US-Gesetz zum Verbraucherschutz: Kreditkartenbranche vor Umstrukturierung

US-Gesetz zum Verbraucherschutz: Kreditkartenbranche vor Umstrukturierung

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Bezahlen mit Kreditkarte: Nach einer Gesetzesnovelle in den USA steht die Kreditkarten-Branche vor einer Umstrukturierung

Die neue Kreditkarten-Gesetzgebung in den USA wird nach Ansicht von Visa-Chef Joseph Saunders zu einer Umstrukturierung der ganzen Branche führen. US-Präsident Obama will Verbraucher vor unlauteren Methoden schützen.

Die Branche werde über sich nachdenken, sagte Visa-Chef Joseph Saunders, und „als Ergebnis wird es weniger Kredite für weniger Leute geben“.

Das ab Februar 2010 geltende Gesetz soll die Gebühren und Zinsen für Kreditkarten begrenzen und damit die rezessionsgeplagten Amerikaner entlasten. Viele haben sich in den vergangenen Jahren über Gebühren- und Zinserhöhungen sowie aggressives Marketing der Branche geärgert. Lange hatten die Kreditkartenunternehmen dadurch große Gewinne eingefahren. Durch die Wirtschaftskrise sind jedoch immer weniger Amerikaner in der Lage, ihre Karten-Kredite zurückzahlen.

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Immer mehr Kreditkarten-Schuldner fallen aus

In den vergangenen Monaten hatten große Kreditkartenanbieter wie American Express wiederholt berichtet, dass immer mehr Amerikaner ihre Kreditkartenschulden nicht mehr bezahlen können. So meldete die US-Großbank JPMorgan vergangene Woche, die Ausfallrate der Kreditkarten-Schulden bei Kunden habe sich erhöht. Die Rate werde im zweiten Quartal an die Marke von neun Prozent heranreichen, sagte Firmenchef Jamie Dimon. Bereits im April hatte JPMorgan darauf hingewiesen, dass diese Zahl im zweiten Quartal an diese Marke herankommen könnte. Dimon schloss zudem einen weiteren Anstieg der Ausfallquote nicht aus, sollte die Arbeitslosenquote weiter steigen. Dessen ungeachtet bekräftigte er, seine Bank wolle die erhaltenen Milliarden-Hilfen aus dem US-Bankenrettungspaket schnellstmöglich zurückzahlen.

Erst in der vergangenen Woche hat US-Präsident Barack Obama ein Gesetz unterzeichnet, das die Gebühren und Zinsen für Kreditkarten begrenzen soll. Obama sprach von Reformen, die nach gesundem Menschenverstand die Verbraucher schützen sollten. Demnach gelten für die Kreditkartenbranche in den USA demnächst strengere Auflagen. Das Gesetz soll verschuldete Verbraucher unter anderem vor überraschenden Gebührenerhöhungen schützen.

USA: Zwei Kreditkarten pro Kopf

Obama machte deutlich, es gehe nicht darum, denen zu helfen, die mehr kauften als sie sich leisten könnten. Einigen Menschen seien die Schulden „über den Kopf gewachsen, weil sie ihren Kopf nicht benutzt haben“. Viele Millionen Amerikaner kämen aber auch wegen des Verhaltens der Kreditkartenunternehmen nicht aus ihren Schulden heraus, sagte Obama. Die Wirtschaftskrise und die damit verbundenen geringeren Haushaltseinkommen stellten viele Menschen nun vor große Probleme, sagte Obama, doch trügen Kreditkartenunternehmen eine Teilschuld an der Misere.

Das über die Karten in Anspruch genommene Kreditvolumen lag in den USA im März insgesamt bei mehr als 945 Milliarden Dollar. Das sind etwa 25 Prozent mehr als ein Jahrzehnt zuvor. Nach Angaben des Weißen Hauses besitzen fast 80 Prozent der US-Bürger Kreditkarten, und die Hälfte von ihnen hat einen offenen Saldo - also Schulden - von durchschnittlich mehr als 7.000 Dollar. Die US-Notenbank schätzt die Schulden auf insgesamt 2,5 Billionen Dollar - Hypothekenschulden sind dabei nicht mitgerechnet. Schätzungen zufolge sind derzeit in den USA mehr als 700 Millionen Kreditkarten in Umlauf, das sind mehr als zwei für jeden Einwohner - vom Baby bis zum Greis.

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