Versicherungen: Wie Lebensversicherungen auf dem Zweitmarkt Geld bringen

Versicherungen: Wie Lebensversicherungen auf dem Zweitmarkt Geld bringen

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Neuland: Neben Aktien werden and er Börse Hamburg jetzt Lebensversicherungen gehandelt

Viele Lebensversicherungen werden vorzeitig gekündigt, oft mit Verlust. Der Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt ist häufig die bessere Alternative.

Dreißig Jahre sind eine lange Zeit – für Ehen wie für Lebensversicherungsverträge. Kein Wunder, dass viele Verbindungen vorzeitig aufgekündigt werden: 76 Prozent aller Kapitallebensversicherungen, die über 30 Jahre laufen, werden storniert; bei den Zwölfjahresverträgen sind es rund ein Drittel. Die meisten Kunden machen beim Ausstieg Verlust. Den können sie verringern, wenn sie auf dem Markt für gebrauchte Lebensversicherungen einen Käufer für ihre Police finden. Dieser Zweitmarkt ist auch für Kapitalanleger interessant.

Stornieren wird bestraft. Während der ersten fünf Jahre der Laufzeit ziehen Versicherer ihre Kosten und die Vertreterprovision von den Beitragseinzahlungen ab. Das heißt: Wer früh aussteigt, macht oft Minus, er bekommt weniger, als er eingezahlt hat. Auch wer länger durchhält, kann eine böse Überraschung erleben: Die Rendite liegt womöglich kaum über dem Garantiezins (je nach Abschlussjahr zwischen 4,0 und 2,25 Prozent). Egal, welch blumige Versprechen der Vertreter am Kaffeetisch einst machte: Die zum Garantiezins zu addierende Überschussbeteiligung richtet sich Jahr für Jahr neu nach den vom Unternehmen erwirtschafteten Kapitalerträgen – und die können unbefriedigend ausfallen. Fallen Gewinne an, müssen Anleger, die ihren Vertrag vor Ablauf von zwölf Jahren kündigen, sie auch noch versteuern.

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Policen werden an Fonds weiterverkauft

Das Versprechen der Policenkäufer wie Cash life, CFI Fairpay, Life Bond oder Policen Direkt lautet darum: Sie übernehmen den Vertrag bis zum Schlusstag und zahlen dem Verkäufer im Durchschnitt fünf bis sieben Prozent mehr als seine Versicherung. Der Todesfallschutz des Kunden bleibt erhalten – wenn er stirbt, kassieren seine Erben die in der Police vereinbarte Summe.

Die Policen werden an Fonds weiterverkauft, die daraus eine eigene Anlageklasse gestrickt haben. Noch ist deren Nachfrage weitaus geringer als das Aussteiger-Angebot: 2007 wurden Lebensversicherungen über 11,7 Milliarden Euro gekündigt, aber nur für 1,4 Milliarden Euro aufgekauft. Die Fonds zahlen die monatlichen Beiträge bis zum Ende weiter und kassieren dann die Auszahlung einschließlich Abschlussbonus. In der Regel kaufen sie Policen mit einem Rückkaufswert ab 10.000 Euro und nur von soliden Versicherern, deren Verträge mutmaßlich auch in Zukunft eine gute Rendite abwerfen werden.

Begehrt bei den Fonds und deshalb eher leicht loszuschlagen sind Verträge, die bis 2004 und für mindestens zwölf Jahre abgeschlossen wurden: Auf ihre Gewinne fallen keinen Steuern an, auch die Abgeltungsteuer ab 2009 trifft sie nicht. Anders sieht es bei jüngeren Policen aus, dort entscheiden Laufzeit und Alter des Versicherten bei der Auszahlung über den Pflichtteil an den Fiskus.

Wichtig für alle, die sich von ihrer Police trennen wollen: Bis Ende des Jahres sind Erlöse aus einem Verkauf, unabhängig von der Haltedauer des Vertrages, steuerfrei, ab Neujahr schlägt die Abgeltungsteuer zu.

Die Börse Hannover-Hamburg betreibt für Private seit wenigen Wochen die „Policenbörse Deutschland“ als Auktions-Plattform. Vorstand Klaus Ledermann wirbt: „So wird die Basis für faire, marktgerechte und nachvollziehbare Preise gebildet“. Mindestgebot ist der Rückkaufswert, der Käufer zahlt Auktionskosten von 0,8 Prozent des Kaufwertes. Fünf Tage kann geboten werden. Das Modell funktioniert ähnlich wie bei den Fonds: Anleger zahlen dem Verkäufer mehr als seine Versicherung, übernehmen die Beiträge und kassieren Jahre später die komplette Auszahlung. Zwei Nachteile hat die neue Anlageoption: Wie für die Fonds sind auch für die Privaten nur die Policen-Perlen interessant, wegen ihrer Steuerfreiheit vor allem Langläufer aus den Jahren bis 2004. Und der Aufkäufer braucht, woran es dem Verkäufer mangelte – Durchhaltevermögen über Jahre.

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