Versicherungsbranche: Das Geschäft wird schwerer

Versicherungsbranche: Das Geschäft wird schwerer

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Gebäude einer Versicherung in Köln

Die Beitragseinnahmen im Plus, die Finanzkrise ohne Wirkung auf die Prämien. Eigentlich sieht es doch gar nicht so schlecht für die deutschen Versicherer aus, zeigen die gerade veröffentllichten Zahlen des Gesamtsverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Doch allein an den Prämien kann man die Versicherer nicht messen.

Es sieht doch auf den ersten Blick ganz rosig aus. Beitragseinnahmen leicht im Plus, die "Finanzkrise ohne Wirkung auf die Prämienentwicklung". Doch ein zweiter Blick auf die Zahlen für 2008, die der GDV gerade vorgelegt hat, ist ernüchternd.

Die 469 Mitgliedsunternehmen rechnen für das laufende Jahr mit 165,3 Milliarden Euro Prämieneinnahmen von ihren Versicherten - ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber 2007.  Doch der kleine Anstieg stammt fast ausschließlich aus dem Geschäft mit Lebensversicherungen und den privaten Krankenpolicen. Und dass die Versicherer hier mehr einnehmen, heißt nicht, dass sie viel mehr Kunden gewonnen haben als im Jahr zuvor. Im Gegenteil: Im Neugeschäft wird unterm Strich in beiden Sparten ein dickes Minus stehen. Die Beitragseinnahmen steigen dennoch - denn zwei Mechanismen spülen den Versicherern automatisch mehr Geld in die Kassen.

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Da sind zum einem die Riesterverträge. All jene Deutschen, die eine Riester-Rentenversicherung abgeschlossen haben, zahlen in diesem Jahr mehr, wenn sie die volle staatliche Förderung behalten wollen. Reichten 2007 noch drei Prozent des Bruttoeinkommens und maximal 1575 Euro, müssen die Versicherten in diesem Jahr vier Prozent und maximal 2100 Euro berappen - im besten Fall steigt der Beitrag also um ein Drittel. Doch erwarten die Versicherer bei den Lebensversicherungen insgesamt nur ein Plus von zwei Prozent . Das ist kaum verwunderlich, denn zum einen laufen mehr Verträge aus, zum anderen werden die Deutschen in diesem Jahr etwa sieben Prozent weniger Lebensversicherungen abschließen als 2007, erwartet der GDV. Zugpferd der Branche hat enorme Probleme.

Da ist zum anderen die private Krankenvollversicherung. Viel besser sieht es hier zwar auch nicht aus. Vor wenigen Tagen erst hat der Branchenverband die Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht. Unterm Strich wechselten nur noch 23 400 neue Kunden in die private Krankenvollversicherung, fast 40 Prozent weniger als in den ersten Monaten 2007. Dabei mussten die PKV-Unternehmen schon im vergangenen Jahr einen Einbruch um fast die Hälfte hinnehmen. Und das geht schon seit Jahren so. Doch auch hier greift ein Mechanismus, der den  Versicherern fast schon automatisch mehr Einnahmen beschert. Denn die Beiträge in der privaten Krankenversicherung steigen jährlich um durchschnittlich etwa fünf Prozent. Wehren kann sich der Kunde dagegen kaum.

Dass die Versicherer den Abwärtstrend stoppen können, darf angesichts der konjunkturellen Entwicklung bezweifelt werden. Der GDV rechnet denn auch für das Gesamtjahr 2009 mit 1,5 Prozent weniger Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung. Lediglich in der privaten Krankenversicherung erwartet er ein Plus.

Kein Wunder, von 2009 an gilt in der privaten Krankenversicherung eine neue Tarifwelt - das damit die Beiträge alter und neuer Kunden steigen, ist unbestritten. Wie stark, das steht noch nicht fest. Einzelne Versicherer sprechen von zehn oder fünfzehn Prozent höheren Prämien für Altkunden. Für all jene, die von 2009 an in die Private wechseln, könnte es sogar noch teurer werden.

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