Versicherer: Allianz Leben kauft keine Griechenland-Anleihen

Versicherer: Allianz Leben kauft keine Griechenland-Anleihen

von Annina Reimann

Maximilian Zimmerer, Vorstandschef der Allianz Lebensversicherung, wird keine Griechenland-Anleihen kaufen.

„Als konservativer Anleger möchte ich nicht darauf spekulieren, dass es Beistandskredite gibt, auch nicht, wenn es wie jetzt für griechische Anleihen Zinsen von mehr als sechs Prozent gibt. Dies entspricht einem Zinsaufschlag zwischen drei und vier Prozent gegenüber Bundesanleihen, also einem Niveau, wie es sonst eben nur für Anleihen mit hohem Verlustrisiko bezahlt wird“, sagt Zimmerer im Interview mit der WirtschaftsWoche. Beiträge der Versicherten stecken zu 4,3 Milliarden Euro in Staatsanleihen von Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. Zimmerer: „Zwei Drittel davon entfallen auf Italien, wo ich keine Verschlechterung der Situation aufgrund der Finanzkrise erkennen kann.“ Insgesamt habe die Allianz-Lebensversicherung rund drei Prozent ihrer Anlagen in diesen Länder investiert.

Zinsen werden steigen

Die Risiken im Portofolio des Lebensversicherungsriesen stuft Zimmerer als gering ein: „Verglichen mit der Zeit vor fünf Jahren haben wir wenig Risiken. Unsere Aktienquote haben wir stark reduziert, auf zuletzt 8,4 Prozent. Die Anlagen sind jetzt viel breiter gestreut.“  Für das Neugeschäft rechnet Zimmerer kurzfristig nicht mit einem Anstieg der Garantiezinsen von derzeit 2,25 Prozent. „Die Zinsen am Kapitalmarkt werden – solange die Wirtschaft nicht stark anzieht – niedrig bleiben. Die Zentralbanken halten die Zinsen durch die hohe Liquidität künstlich unten“, kritisiert Zimmerer und fordert: „Dieses Geld muss möglichst bald wieder abgezogen werden, es birgt Inflationsrisiken.“  Zwar erwarte er mittelfristig keine hohe Inflation, aber, so der Allianz-Leben-Chef „die Zinsen könnten auf bis zu sieben Prozent steigen, weil die Inflation von Null kommend auch mal Richtung vier Prozent laufen könnte. Auf Dauer werden die Zinsen also nicht so niedrig bleiben. Gegen den Branchentrend hat die Allianz Leben laut Zimmerer „die Rückstellung für Beitragsrückerstattungen nicht benötigt, um die aktuelle Gewinnbeteilung zu finanzieren.“

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