US-Börse: Lieber ins Casino

KommentarUS-Börse: Lieber ins Casino

von Andreas Henry

Die US-Börsenaufseher warnen vor Abzockern: Kleine Unternehmen nutzen die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, um unbedarfte Anleger in rasch aufgestellte Fallen zu locken.

Nichtbörsianer mögen es für moralisch verwerflich halten, doch die Suche nach Anlagemöglichkeiten bei Katastrophen- oder Krisengewinnern ist ein natürlicher Reflex auf den Finanzmärkten: Griechenlands Kollaps treibt den Dollar, die Schweinegrippe die Aktien von Impfstoffherstellern, ein verheerender Hurrikan die Baubranche, die Finanzkrise den Preis für Goldbarren. Wenige Tage nach der Explosion auf der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko, als den Amerikanern noch nicht so richtig dämmerte, was für eine Umweltkatastrophe auf die Küsten im Süden des Landes zuschwappt, suchten Profis längst nach den Profiteuren der Ölkrise.

Doch wenn die Namen der Gesellschaften publik werden, die vom Desaster profitieren könnten, ist es für die meisten Anleger bereits zu spät. Der Aktienkurs von Superior Energy Services, einem Unternehmen, das unter anderem die Kuppeln herstellt, von denen eine über die Ölquelle gestülpt werden sollte, war bereits wenige Tage nach der Explosion um rund 20 Prozent gestiegen. Als sich die Technologie für die Tiefsee als ungeeignet erwies, knickte der Wert um fast ein Drittel ein.

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Der Kurs des Unternehmens Nalco, das das von genutzte Ölbindemittel herstellt, kletterte Anfang Mai unter 30-fach höheren Umsätzen als üblich auf einen Rekordwert von mehr als 26 Dollar. Mittlerweile sind massive Zweifel an der Unschädlichkeit der Chemikalie aufgekommen, der Kurs brach auf 21 Dollar ein.

Während es sich bei Superior Energy und Nalco immerhin um seriöse Unternehmen handelt, die an großen US-Börsen notiert sind und über Milliarden Dollar hohe Börsenwerte verfügen, lassen sich Anleger richtig abzocken, wenn sie auf einen der raffinierten Promoter von Pennystocks, die oft nur wenige Cent kosten, hereinfallen. Aktien mit klingenden Namen wie Act Clean Technologies, Mop Environmental Solutions und Green Bridge Industries vollführten abenteuerliche Kurssprünge, teils von mehreren Hundert Prozent. Jetzt hat die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC wegen des Treibens eine offizielle Warnung herausgegeben.

Bei den Unternehmen gehe es nicht darum, die Strände vom Öl, sondern „die Taschen unbedarfter Investoren zu leeren“, heißt es darin. Die Aufseher stoppten den Handel mit Aktien von Act Clean Technologies, weil das Unternehmen offenbar fragliche Informationen über seine Beteiligung an den Reinigungsarbeiten veröffentlicht hatte. Anlegern, die in den Wert investiert hatten, ist damit nicht geholfen. Der Kurs war zuvor bereits um mehr als drei Viertel kollabiert. Statt in solchen Papieren ist Geld selbst im Casino besser angelegt.

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