US-Betrugsskandal: Lücken in der Causa Madoff sind nicht geschlossen

US-Betrugsskandal: Lücken in der Causa Madoff sind nicht geschlossen

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Der US-Betrüger-Bernard Madoff hat insgesamt etwa 50 Milliarden Euro veruntreut

von Heike Schwerdtfeger

Vor zwei Jahren flog der US-Betrugsskandal um den Fondsmanager Bernard Madoff auf. Nun hat sich sein Sohn das Leben genommen. Noch immer warten tausende deutsche Fondssparer auf Entschädigungen und der US-Insolvenzverwalter hat es auf ihr Geld abgesehen..

Am Ende wurde ihm der Druck zu viel: Am zweiten Jahrestag der Festnahme des Milliardenbetrügers Bernard Madoff hat sein ältester Sohn Selbstmord verübt. Der 46-jährige Mark Madoff wurde am Samstag in seiner New Yorker Wohnung erhängt aufgefunden. Wie die Polizei geht auch sein Anwalt von einem Selbstmord aus. Madoff „erlag dem seit zwei Jahren anhaltendem unerbittlichen Druck aus falschen Anschuldigungen und Unterstellungen“, sagte sein Anwalt. „Mark war ein unschuldiges Opfer der monströsen Verbrechen seines Vaters.“ Der US-Betrüger Bernhard Madoff war vor zwei Jahren aufgeflogen. Er hatte mit einem gigantischen Schneeballsystem etwa 50 Milliarden Euro veruntreut.

Mit dem Tod des Madoff-Sohns ist die Causa um eine tragische Wendung reicher. Licht ins Dunkel des Betrugs bringt der Tod von Mark Madoff aber nicht. Wichtigste Figur im Milliardenbetrug ist nun der US-Insolvenzverwalter Irving Picard. Er soll weltweit Geld für Madoff-Geschädigte aus den USA zusammenkratzen.

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Bei der Suche nach Geld ist Insolvenzverwalter Picard jetzt offenbar auch auf die europäischen Fonds gestoßen, die indirekt in das Madoff-Schneeballsystem investiert haben. Die Anwaltsvereinigung Deminor hat Picard deshalb im Visier. Sie vertritt 2500 Madoff-Geschädigte in Europa, die durch Madoff-Anlagen etwa 360 Millionen Euro verloren haben. Darunter sind auch viele deutsche Anleger, die beispielsweise über Dachfonds geschädigt wurden, die wiederum in Investmentfonds investierten, bei denen Madoff die Fäden zog.

Deutsche Anwälte sind frustriert

Nach Ansicht von Frank Walter, Chef der Fonds-Vermögensverwaltung Walter-Invest in Saarbrücken, besteht für deutsche Anleger jetzt die Gefahr, dass der US-Insolvenzverwalter auf Vermögen zugreift, das eigentlich ihnen zusteht.

"Im schlimmsten Fall müssen dann die Anleger wieder nachweisen, dass Picard keinen Anspruch auf die Gelder hat", sagt Walter. Er ist frustriert. "Anleger und Investmentmanager können sich nicht mehr auf die Depobanken verlassen." Damit sei das Grundvertrauen in die Fundamente der Fondsindustrie erschüttert. "Denn Madoff 2.0 ist jederzeit möglich in einer Situation in der die alten Probleme nicht repariert sind."

Da die Investmentfonds wie Herald und Luxalpha inzwischen abgewickelt werden, existiert jetzt kein Sondervermögen mehr, das Anleger eigentlich vor unberechtigtem Zugriff schützen soll. Das stellt auch Aufsichtsbehörden vor neue Herausforderungen. "Die berufen sich immer auf ein exzellentes Gesetz, aber Madoff schafft jetzt ganz neue Fragen und damit offenbaren sich gefährliche Lücken im Gesetz", sagt Walter. Von den Aufsichtsbehörden oder Lobbyverbänden, die das Thema naturgemäß gerne verschweigen, höre er dann "wir müssen sehen, dass wir die schließen". Es passiere aber nicht wirklich viel.

Klagen gegen US-Banken

Weil das Geschehen heikel ist, haben sich inzwischen auch vier deutsche Kapitalanlagegesellschaften an den Klagen gegen Depotbanken beteiligt, denn sie sind als Treuhänder dafür zuständig, Anlegerinteressen zu vertreten und das geht dann mitunter nur noch auf dem Rechtsweg.

Picard kann jetzt nur noch zwei Tage lang Ansprüche anmelden, sonst verjähren sie. Er hat vor einigen Tagen bereits Banken verklagt, weil er ihnen vorwirft, dass sie von Madoffs-Machenschaften frühzeitig gewusst hätten. Zu den inzwischen von Picard beklagten Banken gehören HSBC, UBS, JP Morgen sowie Fortis, ABN Amro, Citigroup, Natixis und Bank of America. Die Europäischen Anleger fürchten jetzt, dass durch die Klagen gegen die Banken UBS oder HSBC Gelder an US-Anleger fließen könnten, die in keiner Beziehung zu den Banken standen. Beide Häuser waren allerdings als Depotbanken für die Investmentfonds verantwortlich. Auf eine Entschädigung durch diese Häuser hoffen auch die heimischen Anleger.

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