenriesen Fannie Mae und Freddie Mac für deutlich steigende Kurse mit zuletzt ungewöhnlich hohen Umsätzen gesorgt hatten, begann gestern die Korrekturphase.

Denn fundamental waren die Kursgewinne nicht zu begründen. Citigroup-Aktien mussten ein Minus von neun Prozent hinnehmen, AIG-Papiere fielen um 20 Prozent.

In dieser Lage ist es nur ein schwacher Trost, dass das US-Finanzministerium und FDIC zusammen mehr als 25 Milliarden Dollar aus der Rückzahlung der Staatshilfen, Beleihungprogrammen, Dividendenansprüchen oder Gebühren für die Versicherung von Bankenanleihen verdient haben.

Das Geld kommt schließlich von jenen Instituten, die sich besonders schnell erholen.

Der Umfang der gesamten Risiken bleibt unkalkulierbar

Aber abgerechnet wird zum Schluss.

Und allein die FDIC hat durch die Übernahme von Risikopositionen der Banken sechsmal mehr potenzielle Verpflichtungen als verbliebene Budgetmittel.

Der Umfang der gesamten Risiken bleibt unkalkulierbar. In dieser Situation genügt schon das Gerücht einer Bankenpleite Nr. 85, um die US-Börse – allen voran die Aktien der Finanzbranche – wieder auf  Talfahrt zu schicken.

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