Verlustnutzung gestrichen: Teure Entscheidung für Erben

Verlustnutzung gestrichen: Teure Entscheidung für Erben

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Marcus Hornig, Experte für internationales und europäisches Steuerrecht

Für Erben könnte es teuer werden. Der Große Senat des Bundesfinanzhof (BFH) strich mit einer Entscheidung die Verlustnutzung für Erben. Damit sprach er ein Machtwort und hob die Rechtsprechung der vergangenen 45 Jahre zur Vererbung von Verlustvorträgen auf. Mehrere Senate hatten bislang unterschiedliche Rechtsauffassungen vertreten.

Für Erben könnte es teuer werden. Der Große Senat des Bundesfinanzhof (BFH) strich mit einer Entscheidung die Verlustnutzung für Erben. Damit sprach er ein Machtwort und hob die Rechtsprechung der vergangenen 45 Jahre zur Vererbung von Verlustvorträgen auf. Mehrere Senate hatten bislang unterschiedliche Rechtsauffassungen vertreten.

Bisher konnte der Erbe die vom Erblasser noch nicht genutzten Firmen- oder Immobilienverluste bei seiner Einkommensteuererklärung steuermindernd ansetzen. Diese Möglichkeit war zwar gesetzlich nie geregelt, aber durch den BFH anerkannt worden. Weil bislang eine gesetzliche Regelung fehlte, kommt der neue Beschluss Erben nun teuer zu stehen. Denn insbesondere bei großen Vermögen wurde die Verlustvererbung bei der Nachlassplanung und bei strategischen Vorschenkungen mit einbezogen.

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Für die Erblasser bedeutet das: Sämtliche darauf aufbauende Testamente und Planungen müssen geändert und neu gerechnet werden. Aus Vertrauensschutzgründen ist die neue, für Erben ungünstige Rechtsprechung aber erst in der Zukunft anwendbar.

Vor allem für Einzelunternehmer und Personengesellschaften besteht nun akuter Handlungsbedarf. Ist absehbar, dass bestehende Verlustvorträge beim jetzigen Firmeninhaber zu dessen Lebzeiten nicht mehr realisiert werden können, müssen diese Verluste für die nächste Generation im Wege der Unternehmensnachfolge gesichert werden. Dazu bietet sich das Umwandlungssteuerrecht an. Die steuerneutrale Übertragung von Betrieben oder Teilbetrieben mit Verlustvorträgen auf andere Rechtsträger ist jedoch nahezu unmöglich.

Mehr Erfolg verspricht ein “step-up-Modell“, bei dem die bisherigen Bilanzwerte der übertragenden Firma bis zu der Höhe der Verlustvorträge steuerneutral aufgestockt werden.

Bei dem bisherigen Firmeninhaber fallen damit nahezu keine Steuern an. Die nachfolgende Generation, die an der neuen Gesellschaft beteiligt ist, darf diese höheren Zwischenwerte übernehmen und erhält damit neues Abschreibungspotenzial, welches zukünftige Gewinne vermindern hilft.

Firmeninhaber, die das 55. Lebensjahr bereits überschritten haben, können auch durch den Teilverkauf ihres Betriebs zu Lebzeiten die Verlustvorträge nutzen und den verbleibenden Gewinn zu 56 Prozent ihres Durchschnittssteuersatzes versteuern. Einzige Voraussetzung: Der Veräußerungsgewinn darf fünf Millionen Euro nicht übersteigen.

Beim Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften gibt es ab 2008 eine steuerliche Besonderheit: Wird innerhalb von fünf Jahren mehr als ein Viertel der Anteile übertragen, so können die Verlustvorträge nicht mit übertragen werden. Verkauft man mehr als die Hälfte, so ist die Verlustnutzung beim Erwerber gänzlich ausgeschlossen.

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